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Kronach
Bildung

Landkreis Kronach feilt an vielen Plänen

ImAusschuss für Schule, Kultur und Sport stellte Landrat Löffler einen Rahmenplan für Hochbauprojekte vor, die 100 Millionen Euro verschlingen werden.
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Die Leitung der Berufsschule Kronach, allen voran Schulleiter Rudi Schirmer (Bild vor der Berufsschule), hat für die anstehenden Planungen zur Generalsanierung bereits viel Vorarbeit geleistet, wofür Landrat Klaus Löffler ausdrücklich dankte.  Foto: K.- H. Hofmann
Die Leitung der Berufsschule Kronach, allen voran Schulleiter Rudi Schirmer (Bild vor der Berufsschule), hat für die anstehenden Planungen zur Generalsanierung bereits viel Vorarbeit geleistet, wofür Landrat Klaus Löffler ausdrücklich dankte. Foto: K.- H. Hofmann

In der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport des Landkreises Kronach wurde der Haushalt 2020 in den Einzelplänen für Schule, Kultur und Sportförderung vorberaten. Ferner stellte der Kreiskämmerer Marc Peter Biedermann das Förderprogramm "Digitale Bildungsstruktur an bayerischen Schulen" und den Rahmenplan Hochbauprojekte des Landkreises Kronach vor. Die Sitzung fand in den Räumen des Feuerwehr- und Atemschutzzentrums Kronach statt.

Die von Kämmerer Biedermann vorgetragenen Projekte und Investitionen machten deutlich, dass der Landkreis derzeit viele Maßnahmen plant und Finanzierungsmöglichkeiten mit größtmöglichen Fördermitteln auslotet.

Daher zeigte sich Landrat Klaus Löffler teils verwundert und teils erbost darüber, dass alle paar Tage in Pressemeldungen verschiedene Leute beanstanden, dass es nicht schnell genug gehe. Dafür zeigt der Landkreischef überhaupt kein Verständnis, denn er und seine Behörde wie auch Verantwortliche für die Projekte legten höchsten Wert auf Transparenz und Information. Allerdings könne er nicht jedes Mal, wenn er eine Tür nach einem Gespräch bei einer Behörde schließt und schon der nächste Termin an anderer Stelle ansteht, Zwischenstände über Verhandlungen öffentlich präsentieren. Die verantwortlichen Gremien seien ausführlich und permanent eingebunden in die Verfahren.

Löffler legte einen akribisch ausgearbeiteten Rahmenplan für Hochbauprojekte des Landkreises vor, aus dem die Komplexität und Vielfalt von geplanten und auf den Weg gebrachten Maßnahmen ersichtlich wurde. Voran nannte er einige fertiggestellte Projekte wie die Generalsanierungen des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums, des Kreiskulturraums, der Maximilian- von- Welsch Realschule I, am Schulzentrum Fachklassentrakt und an der Kreisbibliothek sowie die Dachsanierung der Pestalozzischule. Mit der Generalsanierung und dem Ausbau der Volkshochschule und der energetischen Sanierung des Landratsamtes befänden sich zwei weitere Großprojekte in der Ausführung. Die VHS sollte im Frühjahr dieses Jahres weitgehend fertiggestellt sein, und am Landratsamt rechnet man gegen Ende dieses Jahres mit Fertigstellung der KIP- Maßnahmen (Kommunalinvestitionsprogramm) Dach, Fassade und Aufzüge.

An erster Stelle der künftigen Planungen steht die Sanierung der Berufsschule, betonte der Landkreischef und hob ausdrücklich hervor, dass für diesen Komplex mit all seinen Herausforderungen in jedem Fall "Gründlichkeit vor Schnelligkeit" gelte. Er mahnte Kritiker, denen es zu langsam geht, zur Geduld. Die circa 30 Millionen Euro große Investitionssumme wolle gut durchdacht sein und solle gut angelegt werden. Daher liefen seit einiger Zeit etliche Untersuchungen und Prüfungen, bevor richtig geplant werden kann.

Viele Voruntersuchungen

Als Beispiele führte der Landrat an, dass Schadstoffuntersuchung, Tragwerksprüfung und Baustellenuntersuchung, Baugrunduntersuchung und Vermessungsarbeiten in Auftrag gegeben wurden, bis hin zur Kampfmittel-Vorerkundung (da Bombenkrater aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet wurden). Ferner stehe der Raumbedarf und das Raumprogramm zur Untersuchung und Abklärung mit der Regierung an, und anhand der Untersuchungsergebnisse müsse die Frage nach Sanierung oder Abbruch/Neubau geklärt werden. Zu klären seien Fragen der Mitnutzung durch Fachoberschule und Berufsfachschule für Musik Oberfranken (BFM), und natürlich dann auch intensive Gespräche über Fördermöglichkeiten.

So wichtig das Projekt Berufsschule für den Landkreis ist, so wichtig sei es aber auch, eine höchstmögliche Förderung zu erreichen. Die Regierung von Oberfranken stehe erfreulicherweise zum Standort Kronach für die BFM, aber wo?

