Kronach
Geschichte

Kronachs Keller: So sehen die Gewölbe unter der Oberen Stadt aus

An die 100 Keller gibt es in Kronachs Altstadt - die oftmals sogar älter sind als die denkmalgeschützten Gebäude darüber. Zu entdecken gibt es dort daher einiges. Ein Besuch.
Artikel drucken Artikel einbetten
Eine Sandsteintreppe führt in der "Strau" hinab in nur eines von vielen Gewölben von Kronachs "Unterwelt". Foto: Marian Hamacher
Eine Sandsteintreppe führt in der "Strau" hinab in nur eines von vielen Gewölben von Kronachs "Unterwelt". Foto: Marian Hamacher
+11 Bilder

Der linke Flügel der Holztür ist nur noch wenige Zentimeter geöffnet. Muss er auch. Die Autos sollen schließlich weiterhin ungehindert über das Kopfsteinpflaster der "Strau" hinauf zur Oberen Stadt holpern können. Der Sonne reicht der schmale Spalt allerdings, um die Kanten der steinernen Treppenstufen in ein sanftes Licht zu tauchen.

Hinter der nächsten Kurve haben aber auch die tapfersten Sonnenstrahlen keine Chance mehr. Die Dunkelheit hat gewonnen - gäbe es nicht die Taschenlampe von Stefan Wicklein. "Vorsicht mit dem Kopf", warnt der Kronacher Hauptamtsleiter, als er den Lichtkegel auf einen mit orange-roten Backsteinen befestigten Durchgang richtet.

Schon seit Jahrzehnten beschäftigt sich Wicklein in seiner Freizeit mit der unteren Seite von Kronachs Oberer Stadt. Einer Seite, die um einiges größer ist, als der für Touristen jederzeit sichtbare Teil. An die 100 Keller gibt es unter dem Bergsporn zwischen den Flüssen Haßlach und Kronach, erklärt er. Das sind mehr Keller, als es Häuser in der Oberen Stadt gibt. Denn manche Gebäude haben sogar gleich drei. "Das liegt vermutlich daran, dass an diesen Stellen einmal drei Häuser standen", weiß Wicklein. Zu finden ist in den Gewölben größtenteils das, was der Lichtkegel seiner Taschenlampe auch hinter dem Backstein-Durchgang ausleuchtet: zwei parallele Reihen aus Sandstein. "Auf denen konnte man die Holzfässer rollen", erzählt der 44-Jährige. "Und durch die höhere Lage waren sie vor Feuchtigkeit geschützt."

Meist dienten die Keller nämlich als eine Art Kühlschrank. Egal, welche Jahreszeit an der Oberfläche gerade herrscht, die Sandsteinfelsen garantieren eine konstante Temperatur von etwa acht Grad. Mittlerweile stehen die Keller zwar größtenteils leer, einige Gaststätten wie das "s'Antla" lagern dort aber inzwischen wieder ihre Bierfässer.

Spuren der Geschichte

Wann die Sandsteinkeller entstanden, sei noch immer unklar, sagt Wicklein. "Weil sich die grundsätzlichen Baustrukturen in der Oberen Stadt auch in den Kellern widerspiegeln, geht man aber davon aus, dass sie in der Zeit zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert geschaffen wurden", erklärt er.

Zu entdecken gibt es "Unter Tage" daher zahlreiche Spuren der Geschichte - wie unterirdische Brunnen oder Inschriften ehemaliger Eigentümer. Und ganz nebenbei, wie es sich anhört, wenn über einem Autos über Kronachs Kopfsteinpflaster holpern.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren