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Kronach
Fasching

Kronachs Narren sausen von Pointe zu Pointe

Beim Büttenabend der Kroniche Fousanaocht bekam das Publikum, was es verdiente: ein paar liebevolle Knuffer und jede Menge Witz, Tanz und Show.
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Der Elferrat war ganz schön rasant unterwegs. Maria Löffler
Der Elferrat war ganz schön rasant unterwegs. Maria Löffler
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"Ich bin Kronacher und dou bin ich daheim." Mit diesen Worten stellte sich die "Wachablösung" der Kroniche Fousanaocht, der neue Elferrats-Präsident Thomas Auer am ersten Büttenabend der Session vor. "Ich bin froh, dass so viel örtliche Politprominenz gekommen ist, um von ausgebildeten Narren zu lernen."

Nur ein Weg führt zur sorgenfreien Hopfenaufnahme

Wie es in Kronach läuft, zeigte schon das Prinzenpaar, seine Tollität, Prinz Marco der I. und ihre Lieblichkeit, Prinzessin Silvia die I. Die nämlich ließen die Korken knallen, brettern Abfahrten hinunter und wedeln mit ihrem Publikum durch die Kroniche Fousanaocht. Kanzler Stefan Wicklein, die sie zu ihren Terminen bringt und die Rückfahrten organisiert, verlas das Regierungsprotokoll. Seine Anordnungen richteten sich speziell an alle Untertanen, Untertaninnen und Untertanessen. So forderte er unter anderem eine "Reaktivierung des Gletscher-Skigebietes Bratnlou und unbemannte und unbefraute Busse zur sorgenfreien Hopfenaufnahme." Für die Studenten soll ein multi-funktionaler und futuristischer Wohnturm auf dem Kaulanger entstehen, 200 Meter hoch und eine architektonische Mischung aus BayWa-Lager, Beierschoder-Turm und Rosenberg-Bergfried. Sein Name: "Tree-Gardener-Tower." Ernährungstechnisch möchte man die Studenten mit Leberkäs-Wopper, Pressackburger, Spünd-Wraps oder Klüeßburger versorgen. Durch die Stadt laufe dann Wolfgang Beiergrößlein als "Pankraz" und Landrat Klaus Löffler als "Lord of Watercastle."

Feierlustige steigen dem Landrat künftig aufs Dach

Die Aftershow-Partys des Schützenfestes würden künftig auf dem neuen Penthouse-Bierzelt auf dem Landratsamt stattfinden, von dem dann eine Erlebnisrutsche direkt ins Bermuda-Dreieck führe. Am Ende appellierte er an alle anwesenden Narren, die Partei der Kroniche Fousanaochter zu wählen: "Kronich wätt nuch vill, vill geiler, wählst du die Feuedunnekeiler" mit ihrem Frauenpolitischen Sprecher Heinz Schmidt.

Das Flößerdorf greift nach der Macht

Vor allem emotional war die Rede des Schirmherren der Kroniche Fousanaocht, Wolfgang Beiergrößlein: "Ich habs leidenschaftlich gern gemacht und mit Stolz und Demut." Eine Warnung konnte er sich allerdings nicht verkneifen: "Das Flößerdorf greift nach der Macht, nehmt euch davor in Acht." Allerdings gönne man ihnen den Trumpf, denn nach dem Aschermittwoch müssten sie eh wieder nach der Kronacher Pfeife tanzen. Beiergrößlein wurde mit dem Förderorden des Fastnachverbandes ausgezeichnet.

Kai Uwe hat die Gardetänzerinnen im Griff

Und während Stofftier "Kai Uwe" die Gardemädels voll im Griff hatte und die TSG-Jugendgarde dem Verbrechen in Kronach den Garaus machte, standen hinter der Bühne schon die drei Männer bereit, die verantwortlich sind für den ersten Teil der Kaiserhöfer Krimireihe: "Die Broudwöscht-Taach-Mafia." Sie, die ihre Verfolgungsrundfahrten im Kreisverkehr drehen, machten sich Gedanken um Kronach, denn zwei rivalisierende Gangs hätten das längst unter sich aufgeteilt: "Die Geldgemeinschaft Kronach und Kronach erlegen." Hoffnung käme da nur von "Angie als Kronacher Freizeit-Statue." Und vielleicht von Jürgen Baumgärtner, der es sogar schaffe, "dass ein Furz nicht stinkt."

Das Krohona-Virus geht rum

Der Botschafter mit diplomatischen Ehren, Georg Löffler, vom "Krohona-Virus" innerhalb von elf Sekunden und ein Leben lang infiziert, vertrete künftig Kronach im Ausland. Er war schon auf Friedensmission in Coburg, war Leihbotschafter, hat Boris Johnson das "Zeuch mit dem Brexit erklärt" und kann vor allem gut mit ihrer Durchlaucht Baron Klaus Graf von Steinbach und Freiherr zu Kronach und Mitwitz." Zu schaffen mache ihm aber nicht nur ein Bulle mit Suizidabsichten.

