Kronach
Infrastruktur

Kronacher Kläranlage erfordert einen hohen Aufwand

Werkleiter Jochen Löffler erläuterte dem Werkausschuss viele Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung des Betriebes der Anlage und des Kanalnetzes nötig sind.
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Die Kläranlage Kronach ist eine komplexe hoch technisierte Anlage, die ständigen Unterhalts, Pflege, aber auch der Erneuerung von Verschleißteilen bedarf, wie Werkleiter Löffler bei der Sitzung des Werkausschusses am Montag informierte. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Die Kläranlage Kronach ist eine komplexe hoch technisierte Anlage, die ständigen Unterhalts, Pflege, aber auch der Erneuerung von Verschleißteilen bedarf, wie Werkleiter Löffler bei der Sitzung des Werkausschusses am Montag informierte. Foto: Karl-Heinz Hofmann

Der Werkausschuss der Stadt Kronach wurde in der Sitzung am Montag im Rathaus durch Werkleiter Jochen Löffler ausführlich über in jüngster Zeit ausgeführte und geplante Maßnahmen informiert. Vor allem das breite Aufgabenspektrum des Bauhofes kam dabei zur Sprache.

Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) kommentierte die Informationen so: "Wir sehen, die Stadtwerke sind in vielen Betriebszweigen gut unterwegs und gut ausgestattet. Dennoch sind natürlich immer wieder Wünsche vorzutragen, und die Stadt muss auf funktionelle und effiziente Rahmenbedingungen und Ausstattungen in Personal und Technik achten."

Tino Vetter (FW) zollte Respekt und Anerkennung für die vielen Arbeiten, die erledigt wurden. Es sei viel geleistet worden, dies dürfe man nicht zerpflücken.

Damit fühlte sich Hans-Georg Simon (FW) angesprochen, der einige kritische Worte und Anregungen angebracht hatte und nun erwiderte: "Es schadet nichts, wenn wir noch besser werden" - so wolle er seine Anregungen verstanden wissen.

Werkleiter Löffler legte eine eindrucksvolle Leistungsbilanz über im ersten Halbjahr ausgeführte Maßnahmen in den vier Bereichen Abwasserbeseitigung, Wasserversorgung, Crana Mare und Bauhof vor. Seitens des Bauhofes wurden in allen Stadtteilen Straßensanierungen, Entwässerungsarbeiten, Gehweg- und Friedhofszufahrten verbessert. Dies betrifft auch verschiedene Grünflächen-, Spielplätze- und Objektunterhalte, wozu auch das Landesgartenschaugelände sowie der Kanalunterhalt zählen.

Im Ausblick nannte Löffler die Erneuerung des Brücknerswehres, des Kleienwehres und der Radwegbrücke Knellendorf sowie Urnenwiesengräber, unter anderem in Fischbach. Im Bereich Wasserversorgung lägen Schwerpunkte bei den Hochbehältern Friesen und Kreuzberg, mit der Umrüstung auf elektronische Zähler mit Fernauslesung. Die Erneuerung der Anlagensteuerung im Tiefbrunnen Fröschbrunn und der Pumpeneinbau im Tiefbrunnen Rußmühle seien in Vorbereitung. Die Pumpenerneuerung im Tiefbrunnen Hammermühle und die Erweiterung des Wasserleitungsnetzes Friesen seien erfolgreich abgeschlossen. Im Parkdeck würden zwei zusätzliche Kameras zur Überwachung installiert.

Aufwendiger Kläranlagenbetrieb

Am 17. Mai 1974 wurde im Kronacher Süden die Kläranlage ihrer Bestimmung übergeben. Für die im Zuge der Gemeindegebietsreform wachsende Stadt Kronach bedeutete dies, dass sie die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für ihre Einwohner und für die hier beheimateten Gewerbe- und Industriebetriebe in sinnvoller Weise verbesserte. Eine Bereicherung stellte diese Kläranlage vor allem aber für den Umweltschutz im Kronacher Stadtgebiet dar.

Dass aber eine so hoch technisierte und stets arbeitende Anlage auch des Unterhalts, der Pflege, ständiger Sanierung und des Ersatzes von Verschleißteilen bedarf, machten die Ausführungen des Werkleiters sehr deutlich. Er führte zahlreiche erforderliche Maßnahmen zum Unterhalt und zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes der Kläranlage und des Kanalnetzes, einschließlich der Bauwerke zur Mischwasserbehandlung, auf.

Die Erneuerung der Rechenanlage stehe für das Jahr 2020 mit einem Kostenaufwand von rund 120 000 Euro an. Die Erneuerung des Zulaufschiebers stehe mit circa 20 000 Euro an. Ebenso liege schon ein Angebot über 30 000 Euro für die Erneuerung der Umwälz-Aggregate vor. Die Erneuerung der Schaltanlage für die Bauwerke (Regenüberlaufbecken und Pumpwerk) in Höfles und Vogtendorf seien mit 60 000 Euro im Wirtschaftsplan 2019 angesetzt. Die Kanalsanierung in der Gerhard-Hauptmann-Straße sei mit 65 000 Euro ebenfalls im Wirtschaftsplan 2019 eingestellt. Und 100 000 Euro seien heuer noch für Kamerabefahrungen des Kanalnetzes eingestellt.

Neubau des Crana Mare?

Einen Sonderfall stelle das Crana Mare dar. Hier bestehe an allen Ecken und Enden Handlungsbedarf, vor allem aber seien Modernisierungen notwendig. Momentan beschränke man sich auf dringende Maßnahmen zum Unterhalt und zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes.

Über die Möglichkeiten einer Sanierung oder eines Neubaus informierte Werkleiter Löffler in einem gesonderten Tagesordnungspunkt. Grundsätzlich stellte er fest, dass aktuell und auch mittelfristig keine akute Gefährdungslage hinsichtlich der Standsicherheit bestehe.

Im Hinblick auf die vorgesehene Neuausrichtung des Bades (Integration Lehrschwimmbecken, Attraktivitätssteigerung, Erweiterung, Sportbecken etcetera) empfiehlt die Werkleitung in die weiteren Überlegungen und Planungen auch einen Neubau des Erlebnisbades Crana Mare am vorhandenen Standort einzubeziehen. Eine Machbarkeitsstudie soll hierzu weitere Erkenntnisse und eine belastbare Entscheidungsgrundlage liefern.

Zum Schluss der öffentlichen Sitzung wurde ein Antrag der CSU- Fraktion "für ein sauberes Kronach" diskutiert. Die CSU plädiert dafür, im nächsten Stellenplan zwei weitere Kräfte für die Stadtwerke zu berücksichtigen, zunächst befristet auf eineinhalb Jahre. Das Personal soll primär für das Leeren von Abfallbehältern zuständig sein. Nach längerer Diskussion äußerte Werkleiter Löffler abschließend, man werde ein Konzept erarbeiten und auch unter Berücksichtigung eines Multifunktionsfahrzeuges die Möglichkeit einer besseren Stadtreinigung prüfen.

Der Bilanz und Jahresrechnung 2017 in Aktiva und Passiva mit jeweils rund 40,95 Millionen Euro sowie 7,671 Millionen Euro an Erträgen und 10,610 Millionen an Aufwendungen wurde gegen die Stimme von Hans-Georg Simon zugestimmt. Dem Jahresergebnis für 2017 mit einem Bilanzergebnis von minus 1,028 Millionen Euro, das auf die neue Jahresrechnung vorgetragen wird, wurde ebenfalls gegen die Stimme von Simon zugestimmt. Für die Festsetzung des geprüften Jahresabschlusses ist der Stadtrat Kronach zuständig.

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