Im weiteren Verlauf ging der Landrat auf weitere Hochbauprojekte ein, die ein Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro verschlingen werden. Alleine die Summe und die wichtigen Maßnahmen für Bildung, Kultur und Sport zeigten, dass Gewissenhaftigkeit und akribisches Vorgehen nötig seien und auch ein neues Denken erforderlich machen, so Löffler mit Blick auf alle Kritiker, die wohl eher schnell irgendwo Bewegungen sehen wollten.

Zu den sorgfältigen Vorsorgeplanungen zählt der Landrat die Turnhallen am Schulzentrum, wie auch Turnhalle/Mensa und Lehrschwimmbecken an der RS I, weitere Maßnahmen am Schulzentrum, die Generalsanierung Gottfried-Neukam-Mittelschule durch den Schulverband Kronach III mit intelligenten Lösungen, die Sanierung der Pestalozzischule in Abstimmung mit der Lebenshilfe und verschiedenen Kostenträgern.

Außerhalb es schulischen Bereichs, steht eine Erstellung einer Konzeptstudie für den Bauhof Birkach an, Vorbereitungen für die Innensanierung des Landratsamtes (ab 2021), Neugestaltung und Aufwertung des Ölschnitzsees bei Windheim und ein Nutzungskonzept für das Wasserschloss Mitwitz, dessen Eigentümer der Landkreis nun ist.

Der vorgestellte Rahmenplan wurde vom Ausschuss einstimmig befürwortet, die Durchführung von Einzelmaßnahmen bedarf der gesonderten Beschlussfassung durch die jeweiligen Kreisgremien.

Geld für die digitale Schule

Kreiskämmerer Biedermann informierte über einen Förderbescheid der Regierung von Oberfranken, demnach erhält der Landkreis Kronach für seine weiterführenden Schulen aus dem Digitalbudget Zuweisungen von 291 403 Euro sowie für das IFU-Budget (integrierte Fachunterrichtsräume), 151 915 Euro, was einer Förderquote von 90 Prozent für die digitalen Klassenzimmer entspricht.

Für den Digitalpakt Schule (2019-2024) rechnet man mit dem Förderhöchstbetrag von circa 1,5 Millionen Euro für die Digitaleinrichtungen an Schulen. Der Fördersatz bezieht sich auf die zuwendungsfähigen Kosten, für den Landkreis verbleibt ein Eigenanteil von zehn Prozent.

Zahlen aus dem Sport-, Schul- und Kulturhaushalt 2020

Schüler Die Schülerzahl an den Kreisschulen hat sich gegenüber dem Vorjahr moderat vermindert auf 3705 Schüler (Vorjahr 3752). Diese teilen sich auf Gymnasien 1323 Schüler, Realschulen 1054 und berufliche Schulen 1328 Schüler. Hinzu kommen Pestalozzischule 166 und BFM 56 Schüler. Mit Gastschülern trägt der Landkreis Kronach für 4500 Schüler den schulischen Sachaufwand.

Schulen Das Volumen des Verwaltungshaushalts für Schulen 2020 stellt sich in den Ausgaben auf 8,279 Millionen Euro, was einem Zuschussbedarf von 5,609 Millionen Euro entspricht.

Die größte Ausgabensteigerung gibt es bei der Schülerbeförderung mit 140 000 Euro durch das neue Mobilitätskonzept und damit verbesserten Leistungen. Mit 2,49 Millionen Euro bilden die Schülerbeförderungskosten den größten Ausgabeposten.

Kultur/Sport Der Verwaltungshaushalt im Kultur- und Sportbereich beläuft sich in den Ausgaben auf 1,663 Millionen Euro, was einen Zuschussbedarf von 1,406 Millionen Euro erfordert. 398 000 Euro Ausgabenansatz für die VHS zeigten die Wertschätzung, welche die Erwachsenenbildung allgemein und die VHS speziell bei den Kreisgremien genießt, fügte Landrat Löffler an. Für die Sportförderung sind Zuschüsse an Sportverbände von 11 000 Euro und für Veranstaltungen und Sportlerehrungen rund 5000 Euro eingeplant. Dazu kommen 79 000 Euro vom Landkreis für nichtschulische Nutzung von Sportanlagen am Schulzentrum, die zu 100 Prozent vom Landkreis getragen werden. Weiterhin stellt der Landkreis sowohl die Turnhallen von KZG, RS I und Berufsschule, sowie das Lehrschwimmbecken in der RS I einer Vielzahl von Sportvereinen und anderen Nutzergruppen zur Verfügung, ohne hierfür kostendeckende Gebühren zu erheben. Auch damit leiste der Landkreis einen großen Beitrag zur Sportförderung, betont der Landkreischef.

Investitionen Der Vermögenshaushalt für Schule und Kultur beläuft sich auf 3,2 Millionen Euro, davon 1,1 Millionen Euro für Schulen und 2,1 Millionen Euro für Kultur. Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden vom Landkreis in Schule und Kultur rund 25 Millionen Euro investiert. Auch im Rahmenplan für Hochbauprojekte stellen Bildungseinrichtungen den Schwerpunkt dar. Rund 30 bis 40 Millionen Euro werden in die größte Baumaßnahme Berufsschule fließen.