Kronach
Stadtentwicklung

Kronach: Fast-Food-Restaurant im Schlepptau der neuen Hochschulen

Allem Anschein nach keimt bei einer Fast-Food-Kette Interesse am Standort Kronach auf. Die Hochschulprojekte sind hierfür eine Triebfeder.
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An der Beamtenfachhochschule (hinten, rechts) wird gebaut. Locken solche Entwicklungen nun auch Unternehmen wie Fast-Food-Ketten nach Kronach? Foto: Marian Hamacher
An der Beamtenfachhochschule (hinten, rechts) wird gebaut. Locken solche Entwicklungen nun auch Unternehmen wie Fast-Food-Ketten nach Kronach? Foto: Marian Hamacher

In den 1990er Jahren war ein McDonald's-Restaurant für die Kreisstadt angedacht. Am Ende fand die Fast-Food-Kette jedoch vor 25 Jahren in Marktrodach einen Standort. Jahrzehnte später könnte es nun im zweiten Anlauf doch noch mit einem Schnellrestaurant in Kronach klappen - davon ist zumindest Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) überzeugt.

Am Rande eines Gesprächs mit unserer Redaktion zum Campus in der Kreisstadt bestätigt der Abgeordnete das wieder aufkeimende Interesse der Fastfood-Branche an der Cranach-Stadt. Auch wenn er sich noch sehr bedeckt gibt, welche Eisen im Feuer sind und wie der Verhandlungsstand ist, stellt er doch fest: "Es kommt auf jeden Fall eine Kette nach Kronach."

Wieder in den Fokus gerückt

Dass die Kreisstadt offenbar wieder stärker in den Fokus solcher global engagierter Unternehmen rückt, hängt für ihn mit der Gesamtentwicklung zusammen. Er erkennt durch die millionenschweren Bildungsprojekte (Beamtenfachhochschule, Campus) eine wachsende Perspektive für ein junges Publikum. In der Standortfrage für ein solches Restaurant lässt sich Baumgärtner nicht in die Karten schauen. Er sagt nur so viel: "Gastronomie sollte so zentrumsnah wie möglich sein."

Auch aus Sicht von Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) spricht es für die jüngste Entwicklung und vor allem die Projekte im Bildungsbereich, dass Kronach wieder lukrativer für große Unternehmen wird. Es werde an Stellschrauben der Stadtentwicklung gedreht, und die positiven Reaktionen blieben nicht aus. "Wir haben wieder Interesse wecken können", freut er sich.

Auf diesem Weg soll es weitergehen. "Kronach wird sich verändern", verspricht Beiergrößlein weitere positive Impulse. Dieser Wandel betreffe die Straßen, den Wohnungsbau - und ebenso könne er ein Schnellrestaurant beinhalten.

Mehrere Kandidaten denkbar

Mit den Fast-Food-Ketten stehe man bereits seit Jahren in Kontakt, blickt der Bürgermeister zurück. Eine davon nach Kronach zu lotsen, "daran sind wir stark interessiert". Welche Marke kommen und wo sie sich ansiedeln könnte, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen. Dazu benötige es weitere Verhandlungszeit.

Somit lässt sich nur spekulieren, welche der drei großen Ketten es werden könnte - zumal diese auf Nachfrage nach ihrem Interesse am Standort Kronach sehr zurückhaltend reagieren. "Wir sind deutschlandweit auf der Suche nach potenziellen Standorten für unsere Restaurants und führen umfangreiche Standortprüfungen durch", erklärt Denis Stanojevic, Pressesprecher Region Süd bei McDonald's. Diese Prüfungen liefen sehr individuell für jede Region ab. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine Aussage treffen, ob speziell in Kronach Standorte in Frage kommen", sagt er. Was den Schritt nach Kronach für McDonald's wohl schwieriger als für die Mitbewerber gestalten würde, ist, dass nur wenige Kilometer entfernt ja bereits ein eigenes Restaurant in Marktrodach besteht. Dieser Filiale würde durch eine weitere in der Nachbarschaft Konkurrenz aus dem eigenen Haus beschert werden.

