Kronach
Freischießen

Lose kaufen beim BRK - ein "Muss"

Ohne BRK-Helfer geht auf dem Kronacher Festplatz nichts. Sie kümmern sich um Wehwehchen der Besucher und verkaufen Lose für den guten Zweck.
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Ehrenamtsmanager Ralf Schmidt (Zweiter von rechts) freut sich über viele tüchtige Helfer beim Einräumen des BRK-Glückshafens.  Heike Schülein
Ehrenamtsmanager Ralf Schmidt (Zweiter von rechts) freut sich über viele tüchtige Helfer beim Einräumen des BRK-Glückshafens. Heike Schülein

Voller Spannung in den Lostopf greifen und die kleinen Papierröllchen öffnen - in der Hoffnung auf einen schönen Preis und vor allem in der Gewissheit, damit die so wertvolle Arbeit der Retter zu unterstützen: Ein Abstecher zum Glückshafen des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) gehört für nahezu jeden Besucher des Kronacher Freischießens einfach dazu. Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der großen BRK-Familie bedeutet die Attraktion jede Menge Arbeit, die sie aber sehr gerne machen. Das Schönste für sie ist, tolle Gewinne wie Plüschtiere, Spielsachen, Nützliches für den Haushalt oder natürlich auch die kultigen Ein-Punkte-Preise an die neuen Besitzer zu überreichen.

Auch heuer erwartet die Loskäufer ein buntes Sortiment aus Spielwaren, Sportartikeln, Gebrauchsgegenständen und vielem mehr. Für den Einkauf zeichnete erneut BRK-Ehrenamtsmanager Ralf Schmidt, heuer erstmals zusammen mit Silke Weniger, Leiterin der "Rotkreuzbienchen"-Kinderkrippe, verantwortlich. Beide haben sich redlich Mühe gegeben, den Glückshafen wieder mit schönen - für jedes Alter passenden - Preisen zu bestücken. Kein leichtes Unterfangen! "Eigentlich haben ja die Leute alles", weiß Schmidt. Bei Plüschtieren gibt es jedes Jahr neue Trends - heuer Pandabären, Delphine, Hamster und vor allem Einhörner, die man schon im Mai einkaufen musste, um sie noch zu bekommen. Ebenfalls voll im Trend sind Camping-Artikel wie Bratpfannen oder kleinere Zelte. Großen Wert legt man bei alledem auf Qualität. Dabei greift man insbesondere auf Markenartikel zurück - so beispielsweise bei Spielwaren auf "Lena" oder "Bruder", beide nicht gerade billig.

Der Losverkauf erfolgt ausschließlich im Ehrenamt. 120 Helfer aus der großen BRK-Familie sind heuer in mehreren Schichten im Einsatz. Probleme, Losverkäufer zu finden, hat man nicht. Der Dienst macht Spaß; viele sind seit vielen Jahren dabei.

"Frau der ersten Stunde" ist Irene Müller, die seit 1972 - damals wurde der ehemals städtische Glückshafen erstmals an das BRK vermietet - in den verschiedensten Bereichen mithilft. Noch gut kann sie sich an die Anfangszeit erinnern, als heimische Firmen große Sonderpreise stifteten - beispielsweise Sofas oder Fernseher.

Bereits damals gab es die kultigen Kleingewinne wie beispielsweise "Schneidteufela" und "Mucknpatschen" oder auch Seifenblasen, kleine Schmuckartikel und die obligatorischen Flieger.

Das Geld bleibt im Landkreis

Von den Erlösen werden beispielsweise Schulungen und Ausbildungen für Ehrenamtliche finanziert. "Die Loskäufer können sicher sein, dass ihr Geld komplett im Landkreis bleibt und wieder direkt der Bevölkerung zugutekommt", betont er. Grade in den letzten Jahren habe man hohe Summen in die Sicherheit und Barrierefreiheit der Loskäufer investiert. Beispielsweise wurde die Terrasse vor dem Glückshafen - dort, wo die Loskäufer stehen, mit neuen Fundamenten versehen. Die maroden Stützpfeiler mussten abgesägt, ersetzt und unterfundamentiert werden. Zudem wurde eine Rampe für den Holzbrettboden eingebaut, damit Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwägen problemlos auf die Terrasse fahren können. Auch das optische Erscheinungsbild wurde verbessert.

Eine unverzichtbare Einnahmequelle für das BRK bleibt der Glückshafen natürlich trotzdem. Die Losverkäufe sind in der Regel sehr gut; aber - so Schmidt - auch zu einem bestimmten Anteil wetterabhängig, beispielsweise am Kindertag.

Gleichgeblieben in all den Jahren ist der Standort, den viele als Treffpunkt nutzen, um sich zu verabreden oder wiederzufinden, wenn man sich aus den Augen verliert. Der Glückshafen ist Eigentum der Schützengesellschaft und wird vom BRK-Kreisverband Kronach angemietet. "Der Lospreis beträgt unverändert 40 Cent pro Los. Den Preis haben wir bestimmt schon seit zehn Jahren, wahrscheinlich sogar länger", überlegt Schmidt, der schmunzelnd appelliert: "Jeder, der das Freischießen besucht, muss zumindestens ein Los kaufen!"

So werden sich hoffentlich auch heuer wieder unzählige Male die Deckel der hölzernen Loskästen öffnen und viele ihre BRK-Gewinne voller Stolz über die Hofwiese tragen. Die Plüschtiere sind längst nicht nur bei den jüngsten Besuchern begehrt. Meist zu fortgeschrittener Stunde und ein wenig in Bierlaune entscheiden sich auch Erwachsene für ein Plüschtier - einfach wegen der Gaudi. "Mit dem Verstand lässt sich das nicht unbedingt erklären", lacht Irene Müller, "aber das ist halt Freischießen!"

Neben dem Glückshafen ist das Rote Kreuz natürlich auch mit einer Sanitätswache am Eingang des Freischießens vertreten. Hier gewährleisten die ebenfalls ehrenamtlichen Sanitäter die notfallmedizinische Erstversorgung und schnelle Hilfe für alle Festbesucher - von kleinen Blessuren bis hin zu plötzlich auftretenden schweren Erkrankungen.

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