Kronach
Kommunalpolitik

Kreistag Kronach: Parteien stellen sich jetzt auf

Während sich die Christsozialen für den neuen Kreistag in Kronach bereits formiert haben, sind Freie Wähler und SPD noch nicht ganz so weit. Eine Sache haben jedoch alle gemeinsam.
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Wie stellen sich die Parteien für die Landkreisgremien, die im Kronacher Landratsamt tagen, auf? Foto: Archiv
Wie stellen sich die Parteien für die Landkreisgremien, die im Kronacher Landratsamt tagen, auf? Foto: Archiv
Während sich die aktuelle Wahlperiode dem Ende entgegen neigt, die neuen Kreisräte bereits gewählt sind, befinden sich die größten Fraktionen in der Personalplanung für den neuen Kreistag und die damit verbundenen Gremien.

Die CSU hat ihr am Montag mit den Kreisvorsitzenden abgestimmtes Personalkonzept am Donnerstagabend im Kreise der Kreistagsfraktion festgezurrt. Wie bereits angekündigt, wird Bernd Liebhardt den Fraktionsvorsitz übernehmen, stellvertretender Landrat soll Gerhard Wunder bleiben. Das wichtige Gremium Kreisausschuss wird besetzt mit Klaus Löffler, Bernd Liebhardt, Gabi Weber und Hans Rebhan.

"Ich bin zufrieden mit diesem sehr guten Ergebnis. Die Stimmung war wirklich gut", betont Kreisvorsitzender Jürgen Baumgärtner, der sich aber mit Blick auf die Landratswahl den Steinbacher Bürgermeister Klaus Löffler als Landratsstellvertreter hätte vorstellen können.
Die Partei kam jedoch zu einem anderen Ergebnis: "Es gab dafür gute Argumente", ließ sich Baumgärtner überzeugen. "Gerhard Wunder leistet gute und engagierte Arbeit. Er macht einen hervorragenden Job", kann er die Gründe seiner Partei nachvollziehen. Zudem möchte die Basis auf dem Posten des stellvertretenden Landrats einen starken Vertreter aus dem Süden, nachdem im prestigeträchtigen Kreisausschuss mit Klaus Löffler und Gabi Weber zwei "starke" Bürgermeister aus dem Norden vertreten sind.

Dass die Partei nicht seinem Vorschlag gefolgt ist, darüber ärgert sich Baumgärtner nicht: "Ich wäre ein schlechter Vorsitzender, wenn ich nicht auf die Partei hören würde. Ich wollte eine offene Partei - und die haben wir. Das ist ja jetzt keine schlechte Lösung. Die Ausgewogenheit ist ganz wichtig."

Geplanter Rückzug

Dass Klaus Löffler den Fraktionsvorsitz abgibt, sei von langer Hand geplant gewesen. "Ich habe schon im letzten Jahr gesagt, dass ich die Fraktion bis zur Kommunalwahl führen und danach mein Amt abgeben werde. Der Fraktionsvorsitz ist zeitintensiv und verlangt einem viel ab", betont Löffler, der in naher Zukunft noch viele Projekte in Steinbach sieht, die er umsetzen möchte.

Was die Besetzung der weiteren Ausschüsse und diverser Gremien betrifft, so hat die CSU laut Baumgärtner darauf geachtet, die einzelnen Posten entsprechend der jeweiligen Fachgebiete der einzelnen Kandidaten zu besetzen. So werden beispielsweise Rosa Zehnter im Ausschuss für Umwelt, Gerhard Brühl im Gesundheitsausschuss und Angela Wiegand im Schulausschuss vertreten sein. Die wichtige Position im Sparkassen-Verwaltungsrat nimmt Klaus Löffler ein. Er soll laut Kreisvorsitzendem helfen, einen Risikokapitalfonds durchzusetzen. Daran war eine Beteiligung der Sparkasse bei der Rettung von Loewe gescheitert. Carl-August Heinz soll wiederum die Entwicklung der Wirtschafts- und Strukturentwicklungsgesellschaft positiv beeinflussen.
Nicht so weit wie die CSU ist die SPD. "Bei uns gibt es noch keine Festlegungen", erklärt Kreisvorsitzender Ralf Pohl, der jedoch gerade mit Blick auf den Posten eines weiteren Stellvertreters des Landrates hofft, dass die SPD nach dem Ausscheiden von Jutta Laczó erneut zum Zug kommt: "Das wäre uns wichtig." Deshalb wolle man mit den anderen Parteien noch Gespräche führen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Richard Rauh könnte sich gut vorstellen, Gerhard Wunder als stellvertretenden Landrat mitzutragen. "Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass die stärkste Fraktion das Recht auf den Stellvertreterposten hat." Aber Rauh ist Profi genug, zu wissen, dass Mehrheiten gebildet werden müssen - frei nach dem Motto: "Wählst du meinen Kandidaten, wähle ich deinen." Wie sich die SPD personell aufstellen wird, will sie in der nächsten Woche vorbesprechen. In einer konstituierenden Sitzung am 26. April soll das Konzept abgesegnet werden. Zwar gibt es bereits Gedankenspiele, zu denen will Rauh im Vorfeld der Sitzungen allerdings nichts sagen.

Peter Hänel bleibt

Bei den Freien Wählern steht indes fest, dass Peter Hänel weiterhin Fraktionsvorsitzender bleiben wird und er zudem gemeinsam mit Wolfgang Beiergrößlein weiterhin im Kreisausschuss sitzen wird.
Wer in den Sparkassen-Verwaltungsrat einziehen wird, sei hingegen noch fraglich. Interesse melden die Freien Wähler für den Posten eines weiteren Stellvertreterposten des Landrates an, den bislang Bernd Steger einnimmt. "Wir streben das an", gibt Hänel ein eindeutiges Bekenntnis ab. Um dies zu klären, müssten noch Sondierungsgespräche geführt werden.

Kommentar von Alexander Löffler: Kampf beginnt

Im Kreistag zeichnet sich ein Ränkespiel um die drei Stellvertreterposten des Landrates ab. Die Parteien werden Koalitionen bilden müssen. Nahe liegend wäre eine Kooperation von CSU und Freien Wählern, wie es sie bereits im Kronacher Stadtrat gibt. Zusammen hätten beide 30 Stimmen, was im 50 Mann starken Kreistag die absolute Mehrheit wäre. Als sicher gilt die Wahl von Gerhard Wunder zum ersten Stellvertreter. Verlierer könnte am Ende die SPD sein. Sollte diese einen Kandidaten ins Spiel bringen, der mit Blick auf die Landratswahl 2016 der CSU gefährlich werden könnte, könnte sich diese verschließen. Die SPD käme gemeinsam mit Frauenliste, Grüne und FDP auf 20 Stimmen, bräuchte also die Freien Wähler, um einen eigenen Kandidaten durchzusetzen. Das gilt jedoch als unwahrscheinlich. Es wird davon abhängen, wen die SPD vorschlagen wird. Im Gegenzug könnten die Freien Wähler vielleicht sogar einen zweiten Stellvertreterposten erhalten. Der Kampf um den Landratsposten ist damit eröffnet.

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