Küps
Gemeinderat

Küps steht vor zwei Großprojekten

12,8 Millionen Euro soll der Ersatzneubau für die Grundschule mit Turnhalle kosten. Hinzu kommt der Bau eines neuen Kindergartens mit drei Millionen Euro.
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Die Schule ist das größte Projekt, das die Gemeinde in Angriff nehmen wird. Die Investitionen belaufen sich auf über 12,8 Millionen Euro. mrm
Die Schule ist das größte Projekt, das die Gemeinde in Angriff nehmen wird. Die Investitionen belaufen sich auf über 12,8 Millionen Euro. mrm

Die Gemeinde Küps will noch in diesem Jahr mit dem Ersatzneubau der Grundschule mit Turnhalle und dem Neubau eines Kindergartens in Küps zwei Großprojekte in Angriff nehmen. Am Dienstagabend gab es in der Gemeinderatssitzung für die beiden Maßnahmen einen Sachstandsbericht.

Viele Anlieger der Grund- und Mittelschule Küps waren anwesend, um den Ausführungen des Architekten Kersten Schöttner bezüglich der Schule zu folgen. Danach hatten sie noch Gelegenheit, offene Fragen an ihn beziehungsweise an den Projektleiter Markus Kraus zu stellen.

Abbruch startet im Januar

Laut Schöttner soll die Entwurfsplanung für dieses Projekt Ende Oktober fertiggestellt sein. Im Januar 2020 soll der Abbruch des Bestandsgebäudes vorgenommen werden. Danach will man mit dem Bau beginnen. Insgesamt handelt es sich um drei Bauabschnitte, nämlich um den Neubau der Grundschule mit Turn- und Mehrzweckhalle, um die Teilnutzungsänderung der Mittelschule mit Verbesserung des Brandschutzes und um den Anbau eines Geräteabstellraumes mit Überdachung der Biomasse-Heizzentrale. Schöttner geht davon aus, dass der erste Bauabschnitt zwei Jahre in Anspruch nehmen wird.

Der Architekt ging auch näher auf die Pläne ein. Demnach wird es unter anderem für den gesamten Schulkomplex einen Zentraleingang geben. Die Sport- und Mehrzweckhalle sowie Grundschule werden mit der Mittelschule verbunden. Die Schulküche soll in der Mittelschule untergebracht werden. Zudem soll auch ein Aufzug angebracht werden. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf rund 12 865 958 Euro.

Aufgrund der Kostensumme fragte Kerstin Schmidt-Müller (SPD), ob es denn nicht möglich sei, bei den "zwei Riesenprojekten" Schule und Kindergarten Synergien, beispielsweise was die Nutzung von Räumen bei der Mittagsbetreuung betrifft, zu schaffen, um somit Kosten einzusparen. "Ich sehe keine Möglichkeiten, auf Räume zu verzichten!", entgegnete Bürgermeister Bernd Rebhan (CSU). Er erklärte, dass es im Vorfeld der Planungen auch darum ging, nach Möglichkeit einen Unterricht im Schulcontainer zu vermeiden. Nachdem die vormals vermieteten Gewerberäume über den Jugendtreff Kiwi leer stehen, konnte nun von der Schulleitung ein Nutzungskonzept erstellt werden.

Rebhan betonte, dass es ihm ein großes Anliegen sei, bei dem Schulprojekt möglichst viel Transparenz zu schaffen. Er wies darauf hin, dass der Bau der Schule für die nächsten 40 Jahre nachhaltig sein soll. Die große Frage wird die Entscheidung über die Höhe von Zuschüssen sein.

Hortplätze sind gefragt

Bezüglich des Baus des Kindergartens in Küps sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, eine Finanzierungslücke in Höhe von 381 000 Euro zu übernehmen. Wie bereits berichtet, ist in der Marktgemeinde eine große Nachfrage nach Kinderhortplätzen für "U3" zu verzeichnen. Bisher haben die Küpser Eltern ihre Kleinsten in den benachbarten Ortsteilen untergebracht. Die Plätze reichen aber nicht aus. Im Mai wurde die Verwaltung seitens des Gremiums beauftragt, weitere Gespräche mit den Fördergebern, wie der Regierung von Oberfranken und der Landeskirche zu führen, um eine bestmögliche Finanzierung zu erreichen.

