Kronach
Politik

Kreis Kronach: Warum Norbert Gräbner aus der SPD-Fraktion fliegt, nicht aber aus dem Kreistag

Eine Woche nach seinem Rücktritt aus der SPD ist Marktrodachs Bürgermeister Norbert Gräbner von seiner nun ehemaligen Partei aus der Kronacher Kreistagsfraktion ausgeschlossen worden.
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Eine Woche nach seinem Parteiaustritt hat die SPD Norbert Gräbner aus ihrer Kreistagsfraktion ausgeschlossen. Foto: Marco Meißner/Archiv
Eine Woche nach seinem Parteiaustritt hat die SPD Norbert Gräbner aus ihrer Kreistagsfraktion ausgeschlossen. Foto: Marco Meißner/Archiv

Die SPD im Kronacher Kreistag hat Marktrodachs Bürgermeister Norbert Gräbner aus ihrer Fraktion ausgeschlossen. Das beschlossen die Sozialdemokraten nach Angaben ihres Fraktionsvorsitzenden Richard Rauh am Mittwochabend einstimmig in ihrer Fraktionssitzung.

Den ersten Schritt habe Gräbner vergangenen Freitag mit seinem Parteiaustritt gemacht. "Wir haben daher dann nur den zweiten Schritt vollzogen", sagt Rauh. "Wir mussten die logische Folge daraus ziehen."

Darüber, dass unter anderem dieser Punkt auf der Tagesordnung stand, habe er Gräbner am Vortag informiert und gegen Donnerstagmittag dann auch das Ergebnis der Abstimmung mitgeteilt. "Das gehört sich auch vom Anstand her", sagt Rauh, der betont, Sache und Person gut voneinander trennen zu können. "Ich gehe davon aus, dass wir noch gut ein Bier miteinander trinken können, wenn wir uns treffen."

Gräbner will sein Kreistagsmandat behalten

Dem pflichtet Norbert Gräbner bei: "Ich bin da nicht nachtragend." Dass die Fraktion so reagiere, wie sie es nun getan habe, sei für ihn zu erwarten gewesen. "Das ist in so einer Situation ja fast die Regel. Und wenn die Fraktion das so beschließt, dann ist das eben so."

In einer anderen Hinsicht wird er sich allerdings gegen die Vorstellungen seiner ehemaligen Kollegen stemmen - bei der Frage nach dem Kreistagsmandat. "Wir haben ihn aufgefordert, es an die SPD zurückzugeben, können ihn aber natürlich zu nichts zwingen", erzählt Rauh. Mündlich habe er Gräbner dies schon mitgeteilt, eine schriftliche Aufforderung werde aber noch folgen. Doch auch die dürfte an einer Ablehnung durch Gräbner nichts ändern.

Ausschluss aus Ausschüssen

Diese Haltung begründet der Marktrodacher mit dem Ergebnis der vergangenen Kreistagswahl. "Ich war soweit vorne wie noch nie", stellt er fest und verweist auf Platz 3 innerhalb der SPD-Kandidaten (bei Listenplatz 7). Dieses Ergebnis zeigt seiner Ansicht nach, dass er nicht nur wegen der Listenposition im Gremium sitzt, sondern vor allem wegen vieler Direktstimmen. Er sei also vom Wähler auch als Person ins Amt gehievt worden, nicht bloß als Parteimitglied. Gräbner wird somit wohl als Fraktionsloser weiter dem Kreistag angehören.

Verlassen muss er hingegen die beiden Ausschüsse (Kreisentwicklung und Umwelt), in denen er mitgewirkt hat. Diese werden von der SPD anderweitig besetzt. Gleiches gilt für Gräbners Vertretungsfunktion in weiteren Ausschüssen des Kreistags.

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