Teuschnitz
Kabarett

Mäc Härder ist "nicht zu dobben"

Der selbst ernannte Überzeugungsfranke und Kabarettist Mäc Härder sorgte in Teuschnitz für ständige Lachsalven.
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Den Zuschauer Michael Hebentanz (links) baute Mäc Härder als Bundeskanzlerin in sein Programm ein. Foto: Hans Franz
Den Zuschauer Michael Hebentanz (links) baute Mäc Härder als Bundeskanzlerin in sein Programm ein. Foto: Hans Franz
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Bisher herrschte die Meinung vor, dass das höchste Lob des Frankens mit "bassd scho" zum Ausdruck gebracht wird. Doch der Kabarettist Mäc Härder wartete am Wochenende bei seinem Auftritt im Jugendbildungshaus Am Knock in Teuschnitz mit einer neuen Variante auf, die angeblich noch etwas Treffender wäre: "Du bist auf dem Bild so gut getroffen, ich hab dich fast nicht erkannt."


"Viva la Heimat"

In seinem Soloprogramm "Viva la Heimat" ging der Künstler der Frage nach, was einen typischen Franken ausmacht. Den Namen des Programms gemäß zog sich natürlich der Begriff "Heimat" wie ein roter Faden durch den Abend. Was Heimat auf fränkisch unter anderem bedeutet, brachte er auf die schlichte Aussage: "Mal biste high - mal biste matt."

Wie bei den Darbietungen des Komikers üblich, gab er auch in Teuschnitz einige Jonglier-Einlagen zum Besten. Dabei bemühte er sich um akrobatische Komik und wenn es - ob gewollt oder ungewollt - nicht so richtig klappen wollte, quittierte er den Beifall ironisch mit den Worten: "Ich kann Mitleid von echtem Applaus unterscheiden."

Etwas erstaunt waren die Besucher als der Mäc zu Beginn als Apachenhäuptling verkleidet auf der Bühne erschien und sie mit "Meine Söhne und Töchter der untergehenden Sonne" begrüßte. Dabei zog er Vergleiche zwischen der Indianerwelt und dem heutigen weißen Mann. "Wir tragen Federschmuck auf dem Kopf, eure Weiber haben ein Geweih am Hintern."


Der Anzug ist Programm

Nach einer winzigen Umziehpause erschien er mit einem Unikat, nämlich seinem mit Klatschmohn bestückten wiesengrünen Anzug. Schließlich nahm er sich der Feinheiten der fränkischen Dialekte und Temperamente sowie doppeldeutiger Aussagen an. So sei zum Beispiel mit "voller Power" wohl ein besoffener Landwirt, mit der Frucht Mango das Defizit Manko oder mit Major kein General sondern "mein Jahr" gemeint. Das scheinbare Fremdwort "Ogedo" entpuppte sich erst im Zusammenhang mit einem ganzen Satz: "Was hast du mir ogedo (angetan)?"
Der selbst ernannte Überzeugungsfranke genoss es sichtlich, wenn sein Teuschnitzer Publikum erst nach und nach hinter seine "Mundartfallen" kommt. Mehrere Aussagen hatte er parat,wenn sich der


Franke zu einem hässlichen Kleid äußern soll: "Ist Geschmacksache, ist mal etwas anderes, wem es gefällt oder Respekt bei der Figur."

Dass der in Neustadt an der Saale geborene Härder gerne direkten Kontakt mit dem Publikum aufnimmt, zeigte sich darin, dass er mit Michael Hebentanz einen Wickendorfer auf die Bühne holte und diesen in die Rolle von Angela Merkel schlüpfen ließ. Er selbst wartete dabei mit einer Weihnachtsansprache im Kanzleramt auf, die ihm viele Probleme bescheren würde.


Dialekt-Dauerbrenner

Fast zu einem Dauerbrenner wurde die Dialekt-Variante "Die Dad des Däders ist nicht zu dobben", die der Prominente den Zuhörer mehrmals wiederholen ließ. Den Rentnern widmete er das Kirchenlied "Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag" und ergänzte dies mit "Danke, dass ich keine Rückenschmerzen mehr hab." An Helene Fischer ließ er kein gutes Haar.

Der jetzt in Bamberg wohnende Allrounder kam auch auf die Sandkerwa zu sprechen und erklärte den Zuhörern: "Ist das gleiche wie das Oktoberfest in München, nur bei uns in Bamberg gibt es gutes Bier." Der zweite Teil des Programms wurde überwiegend zu einer Aneinanderreihung von fränkischen Eigenarten, Alltags-geschichten und Gags.


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