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Lahm
Kirchweih

Kinder gratulieren der Kirche zum Geburtstag

Am Wochenende wurden in der Pfarrei St. Ägidius Lahm die Segnung des Gotteshauses und Erntedank gefeiert. Die Kinderkirche gratulierte auf ihre ganz eigene Art und Weise. Sie bereiteten sich in der so genannten Kinderkirche auf den zweiten Teil des Gottesdienstes zusammen mit den Erwachsenen vor.
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Lisa (rechts) teilt mit Marie (Mitte) das Brot.  Mit im Bild ist (links) Leonie.
Lisa (rechts) teilt mit Marie (Mitte) das Brot. Mit im Bild ist (links) Leonie.
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Die zwei Jungen und sieben Mädchen haben es sich an diesem Sonntagvormittag im Pfarrhaus in Lahm gemütlich gemacht. Louis, Benjamin, Hanna, Jana, Leonie, Marie, Lisa, Marina und Christin sitzen im Kreis auf weichen Kissen auf dem Boden. Vor sich haben sie ihre Erntedankkörbchen abgestellt. In der Mitte des runden Teppichs steht eine große Kerze verziert mit christlichen Symbolen und der Aufschrift Kinderkirche. Daneben liegen ein Kreuz und eine Kinderbibel.

Benjamin darf die Kerze anzünden. "Wer weiß, was wir heute feiern?", fragt Juliane Eidloth vom Team Kinderkirche in die Runde. Alle wissen die Antwort: "Erntedank und Kirchweih." "Richtig! Unsere Kirche hat heute nämlich Geburtstag", meint die Betreuerin. "Geburtstag, wo sind dann die Geschenke?", will ein kleiner Schlaumeier wissen. Darauf entgegnet Juliane Eidloth: "Die Geschenke seid doch Ihr, Ihr seid für den lieben Gott die schönsten Geschenke. Und er freut sich ganz sehr, dass Ihr heute alle da seid."

70 Gottesdienste für die Kleinen


Etwa alle drei bis vier Wochen findet zeitgleich mit dem Sonntags-Gottesdienst die Kinderkirche im Pfarrhaus in Lahm statt. "Die Kinderkirche gibt es seit 2007 und zwar in Lahm und Wilhelmsthal, wo sie ebenfalls etwa einmal im Monat im Schwesternhaus Wilhelmsthal abgehalten wird.
Auch in Effelter gibt es eine Kinderkirche, sie wurde etwas später als bei uns eingeführt", erzählt Eidloth, die neben Sandra Kittel, Katja Hoderlein und Manuela Schneider das Team Kinderkirche bildet. Seit der Gründung hat man bislang rund 70 solcher Kinderkirchen abgehalten. Sie richtet sich an Kinder bis einschließlich der zweiten Klasse. Ab der dritten Klasse sollen diese dann ausschließlich in die "Erwachsenen-Kirche", insbesondere als Vorbereitung auf ihre Erstkommunion. "Wir sprechen uns immer mit dem Pfarrer ab, zu welchem Anlass oder Thema wir eine Kinderkirche abhalten - beispielsweise auch zum Skapulierfest. Überhaupt bringen wir uns gerne ins christliche Leben im Dorf mit ein. Wir singen, beten und basteln mit den Kindern", erklärt Eidloth. Den Inhalt der Kinderkirche denkt sich das Team weitgehend selbst aus. "Wir orientieren uns an Texten aus dem Evangelium. Diese bereiten wir kindgerecht auf, damit sie die Kinder besser verstehen können. Wir holen uns zwar auch Ideen von Vorlagen, die es für solche Stunden gibt. Aber das sind für uns nur Anregungen. Wir wollen lieber einen direkten Bezug zum Alltag oder Umfeld der Kinder schaffen", meint sie.

Beim Erntedankfest steht natürlich das Danken im Mittelpunkt. So stimmen die Kinder mit ihren Betreuerinnen und einigen Mamas und Papas fröhliche Dankeslieder an, teilweise sogar mit kleinen "Tanzeinlagen". "Was brauchen Pflanzen, damit sie wachsen können?", fragen die Betreuerinnen. "Sonne, Regen und Erde", wissen die Kinder. Die dürfen die Strahlen einer Sonne neben die große Kerze legen. Auch jeweils eine Schale mit Erde und Wasser sowie einen kleinen Getreidebüschel stellen beziehungsweise legen sie daneben. "Die Pflanzen brauchen aber auch Menschen, die sich um sie kümmern und sie pflegen. Vor allem aber brauchen sie Gott, der uns all das überhaupt erst schenkt", erzählen die Betreuerinnen und lesen den Kindern aus der Schöpfungsgeschichte vor. Dann reichen sie den Jungen und Mädchen ein Körbchen mit Brotstückchen. Sie teilen und essen das Brot dann gemeinsam - ganz ruhig, ganz bewusst. "Wir wollen später auch in der ,Erwachsenen-Kirche‘ Brot teilen", sagt Eidloth und alle Kinder freuen sich.

Das Brot wird geteilt


Auf einmal sind Schritte zu hören. Rund 25 Minuten Kinderkirche sind wie im Flug vergangen. Zwei Ministranten stehen vor der Tür, um die Kinder abzuholen. Gemeinsam zieht die Kinderkirche in die Pfarrkirche ein und kommt zur Gabenbereitung dazu. Lisa und Jana erzählen den Gläubigen, was sie heute alles in der Kinderkirche gemacht haben. Dann teilen die Jungen und Mädchen das Brot aus, das erneut gemeinsam gegessen wird - dieses Mal aber nicht nur von den Kleinen, sondern von allen Gästen der wunderschönen kleinen "Geburtstagsfeier".

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