Kronach
Interview

Kroniche Fousanaocht ist jetzt ein Verein

Die "Kroniche Fousanaocht" trägt seit kurzem den Zusatz "e.V." Wir haben mit einem Teil des neuen Präsidiums über die Gründe gesprochen und erfahren, dass der Elferrat durchaus weiblicher werden kann.
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Uli Böhm (re.) ist neuer Präsident der Kroniche Fousanaocht, Andreas Bauer (li.) sein Stellvertreter. Foto: Igler
Uli Böhm (re.) ist neuer Präsident der Kroniche Fousanaocht, Andreas Bauer (li.) sein Stellvertreter. Foto: Igler
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Kronach ist um einen Verein reicher. Um einen, den es eigentlich schon seit Jahrzehnten gibt, der bisher aber eben kein Verein war, sondern ein loser Zusammenschluss: Die Kroniche Fousanaocht nennt sich nun Kroniche Fousanaocht 1964 e.V. Wir sprachen mit dem frisch gewählten Präsidium über die Vereinsgründung.

Seit wann trägt die Kroniche Fousanaocht denn nun das "1964 e.V." hinter dem Namen?
Martin Panzer: Seit Donnerstagabend, 20.34 Uhr.

Und warum wurde aus der Fousanaocht, die ja heuer ihre 50. Session begangen hat, plötzlich ein Verein?
Matthias Simon: Den Gedanken gab es schon lange. Es geht dabei um Haftungsfragen und eine Struktur. Die Fousanaocht ist ja aus der Rytterschaft zum goldenen Turm zu Cranaha entstanden. Früher wurde der Sitzungspräsident der Fousanaocht noch vom Großmeister der Rytterschaft ernannt, ebenso wie das jeweilige Prinzenpaar. Doch das war nirgends festgehalten. Die Fousanaocht war also ein loser Zusammenschluss von Leuten, die Gleiches wollten. Man darf den finanziellen Aufwand hinter einer jeden Session auch nicht unterschätzen. Bisher war unklar, wer dafür die Verantwortung trägt, durch einen eingetragenen Verein ist das Haftungsrechtliche klar.
Und in der Vergangenheit hat es schon auch mal Knatsch gegeben, weil für manche eben auch nicht nachvollziehbar war, warum wer welchen Posten hatte, wer sich worum kümmert und warum. Dadurch, dass das Präsidium nun von den Mitgliedern gewählt wird, wird das nachvollziehbarer.
Martin Panzer: Der Wunsch nach einem Verein kam übrigens auch aus den Reihen der Mitglieder.

Seit wann spukte denn der Gedanke von einem Verein bei der Fousanaocht schon?
Matthias Simon: Wir hatten das schon seit ein paar Jahren vor. In der 50. Session war es aber einfach zu viel. Deshalb haben wir beschlossen, die Vereinsgründung sofort danach anzugehen. Nach dem Aschermittwoch haben wir im Präsidium also eine Satzung ausgearbeitet.
Andreas Bauer: Das haben wir gemeinsam mit einem Rechtsanwalt gemacht.

Wie viele Mitglieder gibt es schon?
Matthias Simon: Am Gründungsabend sind 58 beigetreten.

Wer kann denn alles Mitglied werden und wie viel kostet eine Mitgliedschaft?
Uli Böhm: Jeder. Jugendliche, Auszubildende und Studenten zahlen 15 Euro Jahresbeitrag, Erwachsene 25 Euro und juristische Personen, Vereine und Firmen 50 Euro.

Damit sichert sich die Fousanaocht auch finanziell ab, oder?
Matthias Simon: Natürlich. Wir haben über den Tellerrand geschaut und beispielsweise festgestellt, dass unsere Freunde vom VCC Veitshöchheim 600 Mitglieder haben. Wir haben uns bisher hingegen nur über die Eintrittsgelder zu unseren Büttenabenden und die Anzeigen in unserem Programmheft finanziert.

Welche Ziele hat der Verein denn?
Uli Böhm: Das Wichtigste ist, dass die Fousanaocht weiter besteht und zwar so, wie es unser Gründervater Helmut Arbeiter damals schon gesagt hat: Jedem zur Freud', keinem zum Leid. Wir wollen alle das Gleiche machen, nämlich Fousanaocht, und deshalb können wir auch alle an einem Strang ziehen.
Andreas Bauer: Es geht mehr um das so genannte Feintuning. Generell wollen wir die Tradition fortführen, lediglich an manchen Dingen feilen. Durch den Besuch aus Veitshöchheim haben wir heuer ja auch Anregungen bekommen, beispielsweise, dass unser Eröffnungsteil recht lang ist.
Uli Böhm: Wir überlegen beispielsweise auch, ob wir an einem der Büttenabende eine Maskierung zulassen.
Andreas Bauer: Manche sind froh, dass sie sich bei den Büt ten abenden normal kleiden können, andere würden sich gerne maskieren. So hätte man für beides eine Lösung. Es wäre mal ein Versuch, wir könnten schauen, wie das ankommt.
Matthias Simon: Wir müssen natürlich auch versuchen, ein neues Publikum zu generieren, ohne den Charakter unserer Veranstaltungen kaputt zu machen.
Uli Böhm: Im Zuge der Gleichberechtigung schließen wir übrigens auch nicht aus, dass künftig auch weibliche Elferräte bei uns auf der Bühne sitzen.

Weibliche Elferräte - das gab es bei der Fousanaocht ja bisher nicht. Wie kann man als Frau denn Elferrat werden?
Uli Böhm: Wir haben mit Jens Schick ja einen Elferratsvertreter, der neue Elferräte vorschlägt. Das Präsidium entscheidet dann darüber.
Andreas Bauer: Die jeweiligen Prinzen werden selbstverständlich weiterhin in den Elferrat aufgenommen.

Für welchen Zeitraum wird das Präsidium denn immer gewählt?
Martin Panzer: Für zwei Jahre.
Matthias Simon: Wir haben uns schon viele Gedanken gemacht, beispielsweise, ob man den Sitzungspräsidenten überhaupt wählen kann.
Martin Panzer: Ich wollte das aber so, weil man so weiß, ob man als Sitzungspräsident die Mehrheit hinter sich hat oder nicht, beziehungsweise, wann es Zeit ist, aufzuhören.


Das Gespräch führte Corinna Igler.





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