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Kronach Leuchtet

"Kronach leuchtet": Positive Bilanz trotz roter Zahlen

Mit einem Minus in der Kasse geht das Lichterfest zu Ende. Für die Verantwortlichen kein Grund für eine negative Bilanz.
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Mittlerweile sind die Lichter aus und das Team von Kronach Leuchtet zieht eine durchwachsene Bilanz. Jennifer Wittmann
Mittlerweile sind die Lichter aus und das Team von Kronach Leuchtet zieht eine durchwachsene Bilanz. Jennifer Wittmann

"Es war wirklich schrecklich", sagt Oda Gräbner und erinnert sich an den mehr als mauen Auftakt von "Kronach leuchtet" 2019. Kälteeinbruch und Regenschauer haben das Team rund um die Pressesprecherin des Lichterfestivals mit dem Schlimmsten rechnen lassen: "Einem Totalausfall."

Auch wenn es nach dem desaströsen Auftaktwochenende nicht gerade mit idyllischem Frühlingswetter weiterging, folgten am Ende doch wieder rund 100 000 Besucher dem Lichterglanz nach Kronach. Alles andere als ein Totalausfall. Vor allem der Tag vor dem Feiertag und auch der 1. Mai selbst seien sehr gut besucht gewesen, sagt Gräbner.

Spendenkonzept geht auf

Trotz deutlich weniger Besucher als im Vorjahr (ca. 130 000), ist es dem Team gelungen, die Spendeneinnahmen auf einem ähnlichen Level zu halten. "Unser neues Spendenkonzept ist aufgegangen", erklärt die Sprecherin. Statt wie im vergangenen Jahr mit Spendenbüchsen immer nur vereinzelte Besucher ansprechen und zu einem Obolus überzeugen zu können, habe man in diesem Jahr "künstliche Eingänge" geschaffen. Dort konnte man deutlich mehr Lichtbegeisterte ansprechen.

"Durch diese Spendenstände hat das Publikum eher erkannt, dass es sinnvoll ist, zu spenden", bestätigt auch Rainer Kober, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins Kronach Creativ. Trotz dieser positiven Entwicklung hat es der Verein in diesem Jahr nicht auf die erwünschte "Schwarze Null" geschafft.

Zum ersten Mal in der Geschichte gehen die Lichter aus und es bleibt ein Minus in der Kasse. Das hat verschiedene Gründe, erklärt Kober. Der Offensichtlichste sei natürlich das schlechte Wetter. Neben der Besucherzahl sei auch der Getränkekonsum weit hinter den Zahlen aus dem Vorjahr geblieben, auch der Verkauf von Lichtartikeln sei zurückgegangen. "Dazu kam in diesem Jahr ein deutlich höherer finanzieller Aufwand für das Sicherheitskonzept", sagt Kober. Aufgrund des Besucherrekords im vergangenen Jahr hat sich Projektleiter Markus Stirn daran gemacht, ein neues, deutlich aufwendigeres Sicherheitskonzept für die Veranstaltung auszuarbeiten.

Premiere für Vandalen

Beim Stichwort Sicherheit trübt eine weitere Premiere die Gesamtbilanz: Erstmals haben sich Vandalen an den Kunstwerken zu schaffen gemacht. Mehrere ausgestellte Objekte wurden von Unbekannten teils massiv beschädigt."Es ist einfach schade", sagt Gräbner, "das hatten wir wirklich noch nie." Für solche Fälle sei man allerdings versichert - sollte die Polizei die Verantwortlichen nicht ausfindig machen. "Das Wichtigste ist doch, dass die meisten die Veranstaltung als das wahrnehmen, was sie ist: ein friedliches Fest in schöner Atmosphäre." Besonders positiv hat sie in diesem Jahr empfunden, dass die Lichtführungen immer besser angenommen werden. "Das eine ist natürlich das Wohlfühlen - aber es schadet auch nicht, den Blick dafür zu schärfen, welche Leistung und Ideen dahinterstecken."

Bei der Antwort der wiederkehrenden Frage, ob die Veranstaltung nicht doch wieder in die Sommermonate verlegt werden sollte, sind sich Gräbner und Kober einig. "Sicher würden wir die Wahrscheinlichkeit für besseres Wetter erhöhen", sagt Gräbner. "Aber wir würden die frühe Dunkelheit verlieren - das würde sich nicht lohnen."

Während man jetzt bereits ab 9 Uhr alles sehen könne, müsse man im Sommer bis mindestens 10 Uhr warten. "Da haben wir unter der Woche gar keine Besucher mehr." Dem schließt sich Kober an. "Die Vorteile dieser Jahreszeit überwiegen", sagt er. So bekomme das Fest eine gewisse Länge, die ein größeres Publikum anspricht. Zu seiner Freude zum Beispiel auch viele Familien mit Kindern. "Das ergibt einfach eine schöne Atmosphäre." Das spiegele sich auch in der positiven Resonanz der Besucher - einheimischer wie auswärtiger - wider. Das Minus in der Kasse beunruhigt ihn nur bedingt. Man werde eine Lösung für das Problem finden, ist er sich sicher. ",Kronach leuchtet' ist mittlerweile in seiner Bedeutung für die Stadt so groß, dass uns das in jedem Fall gelingen wird."

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