Wie Rebhan erklärte, habe die Regierung mitgeteilt, dass eine Sanierung des bestehenden Altkindergartens unwirtschaftlich sei, da die neu zu schaffenden Kindergarten- und Krippenplätze im bestehenden Gebäude nicht untergebracht werden können.

Er berichtete von einer Fahrt nach München zur Landeskirche. Diese konnte bewegt werden, einen Zuschuss in Höhe von 200 000 Euro zu geben. Gleichzeitig habe man über Kostenreduzierungen nachgedacht, denn die Investitionssumme sollte nicht über drei Millionen Euro liegen. Letztendlich kamen Kosten in Höhe von 3 023 000 Euro zustande.

Die Finanzierung gliedert sich wie folgt: Der Freistaat Bayern übernimmt einen Anteil in Höhe von 1 717 000 Euro, die Landeskirche 200 000 Euro, die evangelische Kirchengemeinde Küps 225 000 Euro und der Rest fällt auf die Kommune. Ursprünglich hatte man dafür 581 000 Euro geplant.

Vorab informierte der Bürgermeister über die Beschlüsse aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung. Demnach stimmte das Gremium der Ersatzbeschaffung von Atemschutzgeräten für die Feuerwehr Theisenort zu. Den Zuschlag erhielt die Firma Neovia mit einer Auftragssumme in Höhe von 15 671 Euro.

Weiterhin teilte er mit, dass die Rechtsaufsicht den Haushalt 2019 (wir berichteten) genehmigt hat. Zudem werden künftig die Fahrzeugpauschalen für die Feldgeschworenen nach den geltenden Stundensätzen des Maschinenrings vergütet. Bisher erhielten diese zu ihren Fahrten zu Vermessungsterminen zehn Euro.

Verkehr ist Problem Nummer eins

Über den aktuellen Sachstand des Küpser Entwicklungskonzepts KEK3 gaben Carmen Sommer und Nadja Seebach vom Büro für Städtebauentwicklung und Bauleitplanung Wittmann, Valier und Partner Auskunft. KEK3 beinhaltet das Städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek), die vorbereitenden Untersuchungen (VU) und das Gemeindeentwicklungskonzept (GEK). Es geht dabei um die Weiterentwicklung der Kerngemeinde, der Ortsteile und um Sanierungen von historischen Gebäuden. Bürgermeister Bernd Rebhan bezeichnete KEK3 als einmalig in Oberfranken.

Die Damen sprachen von Expertenrunden, Ortsbegehungen und von einer Haushaltsbefragung, an der 1000 Fragebögen an Bürger verschickt wurden. 222 Antworten kamen zurück. Themen waren beispielsweise die Ortsentwicklung, Natur und Umwelt, Aufenthaltsqualität, Gastronomie, Wohnqualität etc.

Guter Wohnstandort

Als positiv wurden beispielsweise die Einkaufsmöglichkeiten, die medizinische Versorgung, die Ruhe und Nähe zur Natur, Nachbarschaftshilfen und Vereinsleben gewertet. 85 Prozent der Befragten bewerteten Küps als einen guten Wohnstandort. Beklagt wurden fehlende Freizeit- und Gastronomieangebote. Vor allem aber macht den Küpsern die Verkehrssituation zu schaffen.

Zum KEK3 gehört auch ein Flächenmanagement. Wie Carmen Sommer erklärte, sei im Innenbereich der Kerngemeinde durchaus Potenzial vorhanden. So könnten Leerstände wiederbelebt und Baulücken geschlossen werden.

Wie Nadja Seebach erklärte, will man nach den Ferien Abstimmungsrunden mit Bürgern, Experten aus Verwaltung und Tourismus sowie Straßenbaulastträgern führen. Auch soll es Workshops geben. Bürgermeister Rebhan hält vor allem die Lösung des Verkehrssituation für notwendig. "Wenn wir dieses Problem nicht lösen, wird sich auch die Wohnqualität nicht verbessern."

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