Kronach
Stadtrat

Kronach plant: Schrittweise zum Glasfasernetz

Die Stadt Kronach will den Weg für das schnelle Internet in den kommenden Jahren aus eigener Kraft ebnen.
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Schon jetzt wird im Kronacher Stadtgebiet an der Verbesserung der Internetnutzung gearbeitet. Teuer wird es aber, wenn mittel- und langfristig von den Knotenpunkten Glasfaserkabel zu den einzelnen Grundstücken verlegt werden müssen. Foto: Marco Meißner
Schon jetzt wird im Kronacher Stadtgebiet an der Verbesserung der Internetnutzung gearbeitet. Teuer wird es aber, wenn mittel- und langfristig von den Knotenpunkten Glasfaserkabel zu den einzelnen Grundstücken verlegt werden müssen. Foto: Marco Meißner

Der Wunsch nach einem schnell(er)en Internet ist da, das Konzept für ein Glasfaser-Leitungsnetz steht, und die Stadt ist gewillt, dieses Vorhaben anzugehen. Bis es allerdings Realität ist, werden noch Jahre vergehen. Zwangsweise. Denn ein kompletter Ausbau im Hauruck-Verfahren wäre schlicht nicht zu schultern. Der würde 49 Millionen Euro schlucken.

Diese Zahl nannte Manfred Gebhardt vom planenden Büro IKT, das sich mit einem Masterplan für ein Glasfasernetz in Kronach und seinen Stadtteilen befasste. Doch ein schlagartiger Netzausbau ist auch gar nicht das Ziel. Vielmehr geht es in dem Konzept darum, aufzuzeigen, wo schrittweise und möglichst im Zuge anderer Baumaßnahmen - also kostensparend - Leerrohre für die künftigen Glasfaser-Leitungen von der Stadt verlegt werden können. Laut Gebhardt ist mit einem entsprechenden Ausbau durch die Netzbetreiber im ländlichen Raum nicht zu rechnen.

"Wie ein Puzzle"

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"Es ist wie ein Puzzle", erklärte der Fachmann das weitere Vorgehen. Immer wenn etwas in der Stadt gebaut werde, solle man Leerrohre mit verlegen, die später von den Netzanbietern verkabelt werden können. "Dann ergibt sich mit der Zeit ein flächendeckendes Netz." Auf Dauer wird Kronach um diese Technik nicht herumkommen, weil sich der Breitbandbedarf schon jetzt alle zwei Jahre verdoppelt, wie Gebhardt feststellte.

"Wir werden uns Schritt für Schritt auf den Weg machen", betonte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW). Als Wegmarke nannte das Stadtoberhaupt zehn bis 15 Jahre, bis die Rohre flächendeckend verbaut sein sollen.

"Wir brauchen die Vorteile des Glasfasernetzes", unterstrich Markus Wich (CSU). "Wir machen einen Schritt, aber der große Schritt steht noch aus - dass die Kabel in den Leerrohren liegen", forderte Ralf Völkl (SPD), Druck auf die Netzbetreiber auszuüben.

Synergien nutzen

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Das sah auch Tino Vetter (FW) so, der den Netzbetreibern vorwarf, immer noch Kupfer eingesetzt zu haben, als schon längst klar gewesen sei, dass der Weg am Glasfaser-Kabel nicht vorbeiführen wird. Peter Witton (Grüne) fragte nach Einsparungen durch die Synergien, wenn die Verlegung mit anderen Baumaßnahmen verknüpft wird. Für diesen Fall stellte Manfred Gebhardt Einsparungen von bis zu 60 Prozent in Aussicht.

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