Kronach
Bildung

Kreis Kronach: Zwei Schulen bekommen einen neuen Rektor

Nach 43 Jahren verabschiedet sich unter anderem mit Anita Neder die Leiterin der Kronacher Lucas-Cranach-Schule aus dem Schuldienst.
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Grafik: Micho Haller
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In der vergangenen Woche war es dann doch soweit. "Als ich morgens ins Büro bin, kam erstmals so etwas wie Wehmut auf", erzählt Anita Neder. "Da habe ich dann gemerkt, dass ich hier ja eigentlich mehr Zeit verbracht habe als in meinem Wohnzimmer."

Dabei habe sie bisher noch gar keine Gedanken an den Ruhestand verschwendet, sei "noch voll im Geschäft". Doch der letzte Arbeitstag rückt immer näher. Während die Schüler der Lucas-Cranach-Schule am 30. Juli in die Sommerferien starten, wird ihre Schulleiterin die erste Ferienwoche allerdings noch im Büro verbringen. Dann ist Schluss. Nach 43 Jahren als Lehrerin - davon die letzten 16 als Rektorin.


Zwei neue Rektoren stehen fest

Neder ist allerdings nicht die einzige Schulleiterin, für die nicht nur das Schuljahr, sondern altersbedingt auch die Schulkarriere endet. Silvia Krüger, die Rektorin der Grund- und Mittelschule Küps, sowie Barbara Schmidt, die Konrektorin der Gottfried-Neukam-Mittelschule, werden ebenfalls in den Ruhestand verabschiedet, bestätigt Kronachs neue Schulamtsdirektorin Gisela Rohde.

Wer in Küps nach dem Ende der großen Ferien am 11. September die Schüler sowie das Kollegium zum neuen Schuljahr begrüßen wird, steht bereits fest. Auf Nachfrage des Fränkischen Tags teilte das bayerische Staatsministeriums für Unterricht und Kultus mit, dass der bisherige Konrektor Johannes-Peter Müller Krügers Nachfolge antreten wird.
Denselben Karrieresprung macht auch Klemens Löffler an der Grundschule Teuschnitz - mit dem Unterschied, dass er die Stelle, die er im Herbst offiziell antreten wird, bereits seit einigen Monaten ausübt. Denn als Kerstin Zapf Ende vergangenen Jahres als neue Kronacher Schulrätin ans Landratsamt wechselte, übernahm Löffler als ihr damaliger Stellvertreter die Schulleitung zunächst kommissarisch.

Noch offen ist hingegen, wer zukünftig in Neders Büro einziehen wird. Dieses Besetzungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen, so das Kultusministerium. Spätestens bis zum 7. September sollen aber auch Neders und Schmidts Nachfolger bekannt sein. Dann würde Rohde nämlich gerne die beiden neuen Schulleiter und den Konrektor im Landratsamt der Öffentlichkeit vorstellen.


Von der "alten Garde"

Sie selbst habe auf die Besetzung keinen Einfluss, erklärt die Schulamtsdirektorin. Falls ein Kandidat aus ihrem Schulbezirk komme, müsse sie zu diesem zwar eine Stellungnahme abgeben, die Entscheidung treffe jedoch die Regierung von Oberfranken auf Grundlage der dienstlichen Beurteilungen - sozusagen den Zwischenzeugnissen für Beamte.
Zeugnisse sind auch ein Grund dafür, dass Anita Neder aufkommenden Wehmut schnell wieder verdrängen kann. 500 Stück wird sie in wenigen Wochen gegenlesen und unterschreiben müssen. Sorgen um eine Sehnenscheidenentzündung mache sie sich aber nicht, scherzt sie. "Ich habe ja zum Glück einen kurzen Namen", sagt sie und lacht.

Wenn sie die Tür ihres Büros letztmals schließt, geschehe das im Bewusstsein darüber, 43 Jahre in einem Beruf verbracht zu haben, der sie voll ausgefüllt hat. "Ich habe den Beruf ergriffen, den ich mir immer gewünscht habe. Schöner kann man es doch gar nicht haben", findet Neder. Natürlich habe es auch stressige Momente gegeben, aber die Freude auf das, was war, überwiege.

Eine besondere Herausforderung sei in ihrer Zeit an der Lucas-Cranach-Schule die Generalsanierung gewesen, die Ende 2013 nach rund dreieinhalb Jahren abgeschlossen war. Nicht minder spannend empfand sie auch die Umstellung auf den gebundenen Ganztag oder die Einführung des "LehrplanPlus" vor fünf Jahren. "Da ist in den letzten Jahren wirklich vieles auf uns zugekommen. Aber ich bin eine, die Herausforderungen liebt", sagt Neder.


Ehrenamt suchen

Sich selbst bezeichnet sie scherzhaft als "eine von der alten Garde". Der Grund: Ihre Ausbildung als Volksschullehrerin, die es ihr ermöglicht hat, von der ersten bis zur neunten Klasse nahezu jedes Fach zu unterrichten. "Alles außer Religion. Da habe ich keine Prüfung gemacht."
Auch wenn sich die 65-Jährige bisher noch nicht überlegt hat, wie sie die gewonnene Zeit als Pensionärin nutzen will, fallen ihr spontan doch gleich mehrere Punkte ein. "Auf jeden Fall werde ich viel Schwimmen und Fahrradfahren", vermutet sie. Fest steht für Neder zudem, dass sie sich ein Ehrenamt suchen wird. "Und politisch will ich mich eigentlich auch wieder stärker engagieren." Wahrscheinlich das beste Rezept gegen Wehmut.
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