Küps
Fasching

Langstädter Narren trotzen der Klimapolitik

In Küps stürmten Klimarebellen das Rathaus und nahmen den Dritten Bürgermeister vorübergehend als Geisel.
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Schließlich beugte sich der Küpser Bürgermeister Bernd Rebhan und übergab den Schlüssel des Rathauses an die stürmende Narrenschar. Gemeinderat Gerhard Sesselmann, die befreite "Geisel" 3. Bürgermeister Thomas Meyer, Prinzessin Nadja Ströber, Kinderprinz Jonas, Bürgermeister Bernd Rebhan, Kinderprinzessin Laura, Prinz Florian Ströber und Gemeinderätin Ursula Eberle-Berlips. Rainer Glissnik
Schließlich beugte sich der Küpser Bürgermeister Bernd Rebhan und übergab den Schlüssel des Rathauses an die stürmende Narrenschar. Gemeinderat Gerhard Sesselmann, die befreite "Geisel" 3. Bürgermeister Thomas Meyer, Prinzessin Nadja Ströber, Kinderprinz Jonas, Bürgermeister Bernd Rebhan, Kinderprinzessin Laura, Prinz Florian Ströber und Gemeinderätin Ursula Eberle-Berlips. Rainer Glissnik
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In Küps hat eine Schar von Klimarebellen die Macht im Rathaus übernommen. Tapfer wehrte sich Rathauschef Bernd Rebhan, aber nachdem die Langstädter Narren immer mehr Unterstützung in der Bürgerschaft bekamen und diese den Dritten Bürgermeister Thomas Meyer als Geisel genommen hatten, übergab das Marktgemeindeoberhaupt schließlich den Rathausschlüssel.

Vor dem Rathaus hatte sich eine kleine Gruppe kleiner Rebellen an Lagerfeuern breit gemacht, gekleidet wie einst Indianer und Cowboys. "Wir sind gekommen wie es aussieht 2030", tat der Vorstand der Jecken aus dem Küpser Ortsteil, Robert Vogel, dem auf dem Rathausbalkon stehenden Bürgermeister Bernd Rebhan und seinen Gemeinderäten Ursula Eberle-Berlips und Gerhard Sesselmann kund. Die Gemeinderäte Wolfgang Neumann und Dritter Bürgermeister Thomas Meyer weilten währenddessen unten auf dem Rathausplatz unter dem voller Erwartung der Geschehnisse harrenden Volk. "Meint ihr, wir allein in Küps retten die Welt?", gab Bürgermeister Rebhan zu bedenken. "Da seid ihr bei mir hier an der falschen Adresse!"

"Du verstehst das nicht. Der Klimawandel ist real", entgegnete Robert Vogel. "Das gab es doch schon immer in der Geschichte der Erde. Aber die Reaktion der Menschen und vor allem der Politik darauf, das wollen wir ändern."

"Aber doch nicht in Küps, bei uns ist doch alles in Ordnung", betonte Bürgermeister Bernd Rebhan. "Die Rodach fließt immer noch den Berg hinunter und das Bier beim Ultsch ist immer noch gut gekühlt."

"Wir möchten einfach nicht mehr das Geschwätz hören, dass Fleischessen klimafeindlich ist", bekam der Rathauschef zur Antwort. "Dass die Industrie, die unseren Wohlstand garantiert, plötzlich unsere Lebensgrundlagen gefährdet. Wir wollen, dass ihr zur Vernunft kommt und alles zu Ende denkt. Und vor allem auch die Arbeitsplätze sichert. Momentan seid ihr drauf und dran, unsere Arbeitsplätze wegzuklimatisieren. Wenn schon Narren regieren und das Land ins Verderben stürzen wollen, dann sollen es doch welche sein, die singen und tanzen, wenn sie uns in den Untergang reißen."

Druckmittel der Narrenschar war der gefangen genommene Dritte Bürgermeister Thomas Meyer. "Der hat etwas zuzusetzen", zeigte sich Bürgermeister Bernd Rebhan zunächst unnachgiebig. Schließlich setzten die Rebellen Lebensfreude, Musik, Tanz und Schnaps ein, um die Bürgerschaft auf ihre Seite zu ziehen. Aus allen Richtungen strömten die "Funken" auf den Platz und begeisterten zu "Komm, hol das Lasso raus".

Die gute Stimmung war so ansteckend, dass der Rathauschef nachgab - nur die Geisel musste freigelassen werden. Mit einem "Langstadt Helau" startete Prinzessin Nadja Ströber die fünfte Jahreszeit. "Die Welt ist ein Narrenhaus", erklärte sie. Ausdrücklich lud sie zum Büttenabend am 18. Januar 2020 ein. "Es gibt schon Karten", warb Rebhan.

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