Unter den Federn splitternackt

Gerupfte Hühner oder doch Schwanensee? Die Tanzsportgruppe Edelweiß ließ zwar Federn, überstand ihre Aufführung aber, ohne am Ende splitternackt dazustehen. Abgelöst wurden sie von einem funkensprühenden Mariechen, zu gut für die Garde, aber fit in politisch korrekten Formulierungen. Anna Jakob erklärte den "Schaumzucker mit einer Waffel und Schokoglasur, den geschmückten Waldbewuchs mit christlichem Hintergrund und die Fahrer des öffentlichen Nahverkehrs ohne monetäre Mittel.

Auf zur Jungfernwallfahrt

Cheerleaders oder doch die Tanzgruppe des ATSV? Das war egal, denn sie brachten so oder so Schwung auf die Bühne. Und die bebte fast immer noch, als die Damen des Elferrates ihre "Jungfernwallfahrt Teil II" starteten. Nach dem Dunkel und der Kälte hätten sie nämlich endlich ihre Männer gefunden, ihre "größte Zier." Allerdings folgte nach heißen Nächten und zugeschraubten Zahnpastatuben die Einkehr des Alltags mit offenen Klodeckeln und vielen Rülpsern. Da wandten sie sich an Gott den Herrn: "Du gabst uns unsere Kindheit und Jugend und nahmst sie uns wieder. Herr, du gabst uns unsere Männer... Nur für dich zur Erinnerung."

Verloren in der Welt der neuen Medien

"Männer" war irgendwie auch das Stichwort von Carolin Wicklein, die "mit dem größten Stoffel aller Zeiten verheiratet sei. Und vielleicht auch mit dem größten Schaf. "Neulich sochte: Schatz, ich hou heut die erste Online-Bestellung meines Lebens gemacht. Ich hou na zur Antwort gem: 'Des wo ka Online-Bestellung. Du host mich a WhatsApp-Nochricht gschickt, ich soll auf'n Haamwech eikaaf." Am Ende überlegte sie, sich einen Mann anzuschaffen, der im Haushalt helfe, sie zum lachen bringe, auf den sie sich verlassen könne, der gut im Bett sei. "Aber es ist wichtig, dass diese vier sich niemals kennenlernen."

Ganz-Körper-Flower-Power des Elferrates entführte im Anschluss in die 70er Jahre und dann musste die TSG-Showtanzgruppe auch noch "das kleine gallische Dorf Kronach gegen die Römer verteidigen."

"Eieieiei - in Kronich geht's zu!"

Sie betraten in die Lähwaafn-Arena und danach war nichts mehr wie vorher. Die "4 Kroniche Lähwaafn" alias Thomas Baumann, Günther Kestel, Stefan Wicklein und Stefan Ender zogen musikalische Bilanz: "Eieieiei - in Kronich geht's zu!" Sie, die bei ihren Frauen nur noch Bremswünsche, Überholvorschläge und Schaltempfehlungen anbringen würden, wussten auch, warum Frauen keinen Männerschnupfen bekämen: "Den überlem sa nije." Und sie machten sich Sorgen um den, der "Wolle" Wolfgang Beiergrößlein mal beerben werde. Wolle, dessen Lieblingssatz: "Dou homme widde wos gekönnt" durch den ganzen Landkreis schalle. In Kronach hätten ja gerade mal zwei Ladies und ein linker Pirat ihren Hut in den Ring geworfen. "Des is nije wie in Roudich. Dou hotts ja zweiweis merre Bürgermeisterkandidaten geben wie Einwohner und alla won sa ve de SPD."

Der mit dem Nölla tanzt

Der mit dem Nölla tanzt Baumann, der Mist-Impossible, der wohl noch immer mit seinem Torpedo-Dreigang den Braatenlohe Berg naufradelt, hat in diesem Jahr aus seinen bunten Ideen Konfetti gemacht. "Jetzt bin ich halt der Konfetti-Narr, denn Fousanaocht ist: Bonbons to go, Luftschlangen to fly und Konfetti to wöf." Kurzzeitig sei ihm die Idee in den Kopf geschossen, als "Nölla mit Mikroskophintergrund", also quais als "Nülli" aufzutreten, aber die Idee habe der erste Ventilkäppla suchende Influencer dann schnell wieder aufgegeben. Für nächstes Jahr kündigte er vorsichtshalber schon mal an: "Da werde ich auch keine Büttenrede halten, sondern eine Outdoorshow" bei der er mit Uli Böhm auf dem Gepäckträger den Bratenloher Berg hinaufradle. "Radio Eins moderiert live."

Die große Büttenabendshow der Kroniche Fousanaocht endete mit den Rock'n Rollern des ATSV, die Elvis wieder zum Leben erweckten und mit dem großen Finale auf der Bühne. Weitere Aufführungen sind am 14. und am 15. Februar, für die es noch Restkarten bei Optik Stöckert gibt. Am 21. Februar findet der Kronacher Kinderbüttenabend im Schützenhaus statt.

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