Küps
Gemeinderat

Küps versorgt sich fast selbst mit Energie

Allein die drei Windräder auf Küpser Gebiet produzieren die Hälfte des Energiebedarfs der Gemeinde. Dies ergab das kommunale Energiecoaching.
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Von den fünf Windrädern des Windparks Hain stehen drei auf Gemeindegebiet. Diese erzeugen 15 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr.Archiv
Von den fünf Windrädern des Windparks Hain stehen drei auf Gemeindegebiet. Diese erzeugen 15 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr.Archiv
Der Markt Küps deckt seinen Eigenbedarf an Energie zu 97 Prozent. Somit hat die Gemeinde laut Aussage von Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Oberfranken ihre Hausaufgaben in puncto Energiewende gemacht. Diese Daten wurden im Rahmen des kommunalen Energiecoaching ermittelt und am Dienstagabend in der Marktgemeinderatssitzung bekanntgegeben.

Den Ausführungen des Energieberaters lag der Energiebedarf der Gemeinde zwischen den Jahren 2013 und 2015 bei jährlich rund 30 Millionen Kilowattstunden. Davon liegt der industriell/gewerbliche Anteil bei 55 Prozent. Allein die drei Windräder des Windparks Hain, die auf dem Küpser Gemeindegebiet stehen, produzieren 15 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.


Potenzial bei Photovoltaik

Einen erheblicher Teil der erneuerbaren Energien wird durch Biomasse erzeugt, hinzu kommen Photovoltaikanlagen. In diesem Zusammenhang meinte Ruckdeschel, dass, wenn Hauseigentümer bei ihren dafür geeigneten Dachflächen Photovoltaik anbringen würden, noch viel Energie erzeugt werden könnte. "Da ist noch viel Potenzial!"

An mehr Windkraft glaubt Ruckdeschel dagegen nicht. "Hier ist Bayern beruhigt!". Aber auch rund um das Klärwerk, das jährlich 800 000 Kilowattstunden Strom verbraucht, sah er weitere Möglichkeiten zur Stromerzeugung mittels Photovoltaik. In diesem Zusammenhang lobte er die Küpser, denn im Klärwerk sorgt bereits seit Jahren ein Blockheizwerk dafür, dass Klärgas in Strom und Wärme umgewandelt wird.

Handlungsbedarf sah Ruckdeschel bei der Wärmeversorgung. "Wie schaffen wir eine Wärmewende im erneuerbaren Sinn?" Dieser Bereich sollte nicht unterschätzt werden. Zielführend könnten hier beispielsweise Dämmungen an Wohnhäusern sein. Diese Daten wurden im Rahmen des "kommunalen Energiecoaching" ermittelt. Das Förderprojekt richtet sich an Kommunen. Es soll Möglichkeiten aufzeigen, wie Gemeinden sich aktiv an der Energiewende beteiligen können. Er ist überzeugt: "Die Selbstversorgung wird ein großer Treiber sein für die Weiterentwicklung der Energiewende!".

F ür den Markt Küps wurden nun die Basisdaten ermittelt. Jetzt geht es um Sanierungsempfehlungen für kommunale Liegenschaften, um Optimierung beim Energieverbrauch, um Energieeinsparmaßnahmen und Effizienzsteigerung. Die Kommunen, so Ruckdeschel, sollen auch die Bürger mit ins Boot holen. Diese sollen sensibilisiert werden, an ihren Gebäuden einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Vorteil für Küps und für das kommunale Energiecoaching ist es, dass die Leistungen des Energiecoachs innerhalb des Projektes zu 100 Prozent vom Freistaat Bayern getragen werden.

Ein weiterer Punkt war die Vorstellung der Eckdaten der ersten Haushaltsberatung. Geplant ist, den Haushalt 2018 in der Julisitzung zu verabschieden. "Es ist ein typischer Haushaltsplan", so Dieter Lau (SPD). Den Markt Küps erwarten große Investitionen, die den Markt in den nächsten Jahren beschäftigen werden. 90 Prozent an Förderungen seien wunderbar, aber der Markt sollte sich nicht dazu verleiten lassen, Maßnahmen in Angriff zu nehmen, die bei einer geringeren Förderquote nicht getätigt würden. Die Ressourcen lassen es nicht zu, dass alle Maßnahmen zügig durchgezogen werden können.


"Bauunterhalt nicht vernachlässigen"

Lau sprach die steigenden Kosten in der Baubranche an. Er appellierte an die Gemeinde, Straßen- und Brückenunterhaltsmaßnahmen nicht zu vernachlässigen. "Es kann ein schlimmes Erwachen geben, wenn wir diese Dinge nicht bearbeiten!". Weiterhin sprach er die Problematik mit den Verkehrsverhältnissen und der Durchfahrt von Küps an. Der Bund habe sich aus seiner Verantwortung gezogen.

"Es werden ausgesprochen schwierige Jahre" meinte Ralf Pohl (SPD). Der Markt habe eine hohe Pro-Kopf-Verschuldung. Er fragte, ob denn die Haushaltskonsolidierung fortgeschrieben wird und ob es ein Ansatz für die Dorferneuerung in Oberlangenstadt in den Eckdaten mit kalkuliert sei. Bei der Dorferneuerung gebe es noch keine Zahlen, antwortete Kämmerer, Reinhard Zapf. Lediglich die Planungskosten werden mit berücksichtigt.

Zuvor fragte Georg Pomajba warum man denn nicht die Flohmarktstände in der Lessingstraße verlagere. "Wir werden hier immer mit Kompromissen leben müssen, entgegnete Bernd Rebhan. In diesem Zusammenhang sprach von einer konkurrierenden Nutzung des Areals, zumal sich Rewe und das Seniorenwohnheim in der Nähe befinden. Der Flohmarktbetreiber habe eine Genehmigung des Eigentümers. Er bezahle für diese Fläche.

Wolfgang Neumann (SPD) sprach die parkenden Autos auf den Gehsteig im Bereich des Seniorenwohnheims an. Dadurch werde ein Gefahrenbereich verursacht. "Man sollte hier die Polizei einschalten!" Der Bürgermeister betonte: "Es wird alles getan, um in diesem Bereich für eine geordnete Verkehrssituation zu sorgen!"


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