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Kronach
Businessmenü

Kronacher Schüler kochen für ihre Lehrer

Die Klasse NHO 10 der Lorenz-Kaim-Schule Kronach kochte nach dem ersten Lehrjahr für die Lehrkräfte. Die waren überaus zufrieden. In der Gastronomie stehen 111 Berufe zur Wahl.
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Klassenlehrerin Ursula Spieß genießt es, von ihren Schülern einmal bewirtet zu werden. Für das Business-Menü hat sie nur positive Bewertungen. Fotos: Sonja Adam
Klassenlehrerin Ursula Spieß genießt es, von ihren Schülern einmal bewirtet zu werden. Für das Business-Menü hat sie nur positive Bewertungen. Fotos: Sonja Adam
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Wenn Gäste eingeladen werden, geht immer etwas schief. Das ist im privaten Bereich nicht anders als bei den Profis. Und jetzt passierte ein kleines Malheur auch der Gastronomieklasse NHO 10 - ausgerechnet bei der Einladung ihrer Lehrherren und hoher Gäste: Denn auch Bob Neudeck vom Hotel- und Gaststättenverband Kronach und Rainer Kissing von der IHK Coburg sind gekommen.

"Wir haben Croissants gemacht mit warmer Marmelade als Fingerfood", erklärt Trin Tuan Tanh (21) und zeigt auf dünne, kleine Croissants-Zwerge, die zugegebenermaßen ein bisschen verkümmert aussehen und nach dem Auftakt noch in der Küche liegen. "Die sind nicht so richtig aufgegangen. Aber wir haben noch andere gemacht. Das passte schon", erzählt er und lacht.
Und auch die kleinen Dinger schmeckten einfach wunderbar.

Flexibilität ist alles

"Ich wollte eigentlich heute Manager sein", erzählt Trinh Tuan Anh. Doch dann kam alles anders und er half, wo Not am Mann war - in der Küche und im Service. "Heute habe ich beim Fingerfood mitgeholfen, aber ich habe auch Spießchen gemacht und Gemüse geschnitten und so", erzählt Trinh Tuan Anh und hat schon seine Lektion gelernt: Flexibilität ist alles in seinem zukünftigen Beruf. Trin Tuan Anh lernt in Coburg Hotelfachkraft. "Ich gehe gerne auf Leute zu und ich helfe Leuten gerne", sagt Trinh Tuan Anh und ist überzeugt, dass er den richtigen Beruf gewählt hat. Natürlich ist man als junger Mensch nicht immer begeistert, wenn die anderen um die Häuser ziehen und man selbst Dienst hat. "Aber im Lauf der Zeit findet man sich damit ab. Das ist okay", sagt Trinh Tuan Anh.

Auch Tobias Zeh (17) ist überzeugt, dass er in der Gastronomie goldrichtig ist. Während Tobias Zeh Champignons und eingelegten Bambus sowie Putenfleisch auf Holzspieße steckt erzählt er, dass er in Bad Rodach tätig ist. "Ich habe den Beruf gewählt, weil ich gerne mit Menschen zu tun habe. Ich brauche den Umgang mit Menschen", erzählt Zeh.

Unter der Regie von Manfred Herzog sind die Azubis und Schüler der Lorenz-Kaim-Schule mit Feuereifer zugange. Alle haben ihre Aufgaben, und jeder hilft jedem, damit das Businessmenü für die Gäste auch wirklich ein Volltreffer wird.

Der krönende Abschluss

"Ein Business-Menü muss leicht und vital sein, man darf sich hinterher nicht so voll fühlen. Man muss noch arbeiten können", erklärt Olga Zweizich (19), die im Apart-Hotel Frankenwald in Steinwiesen lernt. Aus diesem Grund haben die Schüler erst einmal mit Muffins, Mini-Croissants, mit Bruschetta, Crostinis und Serranoschinken und Wachtelei den Auftakt gemacht.

Das Menü bestand dann aus Gemüsesticks mit Dip, einem kleinen Gurkensüppchen im Glas und Chesterbrot. Dann gab es Wraps mit verschiedenen Füllungen, Garnelen-Risotto und Thai-Spieße. Und für den süßen Zahn tischten sie ihren Ehrengästen als krönenden Schluss schließlich Beerensalat, Sorbet und Pfirsich-Mascarponecreme auf. Die meisten Schüler werkelten in der Küche, einige sorgten auch für perfekten Service.

"Es ist wichtig, bei einem Business-Menü Früchte und Gemüse zu verwenden, weniger Fleisch", erklärt Zweizich. Und Küchenmeister Manfred Herzog konnte den Schülern nur beipflichten. "Der Trend geht mittags hin zu leichteren Gerichten - es wird mehr Fisch und Geflügel gegessen, nicht mehr so deftig", sagt Herzog.

Andere Aufgabengebiete

Die meisten der Schüler werden später einmal Hotelfachleute werden. Und trotzdem probieren sie sich auch in der Küche aus. "Im ersten Lehrjahr lernen die Hotel- und Restaurantfachleute fast das gleiche wie die Köche. Es ist wichtig, auch einmal in andere Aufgabengebiete zu schauen", erklärt Herzog den Hintergrund der praktischen Übung. Denn später sollte ein Koch auch eine Weinempfehlung oder eine Menüberatung machen können und Restaurantfachleute oder Hotelfachleute sollten auch ein Menü zusammenstellen können.

111 Berufe stehen zur Wahl

Das Testurteil der Lehrherren fiel jedenfalls nach ausgiebigem Testessen durchwegs positiv aus. Und Bob Neubeck schwärmte von immensen Möglichkeiten, die man in der Gastronomie hat. 111 Berufe stehen zur Wahl, denn nicht nur die klassischen Gasthäuser und Hotels sind Betätigungsfelder, sondern auch die Systemgastronomie und industrielle Betriebe. In punkto Ausbildungssituation ist der Markt in der Gastronomie immer in Bewegung. "In meinem Betrieb in Steinwiesen wollten wir eigentlich zwei Hotelfachleute, einen Koch und eine Restaurantfachkraft, aber jetzt haben wir fünf Hotelfachleute und einen Kochlehrling", erklärt Neubeck.

Eine echte Chance liege auch im Ausland. Im August werden junge Spanier, die in ihrem Heimatland keine Anstellung finden, im Landkreis Kronach lernen, freut sich Neubeck über eine Internationalisierung.

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