Kronach
Ausstellung

Kronachs Finanzamt im Rausch der Farben

Seit Mittwoch sind im Servicezentrum des Kronacher Finanzamtes Acryl-Malereien von Christine G. Hirt zu sehen.
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Die Künstlerin Christine G. Hirt vor ihren abstrahierenden Arbeiten zu"Kronach leuchtet".Heike Schülein
Die Künstlerin Christine G. Hirt vor ihren abstrahierenden Arbeiten zu"Kronach leuchtet".Heike Schülein
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Ein Rausch der Farben, changierend zwischen Gegenständlichem und Abstraktion - das ist der erste Eindruck, wenn man die Ausstellung "Farbenfroh" von Christine G. Hirt im Kronacher Finanzamt betritt. Mal sind es Bilder in warmen Orange- und Rottönen, dann wieder in Blau- und Grünvariationen, mit denen die vielseitige Malerin ihr Publikum in ein Wechselbad der Farben, Gefühle und Wahrnehmungen schickt.

Bereits zur Ausstellungseröffnung am Mittwochabend konnte Amtsleiter Günter Wolkersdorfer eine überwältigende Anzahl kunstinteressierter Besucher - darunter viele Freunde und Angehörige der Künstlerin - im "schnellsten" Finanzamt Bayerns willkommen heißen. Er sowie Kronachs Dritter Bürgermeister Markus Wich freuten sich, dass mit den Bildern so viel Farbigkeit in das Finanzamt einziehe.


Rückkehr in die Heimat

Wich erachtete den Lebensweg der in Weißenbrunn geborenen, später in Wiesbaden und Frankfurt lebenden und nunmehr wieder nach Kronach zurückgekehrten Malerin geradezu als "Prototyp" eines der Region verbundenden Menschen, der in die Welt hinauszog und dann wieder in die Heimat fand. Sein Dank galt dem unermüdlichen - die Galerie konzeptionell betreuenden - Kulturvermittler Ingo Cesaro, der der Behörde derart bereichernde Kunst- und Kulturlandschaften ermögliche. Cesaro war es ein Anliegen, überwiegend abstrakte Farbkompositionen der Künstlerin zu präsentieren, zumal deren gegenständliche Malerei regelmäßig bei der Kunstmesse "ARTkronach" und beim Mitwitzer Künstler-Markt zu sehen ist.

In seiner Einführung ging er auf die biografischen Aspekte von Christine G. Hirt ein, die sich in den letzten Jahren verstärkt der abstrakten Malerei zugewandt habe. Während sich Künstler in den 1970 er-Jahren noch für eine Stilrichtung hätten entscheiden müssen - gegenständlich oder abstrakt - habe sie beides gewählt. "Sie hat ihre eigene Ausdrucksweise in Form und Farbe gefunden", würdigte er. Abstrakte Kunstwerke hätten keine Wahrheit, seien weder positiv noch negativ zu bewerten. Künstler gäben damit ihre innersten Empfindungen dem Betrachterpreis. Den Besuchern riet er, vor den Bildern zu verweilen und Elemente,Farben und Kompositionen auf sich wirken zu lassen. Dann könne man die in ihnen steckende Aussagekraft wahrnehmen.


Von Natur inspiriert

Die Künstlerin bevorzugt Acryl-Malerei. Gerne arbeitet sie figürlich und großformatig. "Sie zeichnet selten, weil ihr das Arbeiten mit Farbe viel mehr Spaß macht", so Cesaro weiter. Ihre Themen beziehungsweise Inspirationen findet sie im Bereich des Alltäglichen, oft in der Natur. Für Christine G. Hirt, die bereits in Wiesbaden, Hochheim, Frankfurt, Johannisberg und Ulm ausstellte, sei die Entstehung eines Bildes jedes Mal ein Abenteuer: aufregend ihre innere Spannung, die Ungewissheit und die Neugier, was daraus werde. Aufgebaut ist die verschiedene Genres - vom Gegenständlichen zum Abstrakten - streifende Ausstellung in verschiedene Bereiche. So finden sich abstrahierende Arbeiten zu "Kronach leuchtet" neben drei gegenständlichen Frauen-Darstellungen. Ein beabsichtigter Bruch führt in die abstrakte Malerei mit - bis auf eine Ausnahme - gegenstandslosen Bildern. Dabei ist es gerade diese ebenso anregende wie erfrischende Mischung, die Einheit des Vielfältigen, die zu einer großen Gesamtwirkung verschmilzt.

Die besondere Wirkung ihrer Werke liegt auch darin, dass viele von ihnen den Bezug zum Gegenstand und zur Figuration nicht verlieren.Vielmehr sind sie Wahrnehmungen sowohl unserer Außen- als auch Innenwelt, bei denen man ganz bei sich sein kann.Ganz deutlich zeigt sich dabei, dass nur diejenigen, die ihr Handwerk beherrschen und gegenständlich malen können, auch Emotionen visualisieren und den Weg in die Abstraktion gehen können - und dieser Weg ist bei Christine G. Hirt wirklich mehr als bemerkenswert!

Die von der Besucherschar überwältigte Malerin freute sich sehr, in ihrer Heimat so viele ihrer Werke einer breiten Öffentlichkeit vorstellen zukönnen. Die sehr sehenswerte Ausstellung voller fröhlicher Farben und ausdrucksstarker Formen läuft bis zum 17. Juli und kann während der üblichen Öffnungszeiten des Servicecenters betrachtet werden.

Christine G. Hirt: ist Malerin seit 1986 mit den Schwerpunkten Akt-,Portrait-, Tier- und abstrakte Malerei. Sie nahm unter anderem Unterricht bei Jacqueline Weigand, Hajo Sternhardt und Ingeborg Finke in Wiesbaden.


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