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Naturschutz

Lerchenhoftrasse: BN-Spitze zeigt sich entsetzt

Über den geplanten Neubau der B 303 über die Lerchenhoftrasse und den Ausbau der B 173 im Rodachtal informierte sich der BN-Landesvorstand bei einem Besuch.
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Ob die Lerchenhoftrasse über diese Anhöhe gebaut werden darf, wird derzeit vom Gericht geprüft. Archiv/Heinrich Weiß
Ob die Lerchenhoftrasse über diese Anhöhe gebaut werden darf, wird derzeit vom Gericht geprüft. Archiv/Heinrich Weiß

Bei seiner Rundreise durch Oberfranken informiert sich der BN-Landesvorstand über die Bedrohungen der Landschaft bei Küps-Johannisthal im Bereich der geplanten "Lerchenhoftrasse" und den Stand des Klageverfahrens.

Die Mitglieder des Landesvorstandes zeigten sich laut einer Pressemitteilung des BN "entsetzt über die Planungen zum überdimensionierten Ausbau der B 173 und der unnötigen Zerstörungen im Bereich der Lerchenhoftrasse". Dass 2019 noch immer in Retentionsräume von Flüssen eingegriffen werden könne, die regelmäßig Überschwemmungen und daraus folgende Schäden an Siedlungen erzeugten, verwunderte die Vertreter des größten Umweltschutzverbandes Bayerns sehr.

"Unsere Hoffnung ist weiterhin, dass wir die wunderschöne Landschaft am Lerchenhof retten können und unsere Alternative, den Ausbau der bestehenden Staatsstraße mit Lärmschutz und Kreisverkehrsanschluss an die B 173 nordöstlich von Johannisthal durchsetzen können, so Elisabeth Hofmann, Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Kronach.

Ingeborg Seidel von der Bürgerinitiative Johannisthal: "Das würde auch den gigantischen Anschlussknoten im Rodachtal vermeiden und die Bewohner von Au vor noch stärkerem Hochwässern schützen. Auch wir in Johannisthal sind regelmäßig davon betroffen. Eine Verschlimmerung wäre verantwortungslos."

"In den letzten Monaten seit der für uns überraschend positiven Gerichtsverhandlung wurden nochmals alle möglichen Schriftsätze der Landesanwaltschaft und des BN-Rechtsanwaltes Bernd Söhnlein ausgetauscht. Wir rechnen jeden Moment mit einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes", so der BN-Landesbeauftragte Martin Geilhufe.

Das "falsche Signal"

Der BN und die Bürgerinitiative Johannisthal halten den vierspurigen Ausbau der B 173 zwischen Lichtenfels und Kronach in Übereinstimmung mit der Nachbarkreisgruppe Lichtenfels für völlig verfehlt. Er sei angesichts der zurückgehenden Bevölkerungszahlen und des abnehmenden Kfz-Verkehrs in Zeiten des Klimawandels das falsche Signal. Die dreispurig geplante Lerchenhoftrasse im Zuge der B 303 sei noch unnötiger, weil es mit der bestehenden Staatsstraße zwischen Beikheim und dem Anschluss nördlich Johannisthal bereits eine Straße gibt, die umweltverträglich ausgebaut werden könnte. Auch die B 173 bei Johannisthal sei mit zwei Spuren und eventuellen Überhol-Abschnitten im 2+1-Querschnitt völlig ausreichend dimensioniert.

Der geplante riesige Knoten zwischen B 173 und B 303 soll im Hochwasserbereich des Rodachtals gebaut worden. Den Johannisthalern und den Bewohnern von Au bei Küps drohten damit Verschärfungen des Hochwassers.

Der Bund Naturschutz hat sich nach eigenen Angaben seit den 1990er Jahren immer wieder engagiert in die Planungsverfahren eingebracht und umwelt- und naturfreundlichere Alternativvorschläge vorgetragen. Im Raumordnungsverfahren sei die Lerchenhoftrasse zu Recht verworfen und der Ausbau der Staatsstraße Beikheim-Johannisthal favorisiert worden. Das habe man dann einfach ohne öffentliche Debatte über den Haufen geworfen, heißt es in der BN-Pressemitteilung.

Am 24.05.2016 genehmigte die Regierung von Oberfranken den Neubau der B 303 und der B 173 bei Johannisthal. Der Bund Naturschutz legte mit finanzieller Unterstützung der Bürgerinitiative Johannisthal am 24.06.2016 fristgerecht Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss und Klage auf Baustopp ein. Der Streitwert wurde auf 30 000 Euro festgesetzt.

Gegen die planfestgestellten Trassen klagen außer dem BN vier Privatkläger und eine Firma (eines Privatklägers).

Das Vorhaben

B 303 Das Staatliche Bauamt Bamberg plant derzeit den dreistreifigen Neubau einer Trasse der B 303 zwischen Schmölz und Johannisthal auf einer Länge von 2,8 Kilometer auf der sog. Lerchenhoftrasse.

B 173 Damit zusammen plant das Staatliche Bauamt den vierstreifigen Neubau der B 173 zwischen Küps und Johannisthal auf 2,9 Kilometern.

Verknüpfung Die Verknüpfung soll höhenfrei durch eine linksliegende Trompete, z. T. im Talraum der Rodach, im Hochwassergebiet erfolgen. Weil die beiden neuen Straßenabschnitte als Kraftfahrstraßen geplant werden, sollen die bestehenden Straßen B 173 und St 2200 als Straßen erhalten bleiben sowie eine Vielzahl weiterer Straßen und Anbindungen umgebaut werden.

Flächenverbrauch Insgesamt wären es 19 Kilometer Straßen- und Wegebau. 69 Hektar landwirtschaftliche Fläche würden für das Projekt beansprucht, mindestens zehn Hektar neu versiegelt.

Kosten Das Vorhaben soll rund 26 Millionen Euro kosten.

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