Wallenfels
Kreativität

Kirchenjubiläum prägt Motiv der Wallenfelser Osterkerze

Die Osterkerze in Wallenfels kann man nicht kaufen. Jugendliche gestalteten ein individuelles Bild zum Jubiläum der Weihe der Pfarrkirche vor 150 Jahren.
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Jana Schlee und Maik Förner schneiden die Dreiecke für das Kreuz auf der Wallenfelser Osterkerze aus.Thomas Weiß
Jana Schlee und Maik Förner schneiden die Dreiecke für das Kreuz auf der Wallenfelser Osterkerze aus.Thomas Weiß
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Die Osterkerze ist das Symbol für die Auferstehung von Jesus Christus am Osterfest. In der Osternacht wird sie geweiht und dann das ganze Jahr über an Sonn- und Feiertagen entzündet. Von ihrem Licht zündet man die Kerzen der Erstkommunikanten und der Jubilare an, und die Taufkerzen erhalten ebenfalls ihr Licht von ihr.

In Wallenfels gestaltet bereits seit sechs Jahren eine Gruppe junger Erwachsener jedes Jahr eine individuelle Kerze. In diesem Jahr bot sich das Jubiläum der Weihe der Pfarrkirche St. Thomas vor 150 Jahren an.

Viele kleine Details zieren die Kerze, die die Jugendlichen unter der Leitung von Denise Schlee in stundenlanger Kleinstarbeit gefertigt haben. Nicht nur die Kerze für die Pfarrkirche, sondern auch eine mit gleichem Muster wurde für die Kapelle im Altenheim St. Elisabeth gefertigt.

Pfarrkirche war ein "Muss"

"Zum Jubiläumsjahr wollten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen", erklärt Denise Schlee, "die Pfarrkirche wollten wir auf jeden Fall dabei haben." Das Bild der Kirche auf die Osterkerze zu bringen, symbolisiere auch die besondere Beziehung der Wallenfelser zu "ihrer" Pfarrkirche.

Die 22-Jährige kümmert sich mittlerweile im sechsten Jahr um die Gestaltung der Osterkerze. Gemeinsam mit einer Gruppe von sieben jungen Leute werden die Motive konzipiert und umgesetzt. Die jungen Erwachsenen kommen dabei aus München oder Bayreuth zurück in ihren Heimatort, um gemeinsam an der Kerze zu basteln. Die Ideen dafür werden im Laufe des Jahres gesammelt, das Motiv wird telefonisch besprochen.

Anna-Lena Müller gehört ebenfalls zum Bastelteam um Schlee. Die 20-Jährige erklärt das diesjährige Bild näher: "Die Kirche wird von Gottes Händen getragen. Kirche ist aber nicht nur das Gebäude, sondern auch die Gemeinde." Genauso ist es auf der Kerze zu sehen: Die Wallenfelser Pfarrkirche, getragen von Gottes Händen, im Hintergrund Fotos vom Gemeindeleben im vergangenen Jahr.

Es ist Gott, der die Pfarrkirche hält - umgekehrt kann das Gotteshaus Gott nicht halten. Doch kommt Gottes Wirken in den vielfältigen Aktivitäten der Gemeinde im Kirchenjahr zum Ausdruck. Das Gebäude wird zum Symbol sowohl für den Glauben vergangener Generationen als auch der Anwesenheit Jesu Christi in der sonntäglichen Feier der heiligen Messe. Darüber hinaus ist das Bild auch ein Zeichen der Sicherheit, die nur Gott geben kann: "In deine Hand lege ich voll Vertrauen meinen Geist" (Ps 31,6 EU).

Das Kreuz im Zentrum des Bildes

Doch Hände und Kirche sind eigentlich nur das Nebenmotiv auf der 80 Zentimeter hohen Kerze. Von der Zuversicht und dem Vertrauen auf Gott spricht das Kreuz, das im Zentrum des Bildes steht und das Nebenmotiv mit Kirche und den Händen integriert.

Auf die Idee zur ungewöhnlichen Darstellung des Kreuzes geht Maik Förner (19) näher ein: "Im Hintergrund gehen vom Kreuz Strahlen aus. Das Licht durchbricht sozusagen die Struktur des Kreuzes, das in viele Dreiecke zerfällt. Die sind so angeordnet, dass sie zur Mitte, zum Licht hin zeigen. Das Leben siegt über den Tod. Damit wird das Kreuz zum Wegweiser für das Leben und die Auferstehung. Deshalb haben wir es in den Osterfarben gehalten."

Ergänzt wird die Komposition vom Schriftzug "150. Weihejubiläum Pfarrkirche" und von Efeuranken, die das ewige Leben symbolisieren sollen.

Anspruchsvolle Gestaltung

Von den Schwierigkeiten der eigentlichen Bastelarbeit berichtet Sabrina Heibl, die sich trotz jahrelanger Erfahrung beim Gestalten nicht als Profi bezeichnen würde: "Die Hände waren sehr anspruchsvoll. Das Modellieren ist die eine Sache. Das Wachs auf die Kerze zu bringen stellte sich als ziemlich schwierig heraus." Die Bilder des Gemeindelebens wurden mittels Transfertechnik auf die Kerze übertragen. Die millimetergroßen Dreiecke, die das Kreuz bilden, wurden in mühevoller Kleinstarbeit aus eigens dafür eingefärbten Wachsplatten ausgeschnitten.

Das alles dauert seine Zeit. Einen ganzen Tag hat die Gruppe mit der Gestaltung der zwei Kerzen verbracht. Denise Schlee schätzt die Arbeitszeit auf 14 Stunden, dabei ist die Planung und Konzeption des Motivs nicht mit eingerechnet.

Für die Arbeit bedankte sich Pater Jan Poja während der Ostermesse.

Die Kreativität und das Engagement freut auch den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Jan Regel. Der honoriert die Arbeit der jungen Leuten mit dem höchsten Lob des Franken: "Bassd scho!"

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