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Marktrodach
Kommunalwahl

Marktrodach: Kantersieg für Norbert Gräbner

Der Marktrodacher Bürgermeister verteidigte seinen Sessel in beeindruckender Manier. Rund 75 Prozent der Wähler sprachen sich für ihn aus. Er geht nun in die fünfte Amtszeit.
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Norbert Gräbner will nach seinem deutlichen Wahlsieg die nächsten Projekte in Marktrodach in Angriff nehmen. Foto: Archiv/Marco Meißner
Norbert Gräbner will nach seinem deutlichen Wahlsieg die nächsten Projekte in Marktrodach in Angriff nehmen. Foto: Archiv/Marco Meißner

Norbert Gräbner (ÜWG/FW) hatte vor der Kommunalwahl 2020 wegen interner Querelen in den Reihen der Marktrodacher SPD seine Parteizugehörigkeit gewechselt. Sein Arbeitsplatz hingegen wird nach der Wahl der gleiche bleiben.

Zum fünften Mal wurde der frühere SPD-Politiker zum Bürgermeister gewählt. Er erreichte am Sonntag ein Ergebnis von 74,88 Prozent der gültigen Stimmen. Sein sozialdemokratischer Herausforderer Oliver Skall musste sich mit 25,12 Prozent der Stimmen deutlich geschlagen geben.

Damit erzielte Gräbner ein Ergebnis, das seinen klaren Erfolg aus dem Jahr 2014 noch einmal deutlich toppt. Damals erzielte er 65,19 Prozent, allerdings in einem Dreikampf mit Michael Linke (FW/ÜWG) und Jörg Müller (CSU).

"Ich bin schon überwältigt von dem, was mir die Bürger jetzt zurückgegeben haben", stellte Gräbner am Sonntagabend im Rathaus fest, während im Hintergrund "Oh, wie ist das schön"-Gesänge angestimmt wurden. Schon im Vorfeld der Wahl habe er ein gutes Gefühl gehabt, weil er von den Bürgern viel Unterstützung erfahren habe - und das generationenübergreifend. Gräbner scherzte: "Da haben den ,Alten‘ nicht nur die Älteren gewählt, sondern auch die Jungen."

Freude auf die Arbeit

Dennoch verblüffte ihn die Höhe seines Sieges. Er sprach von einem "sehr guten Ergebnis". Diesen Erfolg schreibt er einer hervorragenden Mannschaft zu, die sich für seine nächste Amtszeit zusammengefunden habe. Und auch die Verwaltung stehe hinter ihm. "Ich freue mich jetzt auf die Arbeit, die mir bevorsteht", blickte Gräbner in die nahe Zukunft. "Und ich bin gespannt auf die Zusammensetzung des neuen Gemeinderats."

Anerkennung zollte er seinem Herausforderer: "Mein Mitbewerber hat einen fleißigen Wahlkampf absolviert, er hat da viel gemacht."

Genau aus diesem Grund fiel es Oliver Skall eine Stunde nach der Wahl sichtlich schwer, die Gründe für die klare Niederlage zu suchen: "Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, woran es gelegen hat. Ich kann die Niederlage an nichts Konkretem festmachen." Die Signale im Vorfeld hätten ein anderes Ergebnis erwarten lassen, sagt der SPD-Kandidat.

Nun müsse er zunächst Abstand gewinnen, das Wahlergebnis in Ruhe reflektieren und auch Stimmen von außen einholen, um sich ein abschließendes Urteil zu bilden. Das einzig Positive am Ergebnis sei aus seiner Sicht, dass "man sich keinen Kopf über Kleinigkeiten machen muss". Denn es habe im Wahlkampf offenbar nicht an den Details gelegen.

Für Norbert Gräbner und dessen geleistete Arbeit sei das Resultat hingegen "ein starker Vertrauensbeweis. Da muss ich sagen: Respekt! Gute Arbeit." Skall selbst will das politische Geschehen in Marktrodach trotz des Dämpfers weiterhin positiv begleiten.

Für Gräbner geht es damit in die fünfte Amtszeit als Gemeindeoberhaupt. Wenn er diese bis zum Ende führt, wird er 30 Jahre vom Bürgermeistersessel aus die Geschicke Marktrodachs gelenkt haben.