Kronach
Sammelleidenschaft

Kronach wurde zum Eldorado für Sammler

Die Tauschbörse für Brauerei-Werbemittel lockte am Wochenende wieder zahlreiche Liebhaber auf den Schützenplatz.
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Mit 82 Jahren besucht Manfred Stoßberger nach wie vor Brauerei-Werbemittel-Treffen in ganz Deutschland. Seine Sammelleidenschaft gilt Bieretiketten und Bierdeckeln. Foto: Heike Schülein
Mit 82 Jahren besucht Manfred Stoßberger nach wie vor Brauerei-Werbemittel-Treffen in ganz Deutschland. Seine Sammelleidenschaft gilt Bieretiketten und Bierdeckeln. Foto: Heike Schülein
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"Danach habe ich schon lange gesucht!" Immer wenn dieser Ausruf zu hören war, hat einmal wieder ein Raritätenjäger ein neues Stück entdeckt, nach dem er schon lange gesucht hat. Mit geübtem Auge betrachten und durchstöbern am Samstagmorgen jede Menge Käufer und Tauschwillige unzählige Brauerei-Werbemittel. Ist die Suche von Erfolg gekrönt, geht es mit einem Lächeln auf den Lippen weiter zum nächsten Stand.

Das Oberfranken-Tauschtreffen für Brauerei-Werbemittel fand dem Thema entsprechend vor und in der Kaiserhofhalle auf dem Kronacher Schützenplatz statt. Zahlreiche Besitzer hatten ihre Schätze aufgebaut und damit so manches Sammlerherz höher schlagen lassen. Es gab nichts, was es nicht gab: Von Kronkorken und Flaschenöffnern über Manschetten und Etiketten bis hin zu Zapfhahn- oder Emaille-Schildern.

Jahrzehntelange Leidenschaft

Seit rund 40 Jahren sammeln Werner Wachter und seine Lebensgefährtin Renate Leicht aus Ziegelerden Bierkrüge und Biergläser. Rund 1200 Exemplare nennen sie mittlerweile ihr Eigen. Für sie ist das Tauschtreffen dieses Mal ein Heimspiel. Oft nehmen sie für ihre Sammelleidenschaft auch weitere Wege in Kauf. Um die besten Stücke zu ergattern, klingelt der Wecker auch mal morgens um zwei Uhr. "Es wird immer schwieriger, etwas zu finden", bedauert Werner Wachter. Dies liege an ihrer mittlerweile sehr umfangreichen Sammlung. Heutzutage laufe vieles außerdem verstärkt über das Internet. Tauschbörsen sind für die beiden aber das einzig Wahre. "Das ist wie ein Adrenalinrausch, wenn man die Sachen der anderen durchstöbert", sagt Renate Leicht.

Seit 1964 ist Manfred Stoßberger aus Sindelfingen bei Stuttgart von der Sammelleidenschaft infiziert. Der 82-Jährige ist stolzer Besitzer von 20 000 Bierdeckeln und 300 000 Bieretiketten, sorgsam alphabetisch geordnet nach Städten, Brauereien und Jahreszahl. "Die Bierdeckel hat meine verstorbene Ehefrau gesammelt. Sie hing sehr daran. Auf dem Sterbebett habe ich ihr versprochen, dass ich ihre Sammlung weiterführe", verrät er. Trotz seiner 82 Jahre besucht der Senior nach wie vor Treffen in ganz Deutschland. "Für mich ist das auch Unterhaltung. Es sind gute Freundschaften entstanden", sagt der Sammelfreund lächelnd.

Berühmt unter den Sammlern

Geradezu eine Berühmtheit ist Dieter Engler, dem es vor allem Spielkarten deutscher Brauereien angetan haben. "Ich habe 6338 Pack, weil heute drei dazugekommen sind", strahlt der Sammler aus Westfalen. Seine Sammelleidenschaft pflegt er seit 1989. "Das war viel zu spät. Je eher man damit anfängt, umso besser", sagt er. Doch der ehemalige Polizeioberkommissar weiß sich zu helfen. "Ich fahnde nach alten Spielkarten", sagt er. So habe er anfangs eine "Fahndung" in der Zeitung aufgegeben und dabei viele Spielkarten von Lesern erhalten. "Die Zeitungen helfen mir immer gerne", ist er dankbar. Die Treffen in Oberfranken seien für ihn Highlights, schließlich sei hier die größte Brauereidichte der Welt. Entsprechend gut gefällt es ihm auch in der Region. "Rund 600 Kilometer bin ich hierher gefahren - nur für das Treffen", sagt er. Organisiert wurde das Treffen von Hans und Maria Fehn von der der Fördergemeinschaft von Brauerei-Werbemitteln-Sammlern (kurz FvB). Dem FvB-Vorsitzenden Matthias Russmann und seinen Stellvertretern Thomas Furche und Thomas Ertl bedankten sich bei Kaiserhof-Geschäftsführer Ulrich Kaiser für die Übernahme der Schirmherrschaft des Treffens.



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