Kronach
Aufbau

Kronach ist bereit für das Stadtspektakel

Die Organisatoren erzählen, wie anstrengend die vergangenen Tage waren und dass es vor zwei Wochen eine böse Überraschung gab.
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Beinahe hätte das Stadtspektakel auf eine Bühne verzichten müssen. Die alte entsprach nicht mehr den Sicherheitsvorschriften. Foto: Jan Koch
Beinahe hätte das Stadtspektakel auf eine Bühne verzichten müssen. Die alte entsprach nicht mehr den Sicherheitsvorschriften. Foto: Jan Koch
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Ob er noch zehn Kilo Brot mehr bestellen soll, fragt Roland Wich seinen Schwiegervater. Arnold Söhnlein zuckt mit den Schultern.

Die beiden veranstalten kein riesenhaftes Grillfest. Nein, sie organisieren den Aufbau des Kronacher Stadtspektakels für ihre Vereine. Wich ist Vorsitzender des SV Höfles und dankbar, dass man mit dem Verkauf von Essen und Getränken die Vereinskasse etwas aufbessern kann. Auch wenn es für ihn sehr anstrengend sei: "Die Woche vor und nach dem Stadtspektakel sehe ich meine Familie kaum", sagt Wich, "das ist alles ein Heidenaufwand!" Für seine Stände muss er an alles denken und die rund 40 Helfer koordinieren. Passt die Verkabelung? Sind die Dächer abgedichtet? "Jetzt kommt der Feinschliff, ich hoffe, wir haben nichts vergessen." Wie den Dosenöffner für die Gurkendosen. Der habe bei den vergangenen Stadtspektakeln oft gefehlt. "Aber dieses Jahr hab' ich ihn", versichert Wich und lacht.

Schwiegervater Arnold Söhnlein ist Wichs Pendant, nur dass er beim Jugendorchester dafür sorgt, dass beim Stadtspektakel alles hinhaut. Der Zweite Vorsitzende des Vereins sitzt auf einer Bank vor dem Rathaus und macht einen entspannten Eindruck. "Während der Aufbauwoche war ich nicht hier." Er habe keine Zeit gehabt, erzählt er. Seit gestern Morgen ist aber auch er voll mit dabei. "Wir werden wahrscheinlich bis Sonntag jeden Tag 16 Stunden arbeiten", erzählt er. Nicht zu vergessen die 45 Stunden, die für Auf - und Abbau benötigt werden.

Bühne verstößt gegen Sicherheitsvorschriften

Schnellen Schritts kommt Kerstin Löw um die Ecke. Die Leiterin des Kronacher Tourismusbüros behält alles im Auge, spricht mit den Aufbau-Teams. Damit sie immer erreichbar ist, klemmt ein Funkgerät an ihrem Gürtel. Bisher habe alles gut geklappt, betont sie. Und auch der Schock von vor zwei Wochen sei verdaut. Da erfuhr sie, dass die Bühne, die früher verwendet wurde, nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorschriften entspricht. Die Kontakte zum Team von "Kronach leuchtet" hätten geholfen, Ersatz zu finden. Die Bühne als auch die Technik bezieht Löw jetzt von ihnen, was sogar günstiger sei als die alte Lösung. Dennoch liege ihr eins im Magen: "Meine größte Sorge ist, dass es morgen regnet." Mit bangem Blick nach oben verabschiedet sie sich.

Wenige Meter weiter werkelt ein Mann an einem übergroßen Blasebalg. Walter Söhnlein sagt, er sei "der Haus- und Hofschmied" der Kronacher Ritterschaft. Er schmiedet Schwerter und Dolche - die Besucher des Stadtspektakels können ihm dabei zusehen. Stress hatte der Mann mit dem kräftigen Händedruck nicht. "Wir haben Donnerstag früh mit dem Aufbau angefangen und wir hatten insgesamt zwei Tage zu tun." Jetzt freue er sich einfach auf das Stadtspektakel.

Sollte er hungrig werden, kann er sich bei seinem Cousin, Arnold Söhnlein, versorgen. Der hofft, dass die 20 Kilo Brot reichen. "Falls nicht, am Sonntag ist doch verkaufsoffen", sagt er. "Stimmt", sagt sein Schwiegersohn und zieht weiter.
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