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Kronach
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Location im Used-Look: Partys im alten Dreefs-Gebäude

Seit Beginn des Jahres veranstalten die Betreiber des Café Kitsch im alten Dreefs-Gebäude in Kronach Partys. Betriebsleiter Alexander Kopp zieht Bilanz über Genehmigungen, Besucherzahlen, den "Turm" und Einlass-Stopps.
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Foto: van
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An den Wänden hängen alte Zeitungen aus der ganzen Welt. Die Farbe des Bodens blättert ab. Schmale Linien deuten noch die Grundrisse der ehemaligen Büros der Firma Dreefs in Unterrodach an. Eine Getränke-Bar besteht aus alten Kisten, eine andere wurde aus den alten Türen des Kinos und der Tür des Chef-Büros gebaut. Liebe zum Detail.

"Gezielt improvisiert", nennt das Alexander Kopp. Er ist Betriebsleiter des Cafés Kitsch. Seit Beginn diesen Jahres veranstaltet das Kitsch-Team im ehemaligen Dreefs-Gebäude Partys.

Leerstand wird zur Partyarea

"Die Leute feiern lieber in gebrauchten Räumen", sagt Kopp - und er scheint damit recht zu haben. Insgesamt sechs Partys haben in dem jahrelang leer stehenden Gebäude schon stattgefunden. Jedes Mal mit riesigem Erfolg.
"Innerhalb von 45 Minuten kamen 800 Leute."

Alexander Kopp und sein Team hatten keine andere Wahl. Sie dürfen nur maximal 800 Menschen ins Dreefs, wie sich die Disco nennt, hereinlassen. Einlass-Stopps waren die Folge. Auf Facebook gab es auf ihrer Seite viel Resonanz. Die Kommentatoren lobten, aber kritisierten auch viel. Manche ärgerten sich, dass sie nicht mehr hineingekommen sind.

Sicherheit geht vor

"Die Sicherheit geht vor", sagt Kopp. Eine Auflage, die das Kitsch-Team erfüllen muss, damit die Partys stattfinden können. Außerdem käme niemand mehr an die Bars, erklärt Kopp. Auf Facebook wurde die Frage aufgeworfen, weshalb es keinen Kartenvorverkauf gibt. Kopp erklärt, dass es diesen auch künftig nicht geben wird. Mehrer Gründe sprechen gegen einen Vorverkauf.

Bisher gab es am Einlass Stempel, Karten wurden nicht herausgegeben. Bei einem Vorverkauf müssten diese erst gedruckt werden, dazu käme auch ein logistischer Aufwand. Damit könnte der Eintrittspreis von fünf Euro nicht mehr gehalten werden. Dieser ist aus Sicht von Kopp sowieso schon knapp bemessen. Ein weiterer Vorteil der Stempel ist, dass die Besucher zeitig kommen und dadurch schon um 22.30 Uhr gute Stimmung im Dreefs herrscht. Damit bleibt mehr Zeit zum Feiern, denn um vier Uhr ist Schluss im Dreefs.

Wegen des Lärms hat sich bisher niemand beschwert. Um das Dreefs-Gelände herum gibt es nur wenige Nachbarn. Kopp lobt deren Toleranz und Mitarbeit, auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde schätzt er sehr. Bisher bekam das Dreefs Einzelgenehmigungen für die Partys. Kopp hofft, dass nach der Sommerpause auch die Dauergenehmigung vorliegt. Es stehen noch kleinere Umbaumaßnahmen an.

Umbau ist sowieso ein wichtiges Stichwort in Sachen Dreefs. "Allein 27 Tonnen Müll mussten entsorgt werden", erzählt Kopp und beschreibt die ehemaligen Büros der Firma. Wände wurden herausgerissen, Teile des Inventars verwertet. Auch zwischen den Partys wurde immer wieder nachgebessert, beispielsweise an der Lüftung oder den Bars. "Eigentlich gab es jedes Mal wieder einen Aha-Effekt."

Eigentlich sollte der dreistöckige Turm des ehemaligen Dreefs-Gebäudes zur Disco werden. Auf den Plakaten ist stets der "Turm" das Aushängeschild. Alles war fertig eingerichtet.

Doch dann bekam das Kitsch-Team keine Genehmigung. Nur im ersten Stock durften sie eine kleine Cocktail-Bar für etwa 50 Besucher eröffnen. Nun spielt sich alles in den drei Areas im Erdgeschoss ab: Charts, Techno und Rock. "Wahnsinn, wie das angenommen wird", sagt Kopp und ist zufrieden, wie es bisher lief.

Team ist schon eingespielt

"Ohne unser Team hätten wir das nicht machen können", lobt Kopp. Auch während der Partys lief alles reibungslos. Die Mitarbeiter kennen sich und die Abläufe schon aus dem Café Kitsch, daher konnten sich alle leicht einfinden. Zwölf Partys im Jahr soll es im Dreefs geben, doch auch andere Veranstaltungen sind geplant. "Wir wollen auch mal einen Tag des Ehrenamts feiern." Mit dem Dreefs will das Kitsch-Team das Freizeitangebot im Landkreis Kronach vergrößern. Ein paar Joker hat das Kitsch-Team auch noch im Ärmel, verrät Kopp. Ein Pendelbus zwischen Kitsch und Dreefs ist angedacht. Auch eine Tiefgarage gibt es. "Da könnte man bestimmt etwas Tolles draus machen."

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