Dieses Problem hätte Burger King nicht. In deren Portfolio klafft eine Lücke in der Region. Und der Wille, solche Lücken zu schließen, ist da. "Es ist geplant, die Expansion der Marke Burger King auch in den kommenden Jahren weiter voranzutreiben", heißt es in der Antwort der Pressestelle. Und weiter: "Hierbei liegt der Fokus auf Standorten, die die Präsenz des Unternehmens weiter steigern, eine wirtschaftlich starke Lage aufweisen und den Kriterien von Burger King entsprechen - sowohl in der Peripherie als auch in den Innenstädten." Die Größe des Einzugsgebiets könne dabei ebenso eine Rolle spielen wie die Verkehrsanbindung (siehe unten). Auch von Burger King gibt es keine konkreten Auskünfte zum Standort Kronach - ebenso wenig aber eine Absage an diesen Gedanken.

Die Pressestelle von Kentucky Fried Chicken (KFC) teilt zwar ein grundsätzliches Interesse am Raum Oberfranken mit. Blickt man auf ihre Ansprüche, werden größere Standorte aber sicher Vorteile haben.

Die Ansprüche der Fast-Food-Ketten

Die Fast-Food-Riesen machen keinen Hehl daraus, welche Ansprüche sie an den Standort eines neuen Restaurants stellen. Auf ihren Internet-Seiten stellen sie klare Leitlinien vor, die den Bewerbern ein straffes Korsett anlegen. McDonald's: 1470 Restaurants werden von McDonald's in Deutschland betrieben, zu 90 Prozent durch selbstständige Franchise-Partner. Diesen Betreibern werden einmalige Investitionskosten von etwa 900 000 Euro pro Filiale aufgezeigt. Die seit 1971 in Deutschland vertretene Kette "sucht nach marktstrategischen Gesichtspunkten geeignete Standorte für die

Errichtung neuer McDonald's Restaurants", heißt es auf der Homepage. Und weiter: "McDonald's behält sich die Standortwahl ausschließlich selbst vor." Das heißt offenbar, dass der Franchise-Nehmer hierauf keinen Einfluss hat. Burger King: Ein frei stehendes Restaurant von Burger King muss diese Kriterien erfüllen: Circa 1000 bis 3500 Quadratmeter Grundstücksfläche mit guten Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten zur Hauptverkehrsachse (von dort aus gut sichtbar); zum direkten Einzugsbereich sollten mindestens 30 000 Personen zählen; verschiedene Frequenzbringer wie Einzelhandelsmärkte, Einkaufszentren, Arbeitsstätten, großflächige Wohngebiete, ÖPNV im Umfeld. Für ein innerstädtisches Restaurant werden etwa 250 Quadratmeter Fläche und "circa 15 000 Bewegungen täglich" sowie Publikumsmagnete in der Nähe erwartet. Kentucky Fried Chicken setzt 1500 Quadratmeter als Grundstücksgröße für ein Drive Thru an. Weitere Kriterien: sehr hohe Verkehrsfrequenz, 20 000 Quadratmeter Einzelhandelskonzentration oder 30 000 Quadratmeter Verkaufsfläche eines einzelnen Einzelhändlers als Frequenzbringer, direkte Zufahrt von der Hauptstraße, eigene Parkplätze, Sichtbarkeit aus 150 Metern und exponierte Lage im Gewerbegebiet. Für ein so genanntes Inliner Restaurant gelten andere Maßstäbe: Fläche ab 160 Quadratmeter ebenerdig, mindestens sieben Meter breite Frontseite oder Ecklage, überdurchschnittlich hohe Passantendichte, Innenstadtlage, Bahnhofsnähe, in der Nähe von touristischen Attraktionen sowie in bevölkerungsstarken Einzugsgebieten in Mittel- und Oberzentren.

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