Marktrodach
Gemeinderat

Marktrodach muss sich wieder verschulden

Zur Finanzierung der anstehenden Projekte benötigt Marktrodach ein Darlehen in Höhe von 600 000 Euro. Der Haushalt wurde einstimmig verabschiedet.
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Das Anwesen Hauptstraße 29 soll nun mithilfe von Förderungen saniert werden. Im Gebäude sollen Wohnungen entstehen.Veronika Schadeck
Das Anwesen Hauptstraße 29 soll nun mithilfe von Förderungen saniert werden. Im Gebäude sollen Wohnungen entstehen.Veronika Schadeck

Die Verabschiedung des Haushalts 2019 war am Montagabend der Schwerpunkt der Gemeinderatssitzung. Das Zahlenwerk wurde einstimmig verabschiedet. Nach sechs Jahren müsse die Gemeinde zum ersten Mal wieder einen Kredit aufnehmen, so Bürgermeister Norbert Gräbner (parteilos). Wegen der vielen Projekte, die derzeit laufen beziehungsweise in Angriff genommen werden sollen, benötige die Gemeinden ein Darlehen in Höhe von 600 000 Euro. Viele Projekte würden - teilweise bis zu 90 Prozent - großzügig unterstützt. "Wir wollen diese Förderungen mitnehmen, um Marktrodach fit für die Zukunft zu machen!"

Kämmerer Andreas Buckreus ging auf das Zahlenwerk ein. Demnach sind die wichtigsten Einnahmen die Einkommenssteuerbeteiligung in Höhe von 1 988 000 Euro und Schlüsselzuweisungen in Höhe von 1 219 484 Euro. Die Gewerbesteuereinnahmen betragen 700 000 Euro. Bei den Ausgaben bilden die Personalkosten (1 900 000 Euro) und die Kreisumlage 1 480 000 Euro die Schwerpunkte.

Schulden bei knapp fünf Millionen Euro

Den Worten von Buckreus zufolge weist das Schwimmbad "Rodach Beach" ein Defizit in Höhe von 170 000 Euro auf. Den Schuldenstand bezifferte er mit 4 935 174 Euro. Die Hebesätze für die Grundsteuer beziehungsweise Gewerbesteuer bleiben mit 350 beziehungsweise 330 Prozent unverändert.

Wesentliche Projekte, die in nächster Zeit realisiert werden solle, sind unter anderem das Anwesen in der Hauptstraße 29 mit einem Kostenvolumen von 700 000 Euro (Zuwendungen 493 200 Euro), die Roglerscheune in der Hauptstraße 39 (200 000 Euro/Zuwendunngen 180 000 Euro), die Alte Schule in Seibelsdorf und der Kindergarten in Unterrodach.

Bereits abgeschlossen wurden in diesem Jahr die Neugestaltung des Dorfteichs in Kleinvichtach sowie die Dorferneuerung in Großvichtach. Dabei investierte die Gemeinde 535 000 Euro, die Förderungen lagen bei 460 000 Euro.

Eingangs hatte Gräbner darauf hingeweisen, dass die vier Künstler, die im Rahmen von HolzArt 2019 in Marktrodach weilten, ihre Kunstprojekte fertiggestellt haben. Diese können auf dem Areal der Festung Rosenberg besichtigt werden.

Auf der Suche nach Bauland

Unter "Sonstiges" ging es vor allem um die große Nachfrage nach Bauland. Wie berichtet, können die Flächen "Am Steinbruch" nicht als Wohngebiet ausgewiesen werden. Die südliche Hälfte des vorgesehenen Baugebiets sei zu nah am Sägewerk. Daher sei diese nicht als Mischgebiet ausweisbar, erklärte Gräbner. Für den nördlichen Teil könnte dagegen eine Lösung gefunden werden.

Durchaus wisse er um die vielen Bauinteressenten. Man sei daher immer auf der Suche nach bebaubaren Grundstücken, es würden zudem Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt. Ein kleines Baugebiet wurde nun mit der "Oberrodacher Mühle" gefunden.

Als Wahlleiter für die Kommunalwahlen, die in Bayern am 15. März stattfinden, wurde Andreas Buckreus bestimmt. Seine Stellvertreterin ist Ruth Punzelt.

Hirtensteg für Fußgänger offen

Abschließend wies der Bürgermeister darauf hin, dass in der nichtöffentlichen Sitzung der Planungsauftrag für den Hirtensteg vergeben wird. Wie berichtet, wurde im Rahmen einer Brückenprüfung der Gemeinde empfohlen, diesen zu sperren. Die Gefahr sei zu groß, hieß es. Das hat bei den Anliegern für Emotionen gesorgt, da dieser Steg für die Betroffenen eine wichtige Verbindung zum Ortskern ist. Nun soll der Hirtensteg zumindest für die Fußgänger wieder zugänglich gemacht werden.

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