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Kronach
Winterdienst

Kronacher Bauhof sagt Blitzeis den Kampf an

Die Mitarbeiter sind von Mitte November bis Ende März in Rufbereitschaft und sorgen bei unerwarteter Glätte trotzdem für Sicherheit auf Kronachs Straßen.
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Für den Ernstfall sind auf dem Gelände des Kronacher Bauhofs 800 Tonnen Salz gelagert. Foto: Sandra Hackenberg
Für den Ernstfall sind auf dem Gelände des Kronacher Bauhofs 800 Tonnen Salz gelagert. Foto: Sandra Hackenberg

Die eisige Gefahr tritt plötzlich auf - mit teilweise verheerenden Folgen: Wenn Regen oder Nebel aufgrund von Minustemperaturen gefriert, verwandeln sich Straßen und Gehwege binnen Sekunden in spiegelglatte Schlitterbahnen. Die Kronacher erwischte das Blitzeis am Donnerstagabend.

Mehrere Unfälle wegen Blitzeis

Im Stockheimer Ortsteil Burggrub konnte ein 37-Jähriger kurz vor 19 Uhr nicht mehr bremsen und rutschte mit seinem Skoda gegen die Mauer eines Anwesens. Der Wagen musste abgeschleppt werden. Etwa vier Stunden später schlitterte ein 23 Jahre alter Seat-Fahrer, ebenfalls in Stockheim, in eine Tankstelle.

Selbst am Freitagmorgen hatte sich die Lage noch nicht entspannt: Auf der Kreisstraße zwischen Buchbach und Kehlbach rutschte ein Seat-Fahrer in einer Kurve geradeaus und kam erst an einem Straßenschild zum Stehen.

Damit solche Unfälle die Ausnahme bleiben, sorgt unter anderem der Kronacher Bauhof dafür, dass die Autofahrer - trotz tückischer Witterung - sicher ans Ziel kommen. "Wir haben vier sogenannte Späher. Die behalten den Wetterbericht im Auge, überprüfen Temperaturen und Niederschläge", erklärt Leiter Marco Deuerling. Während die Kreis-, Landes- und Bundesstraßen präventiv gestreut werden, rückt der Bauhof im Stadtgebiet nur im Notfall aus.

Doch wenn das Wetter umschlägt, muss es schnell gehen. "Extrem war es diesen Winter am Donnerstag und am 12. Dezember, als es geschneit hat", berichtet Deuerling. Auch an ein paar weiteren Tagen sei sein Team im Einsatz gewesen.

Maximal 13 Streufahrzeuge mit einem Gewicht zwischen drei und 3,5 Tonnen sind dann auf Kronachs Straßen unterwegs. "Fünf Fahrzeuge gehören uns, die anderen sind von Fremdfirmen", erklärt der Betriebshof-Leiter. Hinzu kommen sechs kleine Traktoren für die Gehwege.

Beim Streuen wird das Salz mit einer Magnesiumchlorid-Sohle vermischt. "Das sorgt dafür, dass das Salz auf der Straße bleibt und der Taupunkt herabgesetzt wird." Eigentlich lasse ab einer Temperatur von -5 Grad die Wirkung nach. Durch das Gemisch behalte das Salz jedoch bis zu -15 Grad seine Haftung.

Bisher ist der Winter allerdings recht mild. "Wir haben hier auf unserem Gelände 800 Tonnen Salz gelagert." Der Leiter deutet auf die meterhohen, weißen Berge in einer Scheune. "Das Salz kommt aus einem Bergwerk in Sondershausen und reicht eigentlich für einen durchschnittlichen Winter, wie wir ihn vor drei Jahren hatten." Heuer wird wohl die ein oder andere Tonne übrig bleiben, schätzt der Experte.

Immer auf Abruf bereit

Doch auch in einem milden Winter müssen die Bauhof-Mitarbeiter immer auf Abruf sein: "Wir sind von Mitte November bis Ende Dezember in Bereitschaft", erzählt Deuerling. Das bedeutet kein Alkohol an den Feiertagen, kein Weihnachtsurlaub mit der Familie. Was viele nicht wissen: "Die Gemeinden sind nicht dazu verpflichtet, alle Straßen zu streuen. Aber in Kronach machen wir es trotzdem."

Alle Straßen, das sind über 150 Kilometer. "Wenn wir die komplette Strecke abfahren, benötigen wir dafür drei Stunden." Darum geht es bereits um 3.30 Uhr los, damit die Bürger morgens sicher zur Arbeit kommen. Wer hinter einem Streufahrzeug fährt, sollte laut Deuerling mindestens drei Fahrzeuglängen Abstand halten, "damit das Streugut auch auf der Straße landet und nicht auf der Motorhaube."

Trotz des Einsatzes der Bauhof-Mitarbeiter ist bei der momentanen Witterung Vorsicht geboten. "Weil Blitzeis ganz plötzlich auftreten kann, ist es wichtig, umsichtig zu fahren und die Geschwindigkeit der Witterung anzupassen", mahnt Polizeihauptkommissar Stefan Zwosta. Mit zunächst nur leichtem Druck auf die Bremse könne getestet werden, ob die Straßen genug Haftung hätten. "Wichtig ist auch, langsam an Kreuzungen heranzufahren und nicht zu abrupt abzubremsen."

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