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Kreis Kronach: Wie sich die Freibäder auf den Sommer vorbereiten

Die Freibäder im Kreis Kronach rüsten sich für die anstehende Saison. Doch lediglich im Crana Mare steht bereits ein Starttermin fest.
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Die kalten Wintertemperaturen haben dem sogenannten Beckenkopf nicht nur im Kronacher Freibad stark zugesetzt - weshalb nun wieder ausgebessert werden muss. Foto: Marian Hamacher
Die kalten Wintertemperaturen haben dem sogenannten Beckenkopf nicht nur im Kronacher Freibad stark zugesetzt - weshalb nun wieder ausgebessert werden muss. Foto: Marian Hamacher
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Die Wolken haben ihre Farbe bereits von weiß zu grau geändert. In einer halben Stunde wird es regnen. Noch aber dominiert die Sonne. Nur eine leichte Brise weht über den Kreuzberg. Und mit ihr der Geruch frisch gemähten Grases. Der Geruch des Sommers. Dafür verantwortlich ist ein Rasentraktor. Der hat zwar etwa die Größe eines Gokarts, holpert jedoch deutlich gemächlicher über die Rasenflächen des Crana Mare - von denen das Kronacher Freibad gleich einige hat.

Auf 25 000 der rund 40 000 Quadratmeter sprießen grüne Halme oder gelbe Gänseblümchen aus dem Boden, was ungefähr der Fläche von dreieinhalb Fußballfeldern entspricht. "Ein Mähvorgang dauert da an die acht Betriebsstunden", erzählt Ralf Deuerling. "Da sind wir jetzt schon seit zweieinhalb Wochen dran, denn das Gras wächst wie verrückt." Seit 22 Jahren ist er als Bademeister nicht nur für die Sicherheit der Schwimmer verantwortlich, sondern auch dafür, den Badegästen möglichst ideale Bedingungen zu bieten.

Damit alle Ausbesserungsarbeiten bis zum Start der Freibad-Saison am 12. Mai auch rechtzeitig abgeschlossen sind, wird seit dem 9. April fleißig repariert, gemäht und vor allem gereinigt. "Mit dem Hochdruckreiniger sind wir jetzt bestimmt schon seit elf Tagen auf dem Gelände unterwegs", sagt Deuerling mit einem Blick, der deutlich macht, dass diese Art Arbeit doch bald auch mal bitte beendet sein dürfte.


Viel Arbeit am Kinderbecken

Die größte Baustelle sei derzeit das Kinderbecken. "Da hat sich der alte Beckenkopf vom Betonsockel gelöst. Das ist dort, wo die Überlaufrinne eingebaut ist", erklärt der 46-Jährige und deutet mit dem Finger in Richtung des Beckens. Zu sehen ist es allerdings nicht, da es von einer matten Folie verdeckt wird. Die soll die frischverlegten Fliesen vor Feuchtigkeit schützen. Die alten Kacheln wurden komplett abgetragen und neu aufgesetzt. "Damit ist es dann hoffentlich auch für die nächsten Jahre wieder gut", so Deuerling.

Bei den übrigen Becken gebe es ebenfalls regelmäßig Fliesenschäden. Schuld seien vor allem die kalten Temperaturen im Winter, die den Beton angreifen. "Bei allem, was im Wasser liegt, geht's. Aber bei dem, was darüber hinausragt, wird's problematisch. Das ist ja auch logisch. Eine Fuge zieht nun einmal Wasser und wenn es dann kalt wird, kann's knallen", weiß auch Hilmar Wunder. Der 62-Jährige ist als Bademeister für das Steinwiesener Freibad verantwortlich und hat ebenfalls mit dem Beckenkopf zu kämpfen. "Jetzt haben wir erstmal alles grob gereinigt, sodass der Fliesenleger kommen kann, und dann sehen wir mal weiter."


Das Wetter entscheidet

Anders als sein Kronacher Kollege hat er keinen fixen Termin, zu dem alle Arbeiten abschlossen werden müssen. Den legt zwar die Gemeinde fest, doch die eigentliche Entscheidung liege beim Wetter. "Ist das gegen Pfingsten gut, kann ich mir vorstellen, dass wir dann öffnen", vermutet Wunder.
Auf Witterungsverhältnisse wie im vergangenen Jahr würde Ralf Deuerling diesmal gerne verzichten. "Dann lieber wie 2016, da hatten wir von Mitte Juli bis Ende August ziemlich gutes Wetter und dadurch über 45 000 Besucher." Während der Optimist in ihm ein ähnliches Szenario herbeisehnt, weiß seine pragmatische Seite ohnehin schon, wie das Wetter aussehen wird: "Normalerweise macht Kronach das Freibad auf und es regnet. Das war fast immer so."

Die warmen Tage der vergangenen Woche seien für die Vorbereitungsarbeiten in Kronach zwar nicht zwingend nötig, für die Fliesenarbeiten aber durchaus hilfreich gewesen. Die Exemplare, die derzeit verlegt werden, mussten ein Dreivierteljahr im Voraus bestellt werden. Weil es sie eigentlich gar nicht mehr gibt. "Die Fliesen, die wir 1993 verlegt haben, sind in Form und Farbe kein Standard mehr", erklärt Deuerling. "Der Hersteller stellt ein Sonderserienband dann speziell für uns darauf um."

In den kommenden Tagen sollen die Fliesen auch langsam wieder mit Wasser in Kontakt kommen. Mehr als 2400 Kubikmeter passen ins Schwimmerbecken. In einem Privathaushaushalt ließen sich damit an die 16 000 Badewannen füllen. Das braucht seine Zeit. "Je nach Druck dauert das so drei bis vier Tage", sagt Deuerling. Möglich macht das ein eigens installierter Füllhydrant. Das Crana Mare befinde sich dabei immer in enger Absprache mit der Trinkwasserversorgung, die vorgibt, wie viele Kubikmeter pro Stunden durch die Leitungen laufen dürfen.


Keine Fliesenschäden in Ludscht

Deutlich länger dauert es hingegen in Ludwigsstadt, ehe die 2000 Kubikmeter Wasser im großen Becken sind. "Ungefähr zehn bis zwölf Tage", schätzt Bademeister Nicol Schinner und scherzt: "Wenn ich volle Pulle aufdrehen würde, hätte Ludwigsstadt kein Wasser mehr." Anders als in der Kreisstadt oder Steinwiesen, hat er zumindest keine Fliesenschäden zu reparieren - weil das Becken lediglich aus mit Farbe bestrichenem Beton besteht. Bis zum 20. Mai möchte er mit den Grün- und kleineren Instandsetzungsarbeiten durch sein. Auch wenn noch kein offizieller Eröffnungstermin feststeht.

In Kronach geht Deuerling derweil noch einmal das Schwimmerbecken ab. "Ach, da fehlt noch eine Silikonfuge, die muss ich dann gleich noch ziehen", sagt er und ist schon wieder auf dem Weg zur nächsten "Baustelle". Doch die muss erst mal warten. Denn jetzt versucht zunächst der Regen, die Becken zu füllen.

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