Kronach
Theater

Martin Semmelrogge spielte Hauptrolle in Kronach

Die Komödie "Der Rosenkrieg" war mit Martin Semmelrogge und seinem Sohn Dustin prominent besetzt. Das Publikum war vom turbulenten Ehe-Aus und Semmelrogges Hund Buddy begeistert.
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Buddy ist ein Tierheimhund, den Martin Semmelrogge privat bei sich aufgenommen hat. Der Schauspieler engagiert sich seit Jahren für Hunde auf Mallorca und Hunde in Tierheimen. Foto: Sonja Adam
Buddy ist ein Tierheimhund, den Martin Semmelrogge privat bei sich aufgenommen hat. Der Schauspieler engagiert sich seit Jahren für Hunde auf Mallorca und Hunde in Tierheimen. Foto: Sonja Adam
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Kulturreferentin Gisela Lang hat wieder einmal ein glückliches Händchen bei der Zusammenstellung des Programmes 2014 bewiesen: Die Ehe-Komödie "Der Rosenkrieg" mit Martin Semmelrogge als prominenter Schauspieler in der Hauptrolle war ein Volltreffer. Das Publikum lachte Tränen, obwohl das Stück doch eher mit einer Tragödie begann. Die Streithähne Oliver (Martin Semmelrogge) und Barbara (Susann Fabiero) fanden sich, nachdem sie von der Brüstung ihres Esszimmers ins Foyer des schönen Hauses gestürzt waren, tot im Himmel wieder. Die Streitlust i hatten sie auch vor Gott nicht verloren.

Verliebt hatten sie sich schnell

Dabei fing die Ehe so vielversprechend an. Oliver und Barbara lernten sich bei einer Kunst- und Sammlerauktion für Staffordshire-Figuren kennen. Martin Semmelrogges Sohn Dustin spielte den Auktionator.
Im Laufe des Rosenkrieges schlüpfte er noch in zwei weitere Rollen, mimte einen Arzt und einen Gourmetkritiker.

Oliver hatte bei dieser Aktion eine Boxer-Figur ersteigert, daraufhin riss sich Barbara den dazugehörigen anderen Boxer unter den Nagel. "Man darf ein Paar nicht auseinanderreißen", erklärt Oliver seiner Mitbieterin, lernte sie kennen und lieben. Und eigentlich führten sie eine glückliche Ehe. Oliver Rose war ein erfolgreicher Anwalt. Er brachte das Geld nach Hause, finanzierte seiner Gattin einen aufwendigen Lebensstil. Und Barbara füllte das Haus, das beiden so am Herzen lag, mit Leben, stattete es auch und frönte ihrer Kochleidenschaft.

Scheidung statt Tod

Doch dann muss Oliver ins Krankenhaus. Er glaubt an einen Herzinfarkt, obwohl es doch nur eine Leistenzerrung war. Seine Frau besuchte ihn nicht. "Ich dachte, du wärst tot. Und ich fühlte mich von einer Last befreit. Ich will die Scheidung", empfing die Ehefrau den geliebten Gatten nach seiner Genesung. Das war der Auftakt zu einem Ehekrieg der besonderen Art. Angestachelt von den beiden lachenden Scheidungsanwälten, übertrafen die Eheleute sich selbst. "Scheidung ist Krieg", sagte Goldstein, Olivers Anwalt. Karl-Heinz Dickmann spielte den schrulligen Anwalt, der mit dem gegnerischen Anwalt wohl ein persönliches Hühnchen zu rupfen hatte.

Anwälte machten es schlimmer

Und Regisseur Manfred Molitorisz, der den Rosenkrieg mit viel Liebe zum Detail inszeniert hatte, mimte den golfspielenden etwas großspurigen Scheidungsanwalt von Ehefrau Barbara. Die beiden Anwälte stachelten das ehemalige Paar zu immer neuen Gemeinheiten und Höchstleistungen an. "Treiben Sie ihren Mann in den Wahnsinn", riet der Golf-Freak Thurmont. Und Barbara mutierte vom braven Eheweibchen zum Miststück par excellence.

Gestörte Katze mit Mundgeruch

Oliver und Barbara machen sich das Leben schwer. Oliver sägte die Absätze aller Schuhe ab. Er würzt eine Pastete für den russischen Botschafter mit Tabasco nach. Und dann passiert es: Aus Versehen überfährt Oliver die Katze Mercedes mit seinem Ferrari. "Aber es war doch nur eine verhaltensgestörte Katze mit Mundgeruch", versuchte Oliver noch zu retten, was zu retten ist. Zwecklos. In einer Hass-Attacke zertrümmerte Ehefrau Barbara den Ferrari des Ehemannes und wirft die wertvollen Staffordshire-Figuren an die Wand. Das wiederum rief Oliver auf den Plan. Er verdarb das Versöhnungsessen mit dem russischen Botschafter, bei dem sein Sohn einen Gourmetkritiker mimte. Er mischte Abführmittel unter das Essen. Er sägte das Brüstungsgeländer im Esszimmer an, das den Raum vom Foyer abteilte. All das war die Rache dafür, dass ihm Ehefrau Barbara Hunde-Pastete vorgesetzt hatte - angeblich aus seinem Hund Buddy.

Die Tatsache, dass Hund Buddy gar nicht ermordet und zu Pastete verarbeitet worden ist, tat schließlich nichts mehr zur Sache. Denn Ehefrau Barbara stürzte ab, hielt sich noch am großen Kronleuchter fest. Dumm nur, dass sie den vorher manipuliert hatte. Oliver versuchte seiner Frau zu helfen, weil der Hund ja nicht wirklich tot war, und stürzte mit ihr in die Tiefe. Daraufhin fanden sich beide am Anfang und am Ende des Stückes im Himmel wieder.

"Ihr könnt euch wieder vertragen und im Himmel bleiben, oder ich schicke euch getrennt voneinander in die Hölle", schlug Gott ihnen vor. Und beiden entschieden sich für die Hölle. Denn die kannte sie ja schon.

Hund Buddy war wohlauf

Ein absoluter Höhepunkt im Rosenkrieg war der Auftritt von Martin Semmelrogges Hund Buddy. Denn Mischling Buddy vollbrachte tolle Kunststückchen. Er schleckte den Teller für die Gäste ab, machte Rollen und sprang auf den Tisch. Martin Semmelrogge hat Buddy selbst diese Kunststücke beigebracht und engagiert sich seit Jahren für den Tierschutz und für Hunde auf Mallorca.

Doch auch die Nebenrollen waren einfach gelungen. So mimte Michael Brust den russischen Botschafter, Olga Yakovleva spielte seine beredte Frau.

Das Stück wurde mit einer Drehbühne in Szene gesetzt, die eigentlich nur aus zwei Bühnen bestand: aus den Anwaltsräumen und aus dem üppig ausgestatteten Haus. Doch je nach Belieben entstand im Hintergrund die Bibliothek oder auch das Krankenhaus-Szenario. Und durch die ständigen Drehbewegungen, bekam der Rosenkrieg zusätzlich Fahrt und Tempo.
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