Kronach
Stadtrat

Kronacher Bürgerspital: Vier Wege aus dem Leerstand

Ein Architekturbüro gibt dem Kronacher Stadtrat ein wichtiges Hilfsmittel an die Hand: Eine Machbarkeitsstudie zur Belebung des Bürgerspital.
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Langsam zeichnet sich eine Klärung der Frage nach der Zukunft des Kronacher Bürgerspitals ab. Foto: Marian Hamacher
Langsam zeichnet sich eine Klärung der Frage nach der Zukunft des Kronacher Bürgerspitals ab. Foto: Marian Hamacher

Das Bürgerspital in Kronach wurde in den vergangenen zwei Jahren des Leerstands nicht nur zu einem Politikum, die Frage nach seiner künftigen Nutzung sorgte auch für Spannungen innerhalb der Bürgerschaft. Soll das Gebäude - seiner Tradition folgend - weiter den Senioren Platz bieten oder lieber Büros und Wohnungen für junge Leute beheimaten? Oder soll es gar ein Mix verschiedener Möglichkeiten werden?

Gelöst wurde die Frage bis heute nicht. Zu dünn erschien der Politik die Entscheidungsgrundlage. Eine Machbarkeitsstudie soll dem Stadtrat nun jedoch den entscheidenden Wink geben. Und das tut sie auf eine überraschende Weise.

Vier Varianten vorgestellt

In der Ratssitzung am Montagabend stellte Jürgen Kolb vom Büro Müller Architekten die Ergebnisse vor. Vier Szenarien wurden untersucht, die aber weitere Kombinationsmöglichkeiten für eine Nutzung beinhalten. Erstaunlich: Bei den Kostenschätzungen und der baulichen Umsetzbarkeit gibt es nur geringfügige Unterschiede.

Variante 1: Dieses Konzept umfasst 15 Einpersonen- und vier Zweipersonen-Wohnungen für seniorengerechtes und barrierefreies Wohnen. Kolb sprach von einem "altersgerechten und kompakten Wohnraum in der Innenstadt". Platz für ein Seniorencafé und ein Quartiersmanagement würden sich ebenfalls finden. In einer Art offenem Seniorenzentrum könnte er sich zum Beispiel die Seniorengemeinschaft als Mieter vorstellen. Am denkmalgeschützten Gebäude müssten nur geringfügige bauliche Eingriffe vorgenommen werden. Auch der Brandschutz wäre seiner Ansicht nach eine lösbare Aufgabe. Die Wohnungen hätten dann einen heute üblichen Ausbauzustand, allerdings den Raumzuschnitt vergangener Tage. Kostenschätzung: 5,590 Millionen Euro.

Variante 2: Im Wesentlichen gleicht diese Version der ersten, nur dass ein Teil der Wohnungen - es wären dann noch zehn - einer Wohngruppe für elf Demenzkranke Platz machen würde. Kostenschätzung: 5,580 Millionen Euro.

Variante 3: Der Landkreis hatte wegen Büroräumen angefragt. Auch diese Möglichkeit - in Kombination mit seniorengerechtem Wohnraum - wurde überprüft. Hierbei würden 13 Wohnungen verbleiben. Ein Problem wegen der Büros wäre aber noch zu klären: "Für die Stellplatz-Frage haben wir noch nicht zu einer überzeugenden Lösung gefunden." Kostenschätzung: 5,475 Millionen Euro.

Variante 4: Angesichts der schulischen Entwicklungen in der Kreisstadt wäre auch eine Mischung aus Verwaltungsräumen und studentischen Wohnmöglichkeiten denkbar. 14 Wohnungen plus Wohngemeinschaften für zwei bis vier Personen listete Kolb für diese Variante auf. Kostenschätzung: 5,475 Millionen Euro.

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