Kronach
Interview

Kronacher Rosenmesse 2018: "Ich spüre eine unglaubliche Akzeptanz"

Veranstalterin Stefanie Kober erklärt im Gespräch, warum die Rosenmesse erwachsen geworden ist und was heuer neu ist.
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Veranstalterin Stefanie Kober freut sich auf die Rosenmesse. Foto: Franziska Rieger
Veranstalterin Stefanie Kober freut sich auf die Rosenmesse. Foto: Franziska Rieger

Am Wochenende (8. und 9. September) findet in Kronach wieder eine der schönsten Rosenmessen Oberfrankens statt. Im Interview spricht Veranstalterin Stefanie Kober über Herausforderungen, Reifungsprozesse und das wunderbare Flair der Rosenmesse.

"Die Rosenmesse ist erwachsen geworden." Das haben Sie im vergangenen Jahr nach der Messe gesagt. Was hat sich in den letzten zwölf Jahren verändert?

Stefanie Kober: Was ich immer mehr spüre, ist eine unglaubliche Akzeptanz, sowohl bei den Besuchern als auch bei den Ausstellern. Und auch bei der Stadt Kronach und ihren Bewohnern. Ich meine Akzeptanz nicht nur im Sinne von "Naja, das geht schon", sondern eine wirklich begeisterte Akzeptanz, ein Angenommen- und Angekommensein. Das ist bei der Vielzahl der Veranstaltungen, die es mittlerweile gibt, besonders hervorzuheben. Die Aussteller werden von vielen Veranstaltern umworben. Und immer wieder die besten von weit her in so ein wunderbares Städtchen wie Kronach zusammen zu holen, ist schon etwas Besonderes. Fürstenfeldbruck oder München ist sind für die Aussteller natürlich einfacher.

Was beeindruckt die Aussteller so sehr, dass sie jedes Jahr wieder kommen?

Die Qualität der Veranstaltung. Und das besondere Flair, das wir in unserer Veranstaltungsweise pflegen. Nämlich: das Flair des liebevollen Miteinanders - sowohl in unserem Team als auch mit unseren Ausstellern und Gästen. Das führt zu einer unheimlich schönen Stimmung.

Nur von einer schönen Stimmung können die Aussteller natürlich nicht leben. Sie wollen auch Geld verdienen.

Natürlich ist es so, dass Aussteller auch etwas verdienen wollen, sonst würden sie gar nicht kommen. Wir sind zwar nicht der umsatzstärkste Markt für diese Aussteller. Aber es wird immer wieder gesagt: Wir wollen wieder nach Kronach kommen, weil es da so schön ist.

An was liegt es denn, dass die Besucher nicht so viel kaufen?

Es gibt immer Leute, die nur schauen wollen. Und natürlich muss man erst zwei-drei Mal gucken, was man überhaupt einkaufen kann, damit man auch den Geldbeutel mitbringt, der entsprechend bestückt ist.

Und wenn man dann etwas Tolles gekauft hat, musste man es bislang die Festung runter schleppen.

Dafür haben wir in diesem Jahr einen tollen Service eingerichtet: Wir haben uns ein Golfcart zugelegt. Damit werden wir die eingekauften Pflanzen und Gegenstände den Gästen bis hinunter zum Schützenhausparkplatz transportieren. Das kostet zwei Euro, ist also fast kostenlos. Am Schützenhausparkplatz gibt es ein Außendepot, in dem die Einkäufe abgestellt und später abgeholt werden können.

Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.

Mit dem Wetter ist es immer kritisch. Ich bin in diesem Jahr aber sehr entspannt, die Wetterprognose ist gut. Außerdem haben wir sehr viele Vorverkaufskarten verkauft.

Wie viele?

Ungefähr 2000. Deshalb rechne ich damit, dass ausreichend Menschen die Festung besuchen werden, um den Ausstellern zu einem guten Umsatz zu verhelfen.

Was bekommen Sie oft von den Besuchern zu hören? Oft bekomme ich die Rückmeldung: Es ist viel zu spät, um Pflanzen zu kaufen. Dem möchte ich vehement widersprechen, weil jetzt die ideale zweite Pflanzzeit im Jahr ist. Gerade wurzelnackte Rosen können bestens im Herbst in den Garten gesetzt werden.

Wäre es eine Überlegung, die Rosenmesse zu einem anderen Zeitpunkt zu veranstalten?

Überlegen kann man das. Aber das jetzt zu verändern, wäre extrem schwierig, weil die Aussteller das ganze Jahr absolut durch getaktet sind. Wir lieben diese Herbstveranstaltung. Die Rosenmesse auf der Festung ist einfach schon immer eine Herbstveranstaltung und ist als solche wunderschön.

Was ist für Sie die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung ist das Festungstor. Dieses Tor ist tatsächlich so gebaut, dass man es kaum einnehmen kann. Das heißt, man ist nicht nur wegen der Größe der Fahrzeuge und wegen der Enge limitiert, sondern man kann sich auch per Stimme kaum verständigen. Wir arbeiten im Abbau mit zehn Mann, die nur dafür sorgen, dass die Fahrzeuge reibungslos rauf und runter fahren können.

Zehn Personen unterstützen Sie beim Abbau. Sonst sind Sie auf sich alleine gestellt.

Die größte Aufgabe für mich ist tatsächlich die Organisation. Ich arbeite das ganze Jahr alleine, und habe an dem Rosenmesse-Wochenende circa 35 Mitarbeiter, die für den Service der Leute eingesetzt werden. Das bedeutet für mich, dass ich im Vorfeld an alles denken muss, bis zum letzten Kaffeelöffel (lacht).

Mittlerweile sind sie bestimmt zu einer Rosenexpertin geworden. Haben Sie einen Tipp für uns?

Pflanzen Sie im Herbst wurzelnackte Rosen. Die sind nicht nur günstiger zu haben, sondern wachsen auch besser an. Aber auf der Rosenmesse gibt es dafür jede Menge Experten. Es gibt tolle Beratungen für alle Themen der Rosenpflege. Samstag und Sonntag gibt es jeweils um 16 Uhr einen Vortrag darüber.

Das Gespräch führte Franziska Rieger.

Die Rosen- und Gartenmesse in Kronach am 8. und 9. September

Info Der Eintritt beträgt acht Euro pro Person und Tag (Vorverkauf sechs Euro). Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr.

Musik-Café im Zeughaushof, Sa/So um 11, 13 und 15 Uhr;

Samstag: Gipsy Jazz, Sonntag: "Die Mainriverpirckers" mit Folk & Pop aus den 60/70ern, Bluegrass & Country; Special Irish Music mit "Mac Tire " am Samstag und "Heywood" am Sonntag.

Genussführung "Türmer" Thomas Baier lädt ein zu einer kurzweiligen kulinarisch-historischen Runde um Genuss und Historie um 14 und 16 Uhr im Zeughaushof.

Kinderprogramm Schießen mit Pfeil und Bogen, Klettern, Ponys, Alpacas und Kaninchen in der Rennbahn, Musik und Gesang. Um 14 und 16 Uhr erzählt Robin Hood von seinen Abenteuern. Treffpunkt: Robin Hoods Lager.

Schwoof Auf der Bastion Marie gibt es in "Papa Legba's Blues Lounge" erdigen Blues. Dazu Fisch, Flammkuchen, Wein und vegane syrische Spezialitäten.

Mini-Waldbaden "Die heilsame Kraft des Frankenwaldes" erleben mit Holger Schramm, Treffpunkt 12 Uhr, Reitbahn/Wallbrücke. red



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