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Lärm-Messung im Windpark Hain-Ost - sind die Windräder zu laut?

Ende September fanden die lautstark geforderten Lärm-Messungen im Windpark Hain-Ost statt. Ehe die eigentlich im November erwarteten Ergebnisse vorliegen, müssen sich die Anwohner allerdings noch etwas gedulden.
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Das Kronacher Landratsamt hofft, dass die vollständigen Ergebnisse der Lärmmessung im Laufe des Januars vorliegen. Foto: Dominic Buckreus/Archiv, Grafik: FT
Das Kronacher Landratsamt hofft, dass die vollständigen Ergebnisse der Lärmmessung im Laufe des Januars vorliegen. Foto: Dominic Buckreus/Archiv, Grafik: FT

Nach fast einem Jahr war es so weit: Ende September fanden endlich Messungen statt, um zu ergründen, ob die Windräder im Windpark Hain-Ost zu laut sind oder nicht. Die Ergebnisse sollten im Laufe des Novembers vorliegen - daraus wird allerdings nichts.

Dem Kronacher Landratsamt liege bisher lediglich ein Teil der Ergebnisse vor, teilte Pressesprecher Bernd Graf mit. Erst wenn das Amt über sämtliche Ergebnisse verfüge, könne es "als staatliche Genehmigungsbehörde eine Gesamtbewertung hinsichtlich der Rechtmäßigkeit des Anlagenbetriebs vornehmen und dann die Öffentlichkeit darüber informieren".

Das Landratsamt strebe an, dass diese Bewertung im Januar 2019 erfolgt. Unmittelbar danach plane Landrat Klaus Löffler (CSU) eine Informationsveranstaltung. Auf dieser sollen Bürger, die im Umfeld des Windparks wohnen, die Möglichkeit haben, Fragen an die Fachtechniker zu stellen.

Lange Wartezeit

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Vorangegangen war den Messungen eine fast einjährige Hängepartie. Im Frühjahr 2017 reagierte das Landratsamt auf ebenso lautstarke wie hartnäckige Beschwerden der Anwohner und verlangte vom Betreiber, ein Gutachten durchführen zu lassen. Dieses sollte den Lärm messen, den die fünf Windräder am Rainberg verursachen.

Doch bis es zu den Messungen kam, dürften die Räder des Windparks zahlreiche Kilowattstunden erzeugt haben. Weil die Wetterbedingungen nicht passten, schob sich der Termin immer weiter nach hinten - was die Stimmung rund um Hain nicht gerade verbesserte. Die nicht zustande kommenden Messungen waren Ende Juni auch Thema einer Gesprächsrunde, die MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) als Landtags-Berichterstatter einer Petition initiiert hatte. Eingereicht wurde diese von Anwohner Helmut Schiffner und richtete sich gegen den Bau der Windräder. So saßen schließlich Vertreter des Landratsamts und des zuständigen Ministeriums zusammen mit Anwohnern an einem Tisch.

Genau begründen, weshalb auch fast 14 Monate nach dem Einreichen der Petition noch kein Lärmgutachten erstellt wurde, konnten die Behördenvertreter allerdings nicht. Weder Baumgärtner noch sein Mitberichterstatter, der Forchheimer Abgeordnete Thorsten Glauber (FW) - inzwischen Umweltminister - wollten glauben, dass es in dieser Zeit nicht die perfekten Bedingungen für Messungen gegeben hätte. Spätestens am 1. Oktober sollten die Messungen für das Gutachten abgeschlossen sein, so die Vorgabe der beiden Abgeordneten. Die tatsächlich eingehalten wurde.

Vor allem die Schallemissionsmessung im Nahbereich der Anlagen, die wichtigste der vorgenommenen Messungen, sei gut verlaufen, sagte Messingenieur Michael Köhl von der Firma Müller-BBM.

Um zu erfassen, ob die Windräder lauter sind als der Betriebsbescheid erlaubt, stellten er und ein Kollege sogenannte schallharte Platten auf. Exakt 280 Meter diagonal von der Spitze des Windrads entfernt. Wegen des umliegenden Waldes, der eine Messung erschwerte, habe aber nur die Anlage 1 vermessen werden können. "Und das auch nur bei Südwestwind", erklärte Köhl. "Denn nur oben bei der Lichtung kann man fast störungsfrei messen."

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