Kronach
Musikring

Liebeslieder aus Ost und West

Die VHS Kronach lädt in der Reihe"Klassik erleben!" zu einem Liederabend mit Monika Teepe und Uta Walther ein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Monika Teepe (Sopran) und Uta Walther (Klavier) schlagen beim Liederabend eine Brücke zwischen Orient und Okzident.PR
Monika Teepe (Sopran) und Uta Walther (Klavier) schlagen beim Liederabend eine Brücke zwischen Orient und Okzident.PR
Der VHS Musikring setzt seine Konzertreihe am Samstag, 11. November, um 19.30 Uhr mit einem Liederabend im Kreiskulturraum Kronach fort. Unter dem Motto "Verführung! Liebeslieder aus Ost und West" schlagen Monika Teepe (Sopran) und Uta Walther (Klavier) eine Brücke zwischen Orient und Okzident.

Monika Teepe studierte Gesang an der Folkwang Hochschule in Essen und privat bei Wilhelm Teepe und Longin Apkalns. Engagements als dramatischer Sopran führten sie ans Staatstheater Nürnberg und andere Opernhäuser, zu den Schwetzinger Festspielen und den Wiener Festwochen. Teepe besitzt eine besondere Affinität für Kammermusik und Lied.

Uta Walther erhielt ihre pianistische Ausbildung an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar. Nach dem Künstlerischen Diplom setzte sie ihr Studium bei Alfons Kontarsky am Salzburger "Mozarteum" fort. Als Solistin, Kammermusikerin und Liedbegleiterin konzertiert sie in vielen Ländern Europas. Seit 1999 ist Uta Walther Lehrbeauftragte für Klavier an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und seit September 2013 Klavierpädagogin am musischen Zweig der Johann-Pachelbel-Realschule in Nürnberg.

Über das Konzertprogramm, das die beiden Musikerinnen in Kronach vortragen werden, schreibt Monika Teepe: "Das Erscheinen von Goethes West-Östlichen Diwan jährt sich bald zum 200. Mal - und er ist aktueller denn je! Im Frühjahr 1814 begegnete Goethe zum ersten Mal der Divan-Lyrik des persischen Dichters Mohammed Schemseddin Hafis, die bei ihm einen Rausch der dichterischen Entfaltung auslöste. Goethe beschäftigte sich schon seit 1770 eingehend mit dem Koran. Auch andere Orientalisten wie Friedrich Rückert, Georg Friedrich Daumer oder August Graf von Platen schrieben im 19. Jahrhundert in der arabisch-persischen Gedichtform des Ghasels.

Die aktuelle Debatte um Terrorismus und Flüchtlinge lässt uns vergessen, wie groß die Verbindungen zwischen den abendländischen und morgenländischen Kulturen sind. Uns verbindet mehr, als wir heutzutage wahrnehmen wollen. Viele Erfindungen der muslimischen Welt sind aus unserem Alltag nicht herauszudenken. Von den arabischen Ziffern 1 bis 9 und der Einführung der indischen Null, über eine starke Hygiene und die Erfindung der Zahnbürste bis hin zum vielzitierten Kaffee, der von Afrika über den Jemen und Syrien nach Venedig und Wien kam.

Man denke nur an Mozarts ,Entführung aus dem Serail': der weise Mann ist ein Muselmann, Bassa Selim, der die Christen zu Toleranz und Nächstenliebe ermahnt. Das war die Sicht des 18. Jahrhunderts auf das Morgenland! Der Orientalismus des Westens in Malerei, Dichtung und Musik bildet die Sehnsucht nach dem Unbekannten, dem Verführerischen, dem Sinnlichen und Erotischen ab.

Ähnliche Bilder prägen die Liebeslyrik von Indien und Persien bis Spanien und England: der Duft der Rosen, der West- oder Ostwind, der Botschaften des Geliebten überbringt und die Sterne, die wie Augen der Geliebten strahlen. Die weltoffene, interessierte und neugierige Haltung gegenüber fremden Kulturen ist uns im Moment etwas abhandengekommen. Um den Dialog zu entfachen und die Jahrhunderte alten Querverbindungen aufzuzeigen, singen, spielen und lesen wir Texte von Hafis, Johann Wolfgang von Goethe, Marianne Willemer, Friedrich Rückert, Elsa von Kamphoevener, Ovid, William Shakespeare, James Joyce, und zuletzt aus dem Koran und der Bibel.

Vertonungen von Romantik bis klassischer Moderne, von Franz Schubert über Robert Schumann, Johannes Brahms, Hugo Wolf, Gustav Mahler und Richard Strauss bis Karol Szymanowski und Ottmar Schoeck, lassen eine klanglich bunt schillernde Reise durch die Sehnsüchte und Emotionen der Liebe erklingen und zeigen, wie ähnlich wir alle uns doch sind."

Eintrittskarten zu diesem musikalischen Brückenschlag zwischen Ost und West sind im Vorverkauf zum Preis von 16 Euro (ermäßigt acht Euro) im Tourismusbüro der Stadt Kronach (Tourist-Info, Marktplatz 5) sowie an der Abendkasse erhältlich. Für Schüler und Studenten ist der Eintritt frei. Auskünfte zum Abonnement erteilt die vhs Kronach, Tel. 09261/606012.


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren