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Kronach
Planung

"Kronach leuchtet 2020": Zeit für neue (Licht-)Wege

Wenn "Kronach leuchtet" im Jahr 2020 seine 15. Veranstaltung feiert, wird sich einiges ändern. An die Stelle der Oberen Stadt tritt dann ein "Grusel-Eck".
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Die Obere Stadt mit ihren markanten Gebäuden war in den vergangenen Jahren immer der Dreh- und Angelpunkt bei "Kronach leuchtet". Im kommenden April und Mai wollen die Organisatoren zehn Nächte lang neue Akzente setzen. Foto: Archiv/Barbara Herbst
Die Obere Stadt mit ihren markanten Gebäuden war in den vergangenen Jahren immer der Dreh- und Angelpunkt bei "Kronach leuchtet". Im kommenden April und Mai wollen die Organisatoren zehn Nächte lang neue Akzente setzen. Foto: Archiv/Barbara Herbst
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Die Kinderstube hat "Kronach leuchtet" hinter sich gelassen. Die Jugendjahre neigen sich langsam dem Ende zu. "Wir entwickeln uns allmählich zum Erwachsenen", lautet das Fazit von Projektleiter Markus Stirn beim Ausblick auf die bevorstehende 15. Veranstaltung des Lichtevents im Jahr 2020. Und wie das mit Teenagern zum Ausklang der Pubertät so ist, stehen auch bei "Kronach leuchtet" Veränderungen an. Die wichtigste Neuerung betrifft den Lichtweg.

Neuer Dreh- und Angelpunkt

Die Obere Stadt - über viele Jahre der Dreh- und Angelpunkt des Events - wird im kommenden April und Mai nur gestreift. "Dort ist es schwer, mit Neuem zu überraschen", erklärt Stirn bei einem Pressegespräch mit weiteren Organisatoren diesen Schritt. Nur der Bereich am Melchior-Otto-Platz soll im kommenden Jahr als Startpunkt des Weges einbezogen werden.

Die Lichter werden sich von dort aus über das Bamberger Tor, die Schwedenstraße, den Marienplatz, das Steinmühlgässchen, die Endres-Halle und die Europabrücke vorbei am Plessiturm auf das Landesgartenschau-Gelände erstrecken. Bis hin zum Gottschalk-Garten werden dort die Illuminationen reichen.

Dass gerade die LGS-Fläche als neuer Kernpunkt der Lichterschau gewählt wurde, hat mehrere Gründe. Der eine ist die Einlösung eines Versprechens. Heuer hatten die Macher von "Kronach leuchtet" die Besucher nach einem "Grusel-Eck" gefragt, das sie sich einmal vorknöpfen sollen. Oft genannt: Die LGS-Fläche. Dort arbeitet die Stadt zwar inzwischen an einer Festinstallation, doch das Event soll dem Bereich für einige Tage noch einmal eine besondere Note verleihen. "Da werden wir uns schon arrangieren", sind sich Stirn und Philip Kober vom Tourismusbetrieb der Stadt einig. Letzterer lobt den neuen Lichtweg, der neue Ideen ermögliche. "Ich bin gespannt, wie die Leute das annehmen."

Bühne auf dem LGS-Gelände

Ein weiterer Grund, sich Richtung Gartenschaugelände zu orientieren, sind die Möglichkeiten, welche die große Fläche bietet. Dort wird unter anderem die große Bühne für "handgemachte Musik" aufgestellt, wie Stirn erklärt. Das in der Nähe ein Wohngebiet ist, haben die Organisatoren im Blick. "Wir werden viel weniger Dezibel fahren und nur ein kleines Areal beschallen", versichert Stirn.

Eine weitere markante Neuerung bei "Kronach leuchtet" betrifft die Spendenaktion für das Event. Wer regelmäßig vor Ort ist, aber nicht jedes Mal bei den Sammlern einen Stopp einlegen möchte, darf 2020 stattdessen einen besonderen Schal anlagen. Auf dem limitierten Tuch für eine Jahresspende von 50 Euro wird der Schriftzug "Kronach erLEUCHTER*" darauf hinweisen, dass sich der Träger in besonderem Maß für die Aktion einsetzt.

"Das Lichtfest ist für die Region ein Identifikationsfaktor geworden", stellt Oda Gräbner fest. Die Pressesprecherin erinnert an die Anfänge. "Aus dem Nichts ist ein international anerkanntes Festival geworden, das 120 000 Leute anlockt und dabei ehrenamtlich getragen wird", verweist sie auf die Kontakte, die sich längst über die Landesgrenzen hinaus erstrecken und ein großes Augenmerk auf Kronach lenken.

Breites Spektrum an Lichtkunst

In der Kreisstadt werde Lichtkunst in jeder Form geboten, als illuminiertes Einzelobjekt, als bewegte und Geschichten erzählende Eventbeleuchtung oder als hochwertige Architekturbeleuchtung. Die letztgenannte Variante soll auch als Vorbild für Dauerinstallationen dienen. In diesem Zusammenhang wies Rainer Kober, Vorsitzender von Kronach Creativ, auf den "Trend zum Licht im öffentlichen Raum" hin und den Mangel an dafür benötigten Lichtplanern. Deswegen möchten die Kronacher Experten ihre Kompetenz weitergeben. Nicht zuletzt durch den aktuellen Anstoß, in der Kreisstadt eine Lichtakademie auf die Beine zu stellen. Er sprach sich weiter für einen Studiengang "Lichtplanung" aus.

Rund um "Kronach leuchtet" tut sich also auch 2020 wieder einiges. An dieser Erfolgsgeschichte soll mit vereinten Kräften weitergearbeitet werden. Bei so guter Betreuung sollte der "Teenager" dann auch bald mit breiter Brust seine Volljährigkeit feiern können.

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