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Kronach
Bilanz

Kronach will weiter in Zukunft investieren

Kronachs scheidender Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein blickte anlässlich des Jahresabschlusses darauf zurück, was sich in den vergangenen zwei Legislaturperioden getan hat. Nicht nur der Schuldenberg konnte erheblich reduziert werden. Es wurde auch kräftig in die Zukunft investiert.
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Kronach finanziell in ruhigere Fahrwasser zu führen und trotzdem gezielt zu investieren, waren eines die Ziele von Wolfgang Beiergrößlein. Wenige Monate vor dem Ende seiner Amtsperiode als Stadtoberhaupt steht fest: Das ist ihm gelungen. Foto: Sandra Hackenberg
Kronach finanziell in ruhigere Fahrwasser zu führen und trotzdem gezielt zu investieren, waren eines die Ziele von Wolfgang Beiergrößlein. Wenige Monate vor dem Ende seiner Amtsperiode als Stadtoberhaupt steht fest: Das ist ihm gelungen. Foto: Sandra Hackenberg

Kleine und große Fortschritte hat Kronach im Jahr 2019 gemacht. Die sind laut dem scheidenden Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) mit Blick auf die Finanzen noch erfreulicher. So konnten in den vergangenen zwölf Jahren die städtischen Schulden von 63 Millionen (2005) auf voraussichtlich 20,2 Millionen Euro zum Ende dieses Jahr reduziert werden. Das schafft laut Beiergrößlein Spielraum beim zweifellos vorhandenen Investitionsstau im Bereich der Straßensanierung.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Verschuldung deutlich zurückgefahren, gleichzeitig aber auch investiert, um Kronach weiterzuentwickeln", freut sich das Stadtoberhaupt und dankte allen Weggefährten für die konstruktive Zusammenarbeit. Nach dreijähriger Bauzeit konnte planmäßig das neue Feuerwehrzentrum eröffnet werden.

Auch auf der Festung habe sich mit der Eröffnung des JUFA-Hotels und des neuen Zeughaussaals einiges getan. Und auch bei der Schaffung eines barrierefreien Zugangs zur Festung Rosenberg sind wir ein großes Stück vorangekommen", berichtet der Bürgermeister.

Rückschläge in der Wirtschaft

Aus wirtschaftlicher Sicht hatte 2019 aber auch seine Schattenseiten. So musste mit Loewe das weltweit bekannteste Kronacher Unternehmen Insolvenz anmelden: "Rund 500 Beschäftigte, über die Hälfte davon hoch spezialisiert, standen von heute auf morgen auf der Straße und mussten sich neue Arbeitsstellen suchen", erinnerte Beiergrößlein. Doch es gibt auch positive Beispiele, wie den neuen Rewe-Markt in der Industriestraße, der am 10. Dezember eröffnet hat.

Cranach-Campus als Chance

Der "Lucas-Cranach-Campus" wirft ebenfalls seine Schatten voraus. "In der letzten Stadtratssitzung wurde der zukunftsweisende Beschluss gefasst, zusammen mit dem Landkreis Strukturen zu schaffen, um gemeinsame Planungen auf den Weg zu bringen", berichtet Beiergrößlein. "Das Projekt bietet für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt eine Riesenchance, die wir unbedingt gemeinsam vorantreiben müssen."

Wohnraum - nicht nur für Studenten - zu schaffen, steht auch weiterhin auf der Agenda. Derzeit laufen Bestrebungen, ein Baugebiet in Vogtendorf mit 19 Bauparzellen zu erschließen.

Um das Betreuungsangebot für Kinder zu verbessern, werden bestehende Kindergärten aktuell saniert und modernisiert. Im August 2020 soll außerdem der Neubau des Kindergartens in der Seelmannstraße fertig sein.

Weitere Verbesserungen für Schüler sowie für Senioren erhofft sich die Verwaltung vom neuen Nahverkehrskonzept, das der Landkreis umsetzt und zum Schuljahresbeginn 2020/2021 an den Start gehen soll.

Stimmen aus den Fraktionen:

Jonas Geissler (CSU):

"Kronach ist eine der sichersten Städte in Bayern und absolut lebenswert", betont Jonas Geissler. Die Entwicklung der Innenstadt, das Mobilitätskonzept die Sanierung der Kindergärten - einiges konnte laut der CSU bewirkt werden, aber vieles sei noch zu tun: "In sechs Jahren bauen wir eines der modernsten Schwimmbäder Oberfrankens", verspricht der Fraktionsvorsitzende. Und: "In sechs Jahren hat Kronach einen Stadtstrand." Außerdem soll die Stadt barrierefreier und fahrradfreundlicher werden und es soll in wenigen Jahren mehr Wohngebiete und Bauland geben.

Ralf Völkl (SPD):

Die Verbesserung des Wohnungsmarktes, sozialer Wohnungsbau, Arbeitsplätze und Hochschule, Akzente für unsere Innenstadt und die Weiterentwicklung unserer Stadtteile waren die Schwerpunkte unserer Fraktion 2019", resümierte Ralf Völkl. Ein klares Ziel für das neue Jahr sei die Aufwertung der Innenstadt mit Neugestaltung der Achse Hussitenplatz, Stadtgraben bis zur evangelischen Kirche im Rahmen der Städtebauförderung. Außerdem müsse für das Projekt "Kronach als Hochschulstandort" die notwendige Infrastruktur geschaffen werden.

Michael Zwingmann (Freie Wähler):

Die Freien Wähler freuen es, dass in den vergangenen zwölf Jahren nicht nur 38 Millionen Euro Schulden abgebaut wurden, sondern gleichzeitig auch 77 Millionen Euro investiert werden konnten, unter anderem in die Festung, den Brandschutz, die Infrastruktur und die Zukunft der Kinder. "Wir werden weiterhin für bodenständige Stadtpolitik stehen", verspricht Michael Zwingmann. "Es gibt noch viele Dinge, die es gilt, abzuarbeiten, wie Kronach zum Hochschulstandort entwickeln, Schaffung von Wohnraum, Ausbau von Kindereinrichtungen und der Festung."

Angela Degen-Madaus (Frauenliste):

"Was die Innenstadt Kronach angeht, sind Grünanlagen leider im Rückzug", berichtete Angela Degen-Madaus in ihrer Rede. "Ein maßgebender Leitfaden zur Gestaltung der Innenstadt, eine ,Gestaltungssatzung‘, ist vonnöten, um unwillkürliches Eingreifen in ein gewachsenes Stadtbild in Zukunft Einhalt zu bieten." Ziel müsse sein, die Stadt wieder grüner zu machen. Für Kronach als Hochschulstandort müssten außerdem nun die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu gehörten auch Bauernmärkte und Verkaufsstände mit regionalen Produkten statt Fast-Food-Ketten.

Peter Witton (Bündnis 90/Die Grünen):

Kronach fahrradfreundlicher zu gestalten, ist ein erklärtes Ziel der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Dass elf Prozent aller Wege in der Stadt mit dem Drahtesel zurückgelegt werden, sei eine echte Herausforderung, an der es laut Peter Witton weiter zu arbeiten gilt, genauso wie am Umweltschutz. E-Mobilität sei dabei, ebenso wie regenerative Energien, ein zentrales Thema: "Es müssen preisgünstige Lademöglichkeiten im öffentlichen und im privaten Raum geschaffen werden." Der Ratsherr ruft jeden einzelnen Bürger dazu auf, seinen Betrag zu leisten.

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