Kronach
Produktion

Metzgerei-Chef Robert Bayerkuhnlein kann wieder lachen

Nach zwei Bränden im Hauptgebäude der Kronacher Metzgerei Höring schlägt der Chef mit dem Betrieb neue Wege ein.
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Robert Bayerkuhnlein hat die Metzgerei Höring durch die schwierigste Phase nach dem Brand geführt. Foto: Marco Meißner
Robert Bayerkuhnlein hat die Metzgerei Höring durch die schwierigste Phase nach dem Brand geführt. Foto: Marco Meißner
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Die Höring-Räume in der Johann-Nikolaus-Zitter-Straße wirken nach den zwei Bränden vom 27. und 28. Oktober 2017 so gar nicht wie die Produktionsstätte einer Metzgerei. Es muss aufwendig saniert werden. In der Bahnhofstraße sieht das Bild ähnlich aus. Doch betroffen ist dort nicht etwa die zweite Filiale des Betriebs, sondern das Gebäude nebenan, in dem eifrig gewerkelt wird. Und der Grund für diese Bauarbeiten ist für Metzgerei-Chef Robert Bayerkuhnlein sehr erfreulich.

Wo vor einiger Zeit noch eine Lottoannahme-Stelle zu finden war, sollen bald Fleisch- und Wurstspezialitäten in handwerklicher Tradition hergestellt werden. Im Keller wurden bereits Fettabscheider eingebaut. Versorgungsleitungen wurden gelegt. "Jetzt werden der Fußboden und die Wände gefliest", erzählt Bayerkuhnlein, während Tobias Jakob und David Weiß von der Firma Kotschenreuther diese Arbeiten mit Wasserwaage und elektronischen Messgeräten vorbereiten.


Metzger bei Arbeit beobachten

Bayerkuhnlein schwebt vor, den Kunden an diesem Ort eine gläserne Produktion zu bieten. Durchs Schaufenster können sie den Metzgern bei ihrem Handwerk zusehen. "Der Kunde sieht, was wir machen und wie wir's machen. Zudem können wir gleich vor Ort auf Sonderwünsche eingehen", erklärt er. Eigens dafür hat der Chef der Metzgerei Höring die Einrichtung um mehrere Hingucker ergänzt. Zwei spezielle Hackstöcke für das Zuschneiden des Fleisches und eine neue Räucheranlage sollten gleich in den Blick der Betrachter fallen.

"Seit Anfang Dezember bauen wir in der Lotto-Stelle", sagt Bayerkuhnlein. Glücklicherweise habe sich kurzfristig die Möglichkeit ergeben, nach dem Brand dieses Gebäude zu erwerben. Ab Mai hofft der Chef der Metzgerei, dort die Produktion aufnehmen zu können. Vor allem typische Höring-Spezialitäten sollen in diesen Räumen hergestellt werden.

Bisher steht für solche Arbeiten nur eine Behelfslösung im ersten Stock der Bahnhofstraßen-Filiale zur Verfügung. Aus statischen Gründen lässt sich dort keine umfangreichere Produktionsstätte einrichten. Um den Betrieb seit dem Brand am Laufen zu halten, wird zudem mit einem Handwerksbetrieb aus Hof zusammengearbeitet. So soll der Verkauf qualitativ guter Produkte gesichert werden.


Treue Kundschaft

"Die Kunden haben uns die Stange gehalten", freut sich Bayerkuhnlein über deren Treue. "Und sie freuen sich schon, wenn's bei uns jetzt wieder richtig losgeht." Der Metzger schmunzelt. "Ich freue mich ja selbst, wenn ich endlich wieder was zu tun bekomme."

Genug zu tun gibt es für ihn abseits der Metzgerei. "Es war alles wie im Rohbau", schildert er den Zustand der Hauptfiliale nach dem Brand. Das Gebäude wird mittlerweile wieder hergerichtet, auch wenn sich Bayerkuhnlein über die künftige Nutzung noch nicht sicher ist. Seit vergangener Woche sei die Stromversorgung in den ausgebrannten Räumen wieder hergestellt, das Dach und die Statik des Gebäudes seien gesichert. Doch bis das Haus wieder nutzbar ist, werden noch etliche Monate ins Land ziehen.

Weitere Berichte zum Brand bei der Metzgerei Höring finden Sie hier: "Millionen-Schaden bei Feuer in Kronacher Metzgerei - Brandursache geklärt" (3. November 2017); "Nach dem schweren Brand in Kronach: Metzgerei Höring vor einem Umzug auf Zeit" (30. November 2017); "Bratwurstgarten Höring wieder erreichbar" (12. Februar 2018).
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