Lahm
Konzert

"Liebe auf den ersten Ton"

Grandiose Musik: Das Weihnachtskonzert des Musikvereins Hesselbach in der Pfarrkirche St. Ägidius Lahm berührte tief in der Seele.
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Die Blechbläser verhalfen Vivaldis "Winter" in einer Bearbeitung für Blasorchester zu musikalischen Ehren.Heike Schülein
Die Blechbläser verhalfen Vivaldis "Winter" in einer Bearbeitung für Blasorchester zu musikalischen Ehren.Heike Schülein
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Mächtige Berge, hohe Gipfel, aufbrausende Winde - Man konnte sie am Dienstagabend förmlich vor sich sehen: Die einzigartige Schönheit der majestätischen Bergwelt, die Martin Scharnagl in seinem emotionsgeladenen, atmosphärisch dichtem Konzertwerk "Moutain Wind" - zu Deutsch "Bergwind" - so trefflich widerspiegelt. Mit der klangvoll-eingängigen Melodien-"Brise" gelang den Hesselbacher Musikanten die perfekte Einstimmung in das musikalische Abendprogramm ihres bereits 24. Weihnachtskonzertes.
"Liebe auf den ersten Ton" - So könnte man die Begeisterung der vielen Besucher in der mit brennenden Kerzen in ein sanftes Licht getauchten Pfarrkirche in Lahm zusammenfassen. Unter Leitung von Dirigent Georg Schönmüller gaben die Instrumente die Freude über den hellen Glanz wieder, der aufleuchtet am Geburtsfest Christi. Beim gut einstündigen - sehr stimmungsvoll zusammengestellten - musikalischen Potpourri setzten die Musiker und Musikerinnen nicht nur auf adventliche, sondern auch auf moderne Stücke und sogar Klassik. Die frohe weihnachtliche Botschaft verkündeten das zauberhafte Medley bekannter Weihnachtslieder "The Bells of Christmas" von Sandy Feldstein & Larry Clark und "Venite Adoremus", eine von Heinz Briegel sehr ausdrucksvoll gestaltete Interpretation des Weihnachtsliedes "Adeste fideles" ("Nun freut euch, ihr Christen"): So schön - so beglückend, wie es eben nur festliches weihnachtliches Liedgut sein kann! "Winterlich" ging es weiter mit dem dramatischen, spannungsreichen Soundtrack-Medley "Music from Frozen" aus dem Walt Disney-Animationsfilm "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren" sowie Vivaldis "Winter" als strahlend schöner musikalischer Glanzpunkt des Konzerts.
Das wohl berühmteste Werk des italienischen Komponisten Antonio Vivaldi "Die vier Jahreszeiten" ist längst nicht nur bei ausgesprochenen Klassik-Fans bekannt und beliebt. Steve Cortland bearbeitete das Largo aus dem Satz Winter für Blasorchester - als "Klassik für jedermann", die von den Blechbläsern des Musikvereins mit edler Tonqualität zum Klingen gebracht wurde.

Klassisch wurde es auch beim Gastauftritt von Marcel Schuberth, der wiederum eine große Bereicherung des Konzerts darstellte. Heuer beschenkte der junge Hesselbacher sein Publikum mit zwei Gavotten des Altmeisters Johann Sebastian Bach sowie dem "Adagio con grand espressione" von Mauro Giuliano. Erneut sorgte dabei der mehrmalige Preisträger des "Jugend musiziert"-Wettbewerbs mit der Klarheit und Tiefgründigkeit angezupfter Saiten für intensive Klang-Erlebnisse. In der Tat ist die Gitarre wie kaum ein anderes Instrument fähig, Wärme und Klangfarbenreichtum auf sinnlich schöne und nahegehende Art und Weise zur Entfaltung zu bringen.

Ein musikalisches Zeichen für Frieden und Freiheit setzte der junge österreichische Komponist Thomas Asanger mit seiner Komposition "A Sign for Freedom - ein Zeichen für die Freiheit". Die 2015 uraufgeführte Blasorchester-Hymne thematisiert die sichtbar gewordene Hilfsbereitschaft für die Flüchtlingsströme aus den Krisengebieten dieser Welt, berührend dargeboten von den Hesselbacher Musikanten.

Mit Peter Maffays bekanntem Lied "Nessaja" aus "Tabaluga" oder die Reise zur Vernunft" in einer Bearbeitung für Blasorchester von Kurt Gäble sowie den weltberühmten Dudelsackmelodien aus der heimlichen Hymne Schottlands "Highland Cathedral" neigte sich das auf hohem musikalischen Niveau angesiedelte Konzert seinem Ende entgegen. Traditionell setzte das gemeinsam gesungene innig-ergreifende "Stille Nacht" den Schlusspunkt hinter das musikalische Highlight, durch das in charmanter Art und Weise erneut Lena Eidloth geführt hatte. Der Vorsitzende des Musikvereins Hesselbach, Ralf Welsch, dankte abschließend allen, die bei der Umsetzung des Programms mitgewirkt hatten - insbesondere Dirigent Georg Schönmüller, der die Gesamtleitung innehatte.
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