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Windheim
Projekt

Lebensgeschichten bewegten in Windheim

In der Klasse 9a drehte sich alles rund um das Thema Alkohol und seine Risiken. Dazu hatte man Gäste aus der Suchthilfe-Einrichtung Haus Fischbachtal.
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Mit Alkohol versetzte Mischgetränke sind für viele Jugendliche der Einstieg. Symbolfoto: Steffen Füssel, dpa
Mit Alkohol versetzte Mischgetränke sind für viele Jugendliche der Einstieg. Symbolfoto: Steffen Füssel, dpa
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Der Konsum von Alkohol ist in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern besonders hoch. Die Schulleiterin Andrea Paschold sieht in diesem Projekt einen weiteren Baustein der Kinder- und Jugendprävention an der Mittelschule Windheim. "Alkohol ist fester Bestandteil bei vielen Festen und Veranstaltungen in unserer Region. Als Schule ist es unsere erzieherische Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler darin zu stärken, ihre Beziehung zum Alkohol zu hinterfragen", so Paschold.

Die Klasse 9a der Mittelschule Windheim machte sich zu Beginn darüber Gedanken, was Jugendliche am Alkohol toll finden könnten. Und sie widmeten sie sich der Frage, was ihnen möglichst nicht in Verbindung mit Alkohol passieren soll; so könnten sie unglücklich stürzen und sich verletzen. Ihnen fiel auch ein, dass man durch den Alkohol peinliche Dinge tun könnte, die man anschließend bereut. Marcel Scherbel zeigte seinen Klassenkameraden, wie man jemanden in die stabile Seitenlage bringt. Die ist bei einer Alkoholvergiftung lebenswichtig, damit derjenige nicht an seinem Erbrochenen erstickt.

Die Schlussfolgerung aus all dem war für die Klasse, dass der Konsum von Alkohol am besten ganz gelassen werden sollte. Zumindest sollte man auf "Rauschtrinken" - also das Trinken einer großen Menge Alkohol in kurzer Zeit - verzichten. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das "Vorglühen" vor Partys.

Die Klasse 9a entschied sich schließlich für die Teilnahme am Wettbewerb "klar bleiben" - eine "Challenge" zum Thema Alkohol. Sechs Wochen lang verzichten 90 Prozent der Klasse auf Rauschtrinken und andere riskante Formen des Alkoholkonsums. Zu gewinnen gibt es unterschiedliche Geldpreise für die Klassenkasse.

Nach der Präventionseinheit mit Tina Müller, bekam die Klasse 9 a Besuch vom Haus Fischbachtal. Nach einer Vorstellung der Suchthilfe-Einrichtung durch die Mitarbeiterinnen Eva-Maria Drießen und Annemarie Hempfling stellten sich drei Bewohner des Hauses vor. Diesen durften die Neuntklässler Fragen stellen. Beispielsweise, wie sich deren Leben durch den Alkohol verändert habe und was ihr schlimmstes Erlebnis aufgrund des Alkoholkonsums gewesen sei.

Nach und nach erfuhr die Klasse die bewegenden Lebensgeschichten der drei Bewohner. Insbesondere die Frage, wie sie sich fühlten, wenn sie Alkohol sähen, ergriff die Klasse.

Ein schleichender Prozess

Die Bewohner machten deutlich, dass der Weg in die Abhängigkeit ein schleichender Prozess sei und man "danach" nicht - wie nach einer Krankheit - wieder "geheilt" sei. Vielmehr bleibe der Kampf gegen den Alkohol weiter bestehen. Dies bedeute auch absolute Aufmerksamkeit beim Einkauf im Supermarkt, da zahlreiche Lebensmittel versteckten Alkohol enthielten. Solche Produkte dürfen von den Bewohnern nicht verzehrt werden, da dies bei ihnen wieder das Verlangen nach Alkohol wecken könnte.

Am Ende appellierte Udo Barthmann an die Schüler, nicht den gleichen Fehler wie er zu machen. Peter Fischer wünschte sich, dass den Jugendlichen die heutige Begegnung im Gedächtnis bleibe und sie sich auch später daran zurückerinnerten. Die Klasse 9a war sehr beeindruckt von den Erzählungen der drei Bewohner.

Ein gemeinsames Erinnerungsfoto rundete den Tag ab. Die Neuntklässler beschlossen allen drei Bewohnern einen persönlichen Dankesbrief zu schreiben.

Die Begegnung war für sie ein besonderes Erlebnis, das ihnen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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