Kronach
Urteil

Kronach: 34-Jähriger vergewaltigt und schwängert 14-Jährige - Urteil ist gefallen

Der 34-jährige Kronacher, der die 14-jährige Freundin seiner Ziehtochter vergewaltigte und schwängerte, muss ins Gefängnis. Dass er sie mit einem Schlafmittel betäubt hat, konnte ihm nicht bewiesen werden.
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Der 34-jährige Kronacher, der die  14-jährige Freundin seiner Ziehtochter vergewaltigte  und schwängerte,   muss ins Gefängnis.  Symbolfoto: pixabay/Counselling
Der 34-jährige Kronacher, der die 14-jährige Freundin seiner Ziehtochter vergewaltigte und schwängerte, muss ins Gefängnis. Symbolfoto: pixabay/Counselling

Der 34-jährige Mann aus dem Landkreis Kronach, der die 14-jährige Freundin seiner Ziehtochter vergewaltigt hat, muss für fünf Jahre und neun Monate hinter Gitter. Er muss ferner an die Geschädigte 10 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der Vorsitzende Richter am Landgericht Coburg Christoph Gillot sprach von einem sehr außergewöhnlichen Fall.

"Es ist eine Ausgangssituation, die Tag für Tag vorkommt. Ein Kind fragt, ob es bei der Freundin übernachten darf", so der Richter. Und natürlich gingen die Eltern davon aus, dass das Kind wohlbehütet sei. Doch plötzlich sei das Kind schwanger und es wisse nicht woher, so der Richter. "Ein Setting der Geborgenheit wird zum Setting eines Albtraums", so Gillot. Nach der besagten Nacht sei die Welt des Mädchens gewaltig aus dem Ruder geraten.

Gillot bezeichnet die Geschädigte übrigens bewusst als "Kind", denn Zeugenaussagen zufolge war die Schülerin vor der Tat kindlich, sie und die Elfjährige spielten demnach miteinander. "Heute schiebt sie einen Kinderwagen", so der Richter. Das Mädchen, führte Gillot aus, werde ein Leben lang daran erinnert, dass sie in der Nacht zum Objekt des 34-jährigen Täters wurde. Fakt ist, dass 34-Jährige an dem Abend den Kindern Nusslikör kredenzt hatte. Ob dem Alkohol ein Schlafmittel beigemischt wurde, konnte letztendlich nicht bewiesen werden. Dafür spricht laut Richter Gilllot, dass sich beide Mädchen nicht an die Tat erinnern können.

Die Freundinnen übernachteten gemeinsam in einem Bett im Kinderzimmer, als der 34-Jährige sich an der 14-Jährigen verging und sie letztlich schwängerte. Möglicherweise, so Gillot, habe das Opfer unbewusst das schreckliche Ereignis verdrängt.

Das Mädchen, das nach Aussage seiner Mutter verlässlich jeden Morgen gegen acht den Hund ausführte, kam demnach an dem Morgen nach der Tat erst gegen 11 Uhr desorientiert nach Hause. Es habe über Kopf- und Bauchschmerzen geklagt; an die Nacht habe es sich nicht erinnert. In den Folgemonaten litt die 14-jährige Schülerin laut der Mutter unter starker Übelkeit. Als sich eine Schwangerschaft bestätigte, zählte die Mutter eins und eins zusammen und erstattete Anzeige. Das Mädchen entschied sich für das Kind und ist jetzt Mutter einer kleinen Tochter; ein DNA-Test bestätigte die Vaterschaft des 34-jährigen Angeklagten.

Nicht absehbare Folgen

Wie der Richter ausführte, sei das Mädchen aus seinem Kindsein gerissen worden und müsse psychologisch betreut werden, welche Folgen dies für die Entwicklung habe, sei noch nicht absehbar. Die Version des Angeklagten, wonach er stark alkoholisiert gewesen sein will, glaubte das Gericht nicht. Der Mann, ein gebürtiger Thüringer, zeigte im Prozess keine Einsicht, er ersparte beiden Mädchen den Gang in den Zeugenstand nicht. "Mit einem umfangreichen Geständnis hätte er den Mädchen die Aussagen erspart," so Gillot.

Die Kammer zweifelte auch an, dass der Mann sich der Tragweite seiner Tat bewusst sei. Wie der Vertreter der Nebenklage Rechtsanwalt Frank Jungkunz anmerkte, sei es ein glücklicher Umstand, dass die 14-jährige eine tolle und starke Mutter habe, die sich nun um Tochter und das Enkelkind kümmere. Mit dem Strafmaß blieb das Gericht unter dem vor der Staatsanwältin Tatjana Winterholer geforderten sechs Jahren und sechs Monaten.

Mutter verlässt den Saal

Als der Pflichtverteidiger Albrecht von Imhoff für eine Bewährungsstrafe plädierte, verließ die Mutter der Geschädigten den Gerichtssaal. "Das war zu viel, das konnte ich nicht aushalten", sagte sie nach der Verhandlung. Ein Haftbefehl wurde nicht erlassen, der Mann wird zum Haftantritt schriftlich aufgefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Wie Psychologen versuchen, in so einer Situation zu helfen, lesen Sie im infrankenPlus-Artikel hier.



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