Weißenbrunn
Unfall

Lkw kracht in Friedrichsburg ins Haus: Bewohner sind entsetzt

Als Heinrich Popp die Zimmertür in Friedrichsburg (Kreis Kronach) öffnet, steht er am Freitag um 2 Uhr vor einem großen Trümmerhaufen. Ein 40-Tonner ist ins Haus gekracht. Vor zwei Jahren fuhr ein Auto in die Küche.
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Heinrich Popp findet dort, wo bis heute Nacht um 2 Uhr sein Windfang mit Balkon darüber stand, nur noch einen Schutthaufen. Fotos: Corinna Igler
Heinrich Popp findet dort, wo bis heute Nacht um 2 Uhr sein Windfang mit Balkon darüber stand, nur noch einen Schutthaufen. Fotos: Corinna Igler
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Bettina Weidenstein-Popp schluchzt, wischt sich mit einem Taschentuch die Tränen aus dem Gesicht. Geschlafen haben sie und ihr Mann Heinrich Popp nicht mehr. Nicht mehr seit heute Nacht um 2 Uhr. Da wurden die beiden nämlich geweckt - "durch einen lauten Schlag", wie Heinrich Popp beschreibt.

Ein Laster ist in das Haus des Ehepaaars in Friedrichsburg gekracht.Wo bis Donnerstagabend ein Hauseingang war, befindet sich nun ein Trümmerhaufen, dahinter lediglich noch eine Zimmertür.

"Zuerst haben wir den Laster gar nicht gesehen, wussten nicht mal, dass es unser Haus war", erzählt Bettina.
Doch als sie ihre Tür zum einstigen Windfang geöffnet hat, sahen sie und ihr Mann dort einen Haufen Bauschutt - ihren Eingangsbereich samt Balkon, der sich darüber befand.

Zu schnell unterwegs

"Unser Mieter kam runter, war ganz grün im Gesicht", erklärt Heinrich Popp. Er habe dann sofort die 112 gewählt. Bis früh um sechs Uhr haben die Beseitigungsarbeiten gedauert. So lange war die Straße zwischen Weißenbrunn und Kronach gesperrt. Denn der 40-Tonner stand quer: Der 61-jährige, rumänischer Fahrer fuhr von Weißenbrunn Richtung Kronach, wollte bei einer Neuseser Firma abladen. Wegen überhöhter Geschwindigkeit verlor er in der abschüssigen Rechtskurve in Friedrichsburg die Kontrolle über seinen Lastwagen.

Er geriet zunächst auf die nicht frequentierte Gegenfahrbahn, steuerte gegen und kam anschließend nach rechts von der Fahrbahn ab. Dabei fuhr er erst gegen eine Mauer und anschließend gegen die Hauswand der Popps. Der Lastwagen stellte sich quer und kam eingekeilt zwischen der Hauswand und der gegenüberliegenden Leitplanke zum Stehen. Ein Durchkommen war unmöglich. "Das ging nur über unser Haus", sagt Bettina Weidenstein-Popp. Der herabgestürzte Balkon begrub unter sich das dort geparkte Auto eines Nachbarn. Das ist nun Totalschaden.

Starke Wände

"Unser Glück waren die starken Wände", sagt Heinrich Popp. "Und dass der 40-Tonner nicht mit vollem Gewicht beladen war", ergänzt seine Frau Bettina. Wer weiß, was sonst passiert wäre. Verletzt wurde so ja immerhin niemand. Aber Bettina Weidenstein-Popp weiß: "Das hätte auch Tote geben können." Allein schon, wenn der Lastwagen auf der gegenüberliegenden Seite abgestürzt oder auf der Gegenfahrbahn Verkehr gewesen wäre. Ganz zu schweigen davon, wenn sich das Ganze bei Tag ereignet hätte.

"Hier laufen immer wieder Leute, Mütter mit Kinderwagen. Da muss jetzt mal was getan werden", ist Bettina Weidenstein-Popp ärgerlich. Unterschriften wollen sie und die Nachbarn sammeln, dafür kämpfen, dass vor dieser gefährlichen Kurve Schilder aufgestellt werden - wie am Breitenloher Berg oder in Ziegelerden, eine Tempo-30-Zone für diesen Bereich geschaffen wird. "Es muss sich was tun!"

Nicht das erste Mal

Denn schon einmal ist ein Auto in das Haus der Popps gekracht, vor etwa zwei Jahren - damals direkt in die Küche. Die Versicherung hat Heinrich Popp schon eingeschaltet. Jetzt bleibt ihm und seiner Frau Bettina erst einmal nicht mehr, als abzuwarten, ob und wenn ja, wer ihnen den Schaden zahlt. Eine Baufirma beseitigte am Vormittag schon den Bauschutt, dann gilt es, sich darum zu kümmern, dass aus der Zimmertür wieder eine Haustür wird.

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