Kronach
Fachoberschule

Kronacher FOS hat eine neue Schulleiterin

Die 62-Jährige Christine Jarosch-Wich stellt sich an der Sabel-Fachoberschule neuen Herausforderungen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Chemie stimmt zwischen den beiden: Der ehemalige Schulleiter der Sabel-FOS Kronach, Hubert Sendl, und seine Nachfolgerin Christine Jarosch-Wich Veronika Schadeck
Die Chemie stimmt zwischen den beiden: Der ehemalige Schulleiter der Sabel-FOS Kronach, Hubert Sendl, und seine Nachfolgerin Christine Jarosch-Wich Veronika Schadeck

Wenn am kommenden Dienstag das neue Schuljahr beginnt, startet auch für Christine Jarosch-Wich ein neuer Lebensabschnitt. Die 62-Jährige tritt die Nachfolge von Hubert Sendl an, der sich "fast" in den Ruhestand verabschiedet.

Die Chemie stimmt zwischen den beiden. Und es ist eine Win-Win-Situation. Denn wie Hubert Sendl erklärte, werde er nach wie vor der Fachoberschule in Kronach verbunden sein, nur eben nicht mehr als Schul-, sondern als Standortleiter. Er werde, so der 70-Jährige die Kontakte zur Politik pflegen und die Schule nach außen hin vertreten. Weiterhin sieht sich der Oberbayer als Schnittstelle zwischen Kronach und der Geschäftsführung der privaten Sabel-Schulen in München.

"Wir haben eine optimale Lösung gefunden!" so Sendl. Er räumt ein, dass nach wie vor sein Herz an dieser Fachoberschule hängt. Deshalb sei er auch erleichtert, dass er im Schulgeschehen noch mit eingebunden ist.

Für Christine Jarosch-Wich ist Hubert Sendl eine wichtige Stütze. Obwohl die Kulmbacherin seit rund 30 Jahren an Fachoberschulen unterrichtet, ist die Sabel Kronach etwas Besonderes für sie.

Rund 25 Schüler werden in diesem Jahr mit ihren Vorbereitungen für das Fachabitur an der Sabel Kronach starten. Davon wählten 18 den Wirtschaftszweig und sieben jungen Menschen die Fachrichtung Technik. Im nächsten Jahr werden es mehr sein, sind sowohl Jarosch-Wich als auch Sendl überzeugt. Denn ab dem Schuljahr 2021 wird der "soziale Zweig" an der Bildungseinrichtung etabliert. Und das ist genau das Metier von Christine Jarosch-Wich, die über zwei Jahrzehnte Sozialwesen an den Fachoberschulen in Kulmbach, Lauf und Hof unterrichtete.

An der FOS in Kulmbach habe sie diesen Zweig aufgebaut, blickt sie zurück. Im Schulfach "pädagogische Psychologie" habe sie dazu beitragen können, die Persönlichkeit ihrer Schüler mit stärken zu können. "Ich sehe mich auch als eine Art Entwicklungshelferin für manche Schüler!" Und weiter: "Ich freue mich jetzt darauf, diese Sabel-FOS weiterentwickeln und gestalten zu können!"

Jarosch spricht von einer besonderen Schule. "Hier wird Schule gelebt und das ist spürbar!" Die Entscheidung bei ihr fiel letztendlich bei der Verabschiedung der FOS-Schüler Anfang Juli. Die Rede der Mutter einer FOS-Schülerin und das Miteinander innerhalb der Schulfamilie habe ihr gut gefallen. Ihre Euphorie wird kurz unterbrochen, als sie meint: "Ich übernehme aber auch eine Verantwortung für eine Schule, die viele Hürden bewältigen musste, bis sie zu dem wurde, was sie heute ist!" Und: "Ich muss das Vertrauen, das Schüler und Eltern nun in diese Einrichtung haben, halten!"

Und in der Tat: Die Sabel-FOS wurde im Jahre 2012 als "FOS am Rennsteig" dank der großzügigen Unterstützung der Unternehmer Carl-August Heinz und Nikolaus Wiegand gegründet. Der Landkreis Kronach gab damals weitere 300 000 Euro dazu, um diese langersehnte weiterführende Schule im Norden zu etablieren. Die Politik, die Wirtschaft im Norden und der Verein "Rennsteigregion im Frankenwald" arbeiteten Hand in Hand. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten dauerte es bis zum Jahre 2017, bis die Schule die staatliche Anerkennung erhielt (wir berichteten). Aber zu der Zeit fehlten die Schüler. Die Hoffnungen, dass Heranwachsende aus dem benachbarten Thüringen die FOS am Rennsteig besuchten, erfüllten sich nicht.

Gelungener Standrotwechsel

Im Jahre 2014 übernahm schließlich Hubert Sendl die Schulleitung und sein Ziel war es von Anfang an, die Schule auf Kurs zu bringen. Blickt er zurück, so lobt er die Arbeit des ehemaligen Projektleiters und Ludwigsstädter Bürgermeisters Timo Ehrhardt. Er sei sich bewusst, dass es einigen sehr schwer gefallen sei, diese Schule nach Kronach zu verlegen. Deshalb sei er auch dankbar, dass die Standortverlagerung ohne "großen Knatsch" gelungen sei. Das Ziel sei nun, die Fachoberschule Kronach zu halten und weiterzuentwickeln. Und dafür konnte mit Jarosch-Wich eine kompetente und erfahrene Persönlichkeit gewonnen werden.

Und was den sozialen Zweig an der FOS betrifft? Hier spricht Sendl von Schülerströmen nach Kulmbach und Kronach und er meint: "Warum sollen wir diese jungen Leute nicht in Kronach halten können?" Und: "Wir brauchen eine Schule mit einem technischen, wirtschaftlichen und sozialen Zweig und die bekommen wir nun!"

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.