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Kreis Kronach: Scheitert die Zukunft des Autonomen Fahrens am schlechten Mobilfunknetz?

Testfahrten ohne Fahrer versus schlechtes Mobilfunknetz: Der Kreis Kronach ist zum einen Vorreiter im Bereich autonomes Fahren, hat aber auch Nachteile.
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So schauen die Valeo-Testfahrzeuge aus, die auch durch den Landkreis Kronach fahren. Foto: Valeo
So schauen die Valeo-Testfahrzeuge aus, die auch durch den Landkreis Kronach fahren. Foto: Valeo

Das autonome Fahren nimmt immer mehr Gestalt an. Der Automobilzulieferer Valeo forscht von seinem Standort in Neuses bei Kronach aus an Fahrzeugen der Zukunft. 72 Ingenieure und zehn Studenten sind damit beschäftigt, Sensoren zu entwickeln, mit deren Hilfe der Fahrer überflüssig wird. Sieben Testfahrzeuge kurven durch den Landkreis und über Autobahnen der Region. Ab 2019 soll auch die Kronacher Innenstadt eingebunden werden.

Fahren ohne Fahrer: So wurde Kronach Testregion

Die Technologie könnte gerade für ländliche Regionen eine Verbesserung des Mobilitätsangebots bringen, wenn das fahrerlose Bestelltaxi die Oma aus Reichenbach zum Arzt nach Ludwigsstadt fährt. Doch Halt: Das mangelhafte Mobilfunknetz könnte Träume wie diese zerstören. In zwölf von 18 Kreiskommunen gibt es weiße Flecken. Und die neue 5G-Technik könnte gerade dort auf sich warten lassen.

Hans Michelbach: "Neue Funklochkarte"

Die Pläne der Bundesnetzagentur zur Versteigerung der 5G-Lizenzen stoßen auf Kritik. Der Coburg-Kronacher Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union, Hans Michelbach (CSU), wirft der Agentur vor, den politischen Willen des Koalitionsvertrags zu missachten.

"Was die Bundesnetzagentur hier plant, ist nicht Weltspitze, sondern eine neue Funklochkarte", kritisiert Michelbach in einem Schreiben an unsere Redaktion. Er betont, dass CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart hätten, dass es zu einer "verlässlichen und lückenlosen Mobilfunkversorgung inbesondere im ländlichen Raum" kommen solle.

Nationales Roaming gefordert

Außrdem bemängelt Michelbach, dass ein nationales Roaming, also das Nutzen von Netzen anderer Anbieter, nicht ermöglicht werde. Dies hätte neuen Anbietern, die nicht wie die drei Marktführer Telekom, Vodafone und Telefonica über ein umfassendes Netz verfügen, den Einstieg in den Markt erleichtert.

Für weitere Tests: Eine Million Euro Förderung zugesagt

Kritik kommt auch vom Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA): "Der Vorschlag, die Versorgungsauflagen nur an den Haushalten, an Bahnstrecken, an Autobahnen und Bundesstraßen auszurichten, greift zu kurz", schreibt der VDA in einer Presseerklärung.

Auch die IHK für Oberfranken in Bayreuth meldet sich zu Wort. Sie erinnert, dass unter anderem im Kreis Kronach an vielen Orten nicht einmal der 4G-Standard erreicht werde. Pressesprecher Peter Bellina."Diese Lücken müssen dringend geschlossen werden."

Was 5G genau ist, warum es das autonome Fahren gefährdet, was Valeo genau forscht und wie das Unternehmen selbst an 5G kommen will, lesen Sie hier im infrankenPlus-Artikel.



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