Kronach
Interview

Kronach: "Eine Punkband muss politisch sein"

"The Riot Robots" aus Kronach hatten bei "Die Festung Rockt" ihren bisher größten Auftritt - und das mit Abstand kreativste Maskottchen auf der Bühne mit dabei.
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"The Riot Robots" mit Maskottchen Bender. Anna-Lena Deuerling
"The Riot Robots" mit Maskottchen Bender. Anna-Lena Deuerling
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Sie hatten etwas, was allen anderen Bands am Samstag natürlich fehlte: den Heimvorteil. Als einzige Band aus dem Landkreis Kronach standen die "The Riot Robots" am Nachmittag auf der großen Bühne bei "Die Festung Rockt". Mit "randalierenden Robotern" haben Markus Wachter, Martin Hiksch und Jan Stein aber nur wenig gemein.

Ganz im Gegenteil: Sympathisch, bodenständig und mit viel Leidenschaft bespielten sie die Besucher mit melodischem Punkrock. Heimlicher Star des Auftritts war aber unbestritten Maskottchen "Bender". Wer in dem Roboterkostüm steckte und warum sie sich ungern als Lokalpatrioten bezeichnen, haben uns Markus und Martin erzählt.

Die dringlichste aller Fragen zuerst: Wen habt Ihr denn bitteschön in das Roboterkostüm gesteckt?

Markus: Das ist geheim. (lacht)

Martin: Eigentlich ist es geheim. (lacht) Aber es war der Markus, ein guter Freund von uns. Für die Augen war das natürlich ein Highlight und er hat als Roboter wirklich eine sehr gute Figur gemacht.

Ihr habt euch für den Festivalauftritt also etwas Besonderes ausgedacht?

Martin: Ja, muss man ja. Es ist ja schon ein besonderes Highlight als regionale Band mit großen Namen wie Zebrahead oder den Emil Bulls zu spielen. Wir haben uns extra für den Auftritt ein schönes neues Banner drucken lassen. Dann hatten wir noch den geilen Roboter dabei und versucht, eine gute Show abzuliefern.

Markus: Und das ist uns hoffentlich gelungen - Spaß hat es auf jeden Fall gemacht.

Das war sicher das größte Konzert Eurer bisherigen Bandgeschichte - vor wie vielen Leuten habt Ihr sonst so gespielt?

Markus: In Hausen haben wir ein Konzert vor circa 150 bis 200 Leuten gespielt - aber das heute war schon mit Abstand das größte bisher.

2600 Besucher waren es am Nachmittag noch nicht, aber trotzdem einige Leute - wie aufgeregt wart Ihr heute?

Martin: Zählt gestern auch schon? Ich war nämlich gestern schon aufgeregt.

Markus: Ja, ich glaube, das waren wir alle.

Liegt das vielleicht auch daran, dass Ihr aus Kronach stammt? Was bedeutet Euch das, hier auf der Festung zu spielen?

Martin: Das ist schon eine große Nummer. Nicht nur in Kronach ist das hier das Festival schlechthin, auch in allen Nachbarlandkreisen.

Max: Wir haben auch nicht ohne Grund "Hometome" als unseren letzten Song so gewählt und auch die Ansage dazu gemacht. Da haben wir angesprochen, wie schade es ist, dass immer mehr Leute wegziehen und vom Land in die Stadt wollen. Dabei ist hier etwas geboten und es ist doch gar nicht so schlecht hier.

Martin: Und man muss auch betonen: Eine Kleinstadt hat ihren eigenen Charme. Du kennst die Leute, die Locations - du bist einfach zuhause. Und Kronach ist bunt, ist multikulti. Wir haben hier ein schönes Stückchen Erde, das wir friedlich mit Menschen aus allen Ländern teilen und sie willkommen heißen.

Also seid Ihr richtige Lokalpatrioten?

Martin: Ganz ehrlich: Das Wort Patriot klingt für mich so negativ - so rechts. Wir sind hier geboren, wir sind hier zuhause und uns gefällt es hier. Punkt.

Gegen rechts habt Ihr auf der Bühne eine klare Ansage gemacht - wie wichtig ist es für Euch, als Band politisch zu sein?

Martin: Wir sind eine Punkband. Und eine Punkband muss politisch sein. Dass wir uns ganz klar gegen rechts, gegen Rassismus und gegen Faschismus stellen, ist uns sehr wichtig. Das ist unsere Überzeugung. Mit unserem Song "No Racism" wollen wir das auch in unsere Musik zeigen und singen gegen rechte Stimmungsmache.

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