Kronach
Gericht

Keine Strafe für Fahrradhändler

Das Verfahren wegen mehrfachen Betrugs gegen einen 36-jährigen Mann aus dem Landkreis Kronach wurde ohne Auflagen eingestellt.
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Teure Mountainbikes bot der 36-Jährige im Internet bei Vorauszahlungen an, konnte jedoch in 25 Fällen nicht liefern. Foto: Archiv / A. Schreiber
Teure Mountainbikes bot der 36-Jährige im Internet bei Vorauszahlungen an, konnte jedoch in 25 Fällen nicht liefern. Foto: Archiv / A. Schreiber

Vorauszahlungen für teure Moutainbikes im Gesamtwert von 65 500 Euro, die er via Internet feilbot, kassierte ab dem Jahr 2017 ein 36-jähriger Fahrradhändler aus dem Landkreis Kronach. Doch: Ein Großteil seiner Kunden aus dem In- und Ausland erhielten nie die Chance, auf ihren bereits vorfinanzierten, exklusiven Drahteseln in die Pedale zu treten. Denn: Ihr Lieferant und Vertrauensmann hatte die Bergflitzer nie geliefert, den Großteil der eingesackten Gelder aber auch nicht mehr herausgerückt.

Kein Vorsatz nachweisbar

Wegen Betrugs in 25 Fällen musste sich seit Mitte Juni der Verkäufer vor dem Kronacher Schöffengericht als Angeklagter verantworten (der FT berichtete). Angst- und straffrei konnte er am Mittwoch den Gerichtssaal ohne Urteil verlassen. Richterin Claudia Weilmünster stellte das Verfahren gegen den 36-Jährigen ein. Die Staatsanwaltschaft konnte dem Bikedealer keinen vorsätzlichen Betrug nachweisen. Den Geprellten bleibt nun nur noch die Möglichkeit, auf zivilrechtlichem Weg ihre Vorschüsse einzuklagen. Jedoch eher mit geringen Chancen auf Erfolg. Denn der Angeklagte hatte 2018 Insolvenz angemeldet.

Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt im Juni beteuert, dass er die noch fehlenden Räder oder auch Zubehörteile eines Markenhersteller aus Großbritannien gewissenhaft bei seinen Importeuren bestellt habe. Diese hätten ihn jedoch mit Lieferverzögerungen vertröstet. Viele seiner Kunden hätten aufgrund des Angebotes zu absoluten Schnäppchenpreisen weiter warten wollen und hätten trotz der angedrohten Verzögerungen auf die Rückzahlung ihrer Vorschüsse verzichtet.

Unglücklicherweise sei er dann mit seiner Geschäftstätigkeit in finanzielle Schieflage geraten. Die vereinnahmten Gelder habe er notgedrungen zur Tilgung anderer Schulden verwendet, gab er zu.

Zum Prozess am Mittwoch war ein Zeuge des Markenherstellers aus England geladen. Der sollte Aufschluss über das Gechäftsgebaren und vor allem über die Bestellvorgänge des Angeklagten Aufschluss geben. Der 36-Jährige hatte zuvor behauptet, dass er derartige Unterlagen nicht besitze, da die Bestellungen meist leger und formlos abgelaufen seien.

Die Richterin erklärte am gestrigen Fortsetzungstag, dass der geladene Zeuge darüber informiert habe, dass er trotz Ladung zu dem Prozess nicht nach Kronach kommen werde. Das Gericht habe ihm daraufhin eine Frageliste zugesandt. Diese habe der Vertreter des Herstellers, der Zeuge, auch vollständig beantwortet und einiges an Schriftverkehr mit dem Angeklagten zugesandt.

Die Richterin schlug vor, das Verfahren ohne Auflagen einzustellen. Eine Begründung erfolgte nicht. Die Prozessbeteiligten stimmten zu.

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