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Kronach
Pantomime

Kusshand und Bonbons: Kronachs Straßenkünstler

Stefan und Michael kommen aus Ungarn und wollen mit Straßenkunst ihr Portemonnaie aufbessern.
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Stefan (mit schwarzem Hut) lockt Sevda Cay und ihren Sohn Eren mit einem Bonbon. Mit Stefan als Pantomime unterwegs ist Michael (hinten).Foto: Corinna Igler
Stefan (mit schwarzem Hut) lockt Sevda Cay und ihren Sohn Eren mit einem Bonbon. Mit Stefan als Pantomime unterwegs ist Michael (hinten).Foto: Corinna Igler
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"Allo, allo, schöne Madame", ruft Stefan über die Straße. Er schickt per Kusshand ein paar Bussis hinüber zum Marienplatz und zeigt der jungen Frau mit Kind mit dem Zeigefinger an, sie soll doch mal zu ihm rüber kommen. Aus Michaels Jackentasche zieht er ein Kaubonbon, reicht ihm dem kleinen Jungen.

Die beiden Kumpels kommen aus Ungarn, erzählt Stefan in gebrochenem Deutsch. Dort hatten sie keinen Schulabschluss, kurze Zeit mal einen Job. Mit den Händen erklärt Stefan, was das war: Fassaden putzen, Straßen säubern - zumindest sehen seine Bewegungen danach aus.

Dann hatten sie gar keine Arbeit mehr. Also haben die beiden Freunde kurzerhand beschlossen, nach Deutschland zu reisen, hier als Pantomime-Künstler Geld zu verdienen. Sie haben sich Klamotten zusammengesucht, ihre Gesichter angemalt - und stehen seit einigen Tagen ab und zu in der Kronacher Innenstadt.


Wenn sie genügend Geld beisammen haben, kaufen sie sich ein Bahnticket in die nächste Stadt. Am Montag lief es allerdings "gar nicht gut", zeigt Stefan in die Kiste, die vor ihm auf dem Gehweg steht. Ein paar Münzen, meist Cent-Stücke, liegen darin.

Er gibt nicht auf und ruft den nächsten Passanten zu - Schülern: "Servus, Bonbon", lockt er sie und deutet zugleich auf die Kiste am Boden.

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