Kronach
Krebs

Krebskranker Junge (6) aus Franken kämpft um sein Leben - Behörde macht bizarres Hilfsangebot

Ziani ist nicht nur an Leukämie erkrankt, ein Pilz hat auch seine Organe befallen. Seine Familie tut alles, um dem Sechsjährigen beizustehen - und kämpft um die finanzielle Existenz. Von behördlicher Seite gab es ein Hilfsangebot, das die Familie auf keinen Fall annehmen will.
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Müde, verzweifelt und vom Krebs gezeichnet liegt Ziani in seinem Krankenhausbett. Foto: privat
Müde, verzweifelt und vom Krebs gezeichnet liegt Ziani in seinem Krankenhausbett. Foto: privat

Da liegt ein sechsjähriger Junge auf der Kinderstation in der Universitätsklinik in Jena und ringt jeden Tag um sein Leben. Sein ausgemergelter, kleiner und von Fieber geschüttelter Körper, aus dem Schläuche wie die Äste eines Baumes ragen, muss sich nicht nur einer Krebserkrankung entgegenstellen, sondern auch einem Pilz, der in seinen Organen wütet.

Familie betet jeden Tag für das Leben ihres Sohnes

"Ich kann nicht mehr, ich möchte sterben", sagt er zu seinen Eltern, wenn er ganz verzweifelt ist. Unzählige Tränen wurden schon geweint in der Familie Meinhold, die jeden Tag für das Leben ihres Sohnes Ziani Dennis betet. Und darum, dass die anderen vier Geschwister gesund bleiben. Jetzt musste der Junge auch noch eine Notoperation über sich ergehen lassen. Sein Blinddarm war akut entzündet und wurde entfernt.

Wenn Vater Michael von den Problemen der Familie erzählt, dann klingt die Stimme des kräftigen jungen Mannes eher ausgezehrt und zittrig. "Das alles frisst uns innerlich auf. Manchmal weiß man einfach nicht mehr, wie das alles weitergehen soll."

Massive Existenzprobleme und wenig Unterstützung

Die Familie steht jeden Tag vor massiven Existenzproblemen und kann auch nicht auf Hilfe aus dem engsten Familienkreis zurückgreifen. "Alle haben sich zurückgezogen, nur mein Chef und seine Freundin stehen uns bei. Und natürlich die Stiftung für krebskranke Kinder." Und obwohl der fünffache Familienvater wirklich genügend eigene Probleme hat, versucht er trotzdem, auch anderen zu helfen.

Wie ein schlechter Witz dagegen hört sich die Hilfe an, die von behördlicher Seite angeboten wurde: "Wir hatten die Wahl, unsere Kinder ins Heim zu geben oder eben zu Pflegefamilien." Das komme auf gar keinen Fall infrage, bekräftigt Michael Meinhold. "Die Familie bleibt zusammen, wir stehen das durch."

Niederschmetternde Leukämie-Diagnose vor knapp vier Jahren

Der 1. Februar 2016 ist ein Montag und ein Tag, den die ganze Familie wohl niemals mehr vergessen wird. "Das war der Tag, an dem wir die niederschmetternde Diagnose ,Leukämie‘ bekamen. Und das bei einem dreijährigen Kind, das gar nicht begreift, was das überhaupt bedeutet."

Der Schock saß tief. Aber dennoch keimte nach der Chemotherapie wieder Hoffnung auf. Eine Hoffnung, die eineinhalb Jahre später wieder gnadenlos zerstört wurde. "Am ersten September 2019 bekam Ziani Dennis einen Rückfall und musste wieder in die Klinik." Hier kämpft er seit drei Monaten jeden Tag auch gegen das Fieber an, das seinen Körper von innen verbrennt.

Hoffen auf Heiligabend: Familie hat einen Wunsch

In einer Zeit, in der sich Kinder eigentlich auf den Nikolaus und die Weihnachtsfeiertage freuen sollten, liegt die Hoffnung dieser Familie nur darauf, wenigstens ein paar Stunden gemeinsam zu verbringen. "Vielleicht dürfen wir ihn für kurze Zeit mit nach Hause nehmen, damit wir wenigstens an Heiligabend zusammen sind."

Noch ein weiteres Jahr in der Klinik - keine schnelle Besserung in Sicht

Mindestens ein Jahr soll der Kleine noch in der Klinik bleiben, das wurde der Familie schon mitgeteilt. Hoffnung auf schnelle Heilung gibt es also nicht, aber "Hoffnung, dass vielleicht dieser Alptraum endlich mal aufhört".

Mit dem kleinen, kranken Ziani leiden ja auch seine vier Geschwister, von denen das älteste zehn Jahre und das jüngste gerade mal zwei Jahre alt ist. Sie erzählen sich die Neuigkeiten und vor allem, wie sehr sie ihn vermissen.

Eltern teilen Besuche auf: "Einer ist immer für ihn da"

Sitzt Vater Michael nicht am Krankenbett, dann tut es Mama Juliane. "Wir haben uns aufgeteilt. Ich bin von Mittwoch bis Sonntag in Jena und meine Frau von Sonntag bis Mittwoch. Und wenn es geht, besuchen wir ihn natürlich beide. Aber einer ist immer für ihn da", sagt Michael Meinhold. Und das ist wichtig, denn Ziani verweigert das Klinikessen. "Meine Frau kocht entweder zu Hause vor, oder wir holen ihm das, was er gerne isst. Wie bei den meisten Kindern stehen auch bei ihm Pizza, Hamburger und Pommes hoch im Kurs."

Die Stimme des Vaters bricht endgültig, als er über das ganze Gift spricht, das sich in diesem kleinen Körper schon angesammelt hat. "Chemotherapie, Narkosen, Knochenmarkpunktion und die tausend Medikamente gegen den Pilz und das Fieber ..."

Tagtäglich lange Fahrten zum Krankenhaus

Damit der Sechsjährige das nicht alleine durchstehen muss, nehmen die Eltern für eine Fahrt hin und zurück etwa 315 Kilometer in Kauf. "Wir können ihn doch nicht alleine lassen, er ist noch so klein. Und er ist so tapfer, jedenfalls die meiste Zeit. Dafür kann man ihn nur bewundern. Der Rest der Familie funktioniert nur noch irgendwie."

Ein schlechtes Gewissen hat der Vater auch deshalb, weil seine anderen vier Kinder ebenfalls stark unter der Situation leiden, aber er und seine Frau kaum für sie da sein können. "Wir tun, was wir können, auch wenn das nicht so viel ist, wie wir es gerne hätten."

Geld fehlt an allen Ecken und Enden

Zu den zeitlichen, organisatorischen, psychischen und physischen Problemen, bei der die Familie oft an ihre Grenzen stößt, kommt auch noch der finanzielle Aspekt. Denn trotz Unterstützung der Krebshilfe fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Jeden Monat steht die Familie vor einem Berg von Zahlungen, die geleistet werden müssen. "Der Verschleiß unserer beiden Autos ist enorm, denn mit dem Tanken alleine ist es ja nicht getan. Und wir müssen ja von irgendetwas leben." Von alledem bekommt der Kleine aber nichts mit, und die Familie wird dafür entschädigt, wenn auch nur ein winziges Lächeln über das Gesicht von Ziani huscht.

Kontakt

Wer Familie Meinhold und damit auch dem kleinen Ziani Dennis helfen möchte, der kann sich an die E-Mail-Adresse m-meinhold@web.de wenden oder die Facebook-Seite www.facebook.com/groups/1510278679278487/ besuchen.

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