Kronach
Verkaufsoffene Sonntage

Kronacher Vertreter des Handelsverbands fordern Gesetzesreform

Das Ladenschlussgesetz in Bayern sorgt für Diskussionen. Es sei veraltet und nicht mehr zeitgemäß, lautet die Kritik des Handelsverbands.
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Für verkaufsoffene Sonntage gilt in Kronach seit Kurzem ein verkleinerter Geltungsbereich. Foto: Archiv
Für verkaufsoffene Sonntage gilt in Kronach seit Kurzem ein verkleinerter Geltungsbereich. Foto: Archiv

Erst vor Kurzem hat die Stadt Kronach den räumlichen Geltungsbereich für ihre verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage verkleinert (wir berichteten). Beim Frühlingsmarkt Ende März blieben damit erstmals die Geschäfte in der Kronacher Peripherie geschlossen.

Johannes Fehn, Kreisvorsitzender des Handelsverbands Bayern, und Eric Bienlein-Karst, Mitglied des Bezirksvorstands, nahmen dies zum Anlass, um sich in einem Gespräch mit dem Fränkischen Tag erneut kritisch über die Neuregelung zu äußern, von der unter anderem auch der Hagebaumarkt von Bienlein-Karst betroffen ist. Hauptkritikpunkt der beiden sowie des gesamten bayerischen Handelsverbands ist dabei das Ladenschlussgesetz.

Bei diesem handelt es sich in Bayern noch um das Bundesladenschlussgesetz aus dem Jahr 1956. Die anderen Bundesländer hätten das Gesetz, nachdem das Thema Ladenschluss 2006 in ihre Verantwortlichkeit fiel, längst überarbeitet, berichten Fehn und Bienlein-Karst. Nur der Freistaat nicht. "Das Gesetz ist veraltet und nicht mehr zeitgemäß." Die Landespolitik sei gefragt.

Tatsächlich hatte erst Ende März der bayerische Wirtschaftsminister, Hubert Aiwanger (FW), eine neue Debatte über die Ladenöffnungszeiten beziehungsweise die verkaufsoffenen Sonntage ausgelöst. Sein Vorschlag: Drei bis vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr sollten auch ohne konkreten Anlass stattfinden dürfen. Arbeitsministerin Kerstin Schreyer (CSU) sprach sich gegen diesen Vorstoß aus.

Attraktivität der Stadt

"Unser Hauptziel ist es, Kronach attraktiv zu gestalten und die Arbeitsplätze vor Ort zu erhalten", sagt Fehn. Verkaufsoffene Sonntage zögen vor allem Kunden aus dem Umkreis an, also zum Beispiel aus Coburg, Kulmbach oder Lichtenfels. Somit seien sie in erster Linie Werbung für den Standort Kronach und steigerten dessen Attraktivität. Der Umsatz spiele an diesen Tagen nur eine untergeordnete Rolle. Durch die Verkleinerung des Geltungsbereichs seien nun zudem jene Geschäfte außen vor, die die verkaufsoffenen Sonntage im Vorfeld großflächig beworben hätten.

Mitarbeiter für die sonntäglichen Schichten zu finden, sei kein Problem gewesen, sagt Bienlein-Karst. Gesetzlich zulässig ist an diesen Tagen eine Höchstarbeitszeit von fünf zusammenhängenden Stunden. Im Gegenzug erhalten die Mitarbeiter entweder das doppelte Gehalt oder zehn freie Stunden. Die meisten hätten sich für den Zeitausgleich entscheiden, berichtet Bienlein-Karst.

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Insgesamt ist der Einzelhandel einem starken Konkurrenzdruck ausgesetzt. "Unsere Wettbewerber sind das Internet und andere Städte", sagt Fehn. Wenn man die verkaufsoffenen Sonntage einschränkt, wäre es dem Kreisvorsitzenden zufolge nur konsequent, auch das Internet sonntags abzuschalten. 40 Prozent des Online-Handels würden an diesem Wochentag getätigt. Ginge es nach Fehn und Bienlein-Karst, sollte es bei vier verkaufsoffenen Sonntagen pro Jahr bleiben - allerdings ohne räumliche Beschränkung auf den Veranstaltungsbereich.

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