Kronach
Bezahlsystem

Kein "Handyparken" in Kronach

Der Hauptausschuss diskutierte am Montag, ob das "Handyparken" in Kronach eingeführt werden soll. Die Räte waren einstimmig dagegen. Zudem werde die Mangstraße nicht zur Einbahnstraße und die untere Stadt wird für den Lkw-Durchgangsverkehr gesperrt.
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Der Kronacher Stadtrat diskutierte am Montag, ob künftig die Parkgebühr in Kronach mithilfe des Handys bezahlt werden kann.  Foto: Vanessa Schneider
Der Kronacher Stadtrat diskutierte am Montag, ob künftig die Parkgebühr in Kronach mithilfe des Handys bezahlt werden kann. Foto: Vanessa Schneider
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Parken mit dem Parkschein ist nicht immer praktisch: Das Geld muss passend sein und man muss genau wissen, wie lange man parken möchte. Dauert es aber im Wartezimmer oder beim Einkaufen länger, steigt die Unruhe. In einigen anderen oberfränkischen Städten gibt es deshalb das sogenannte "Handyparken". Die Parkzeit kann per SMS auch von unterwegs verlängert werden.

In Kronach wird es dies jedoch erst einmal nicht geben. Dies war am Montag das Ergebnis des Kronacher Hauptausschusses. Stadtrat Jonas Geissler (CSU) hatte beantragt das "Handyparken" für die Stadt zu prüfen.

Nur ein Anbieter

Hauptamtsleiter Stefan Wicklein erklärte, dass das "Handyparken" von der Stadt geprüft worden ist. Die Verwaltung spricht sich gegen das "Handyparken" aus. "Es gibt zwei unterschiedliche Systeme", sagte Wicklein. Bei einer Variante müsste man sich als Nutzer registrieren.
"Dies wird aber schlecht angenommen." Deswegen empfiehlt sich eine anmeldefreie Bezahlung, bei der auch keine persönlichen Daten benötigt werden.
Bisher gibt es jedoch nur einen einzigen Hersteller, der dieses Parksystem anbietet. Es wird beispielsweise in Coburg, Erlangen, Fürth und Sonneberg eingesetzt.Doch das "Handyparken" wäre für die Stadt Kronach mit hohen Kosten verbunden. Es würde jährlich etwa 9000 Euro kosten. "Man wird dadurch keine neuen Kunden bekommen", sagte Wicklein. Es sei aber ein Zeichen in Sachen Bürgerfreundlichkeit.

Die Stadtverwaltung hielt außerdem auch Rücksprache mit der Polizei. Auch die Parküberwachung benötigt für das "Handyparken" spezielle Ablesegeräte oder internetfähige Handys. Außerdem erhöhe sich der Aufwand erheblich. Das Polizeipräsidium Oberfranken gab bekannt, dass die Polizei die Überwachung nicht übernehmen werde, wenn das Handyparken eingeführt werden sollte. "Die Stadt müsste die Überwachung dann selbst machen", sagte Stefan Wicklein. Dadurch entstünden wiederum Kosten.

"Man muss ja nicht allem zustimmen was technisch möglich ist", sagte Karl H. Fick (SPD). Bernd Liebhardt (CSU) findet das "Handyparken" in Kronach ebenfalls nicht sinnvoll. In Bayreuth werde das Modell zwar sehr gut angenommen, aber es sei immer "eine Frage, wie sich die Bevölkerung zusammensetzt". Der Hauptausschuss beschloss einstimmig, die Einführung des "Handyparkens" nicht weiterzuverfolgen. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) fügte hinzu: "Ich bin offen dafür, es immer wieder zu prüfen."



Lkw-Durchfahrtsverbot in der Kronacher Innenstadt

In der unteren Altstadt mehren sich die Beschwerden, dass während des Tages und in der Nacht häufig Lkw durch die Innenstadt fahren. "Das gibt immer wieder Probleme", sagt Wolfgang Beiergrößlein (FW). Erhebliche Lärmbelästigung und Schäden im Pflasterbelag seien die Folge. Ein Durchfahrtsverbot wurde diskutiert. "Das Verbot ist eine sinnvolle Idee, um die Einwohner zu entlasten", sagte Bernd Liebhardt (CSU) und Thilo Moosmann (SPD) stimmte dem zu. Der Hauptausschuss beschloss einstimmig, ein ganztägiges Durchfahrtsverbot für Lkw über 3,5 Tonnen und Kraftomnibusse im Bereich der unteren Altstadt (Spitalkirche, Johann-Nikolaus-Zitter-Straße, Marienplatz und Schwedenstraße) einzuführen. Anlieger und Linienverkehr dürfen weiterhin die Innenstadt passieren. Es wird eine entsprechende Beschilderung an den jeweiligen Zufahrten angebracht (Rodacher Straße, Kulmbacher Straße, Friesener Straße, Andreas-Limmer-Straße). Zusätzlich wird die Änderung auch an die zentrale Erfassungsstelle für Navigationssysteme weitergeleitet.



Mangstraße wird nicht zur "Spiel- und Einbahnstraße"

Die Autos parken am Straßenrand. Die Kurven und die Breite machen die Mangstraße in Kronach eng. Bei der Bürgerversammlung am 14. November 2012 fragte Peter Härtlein, ob die Mangstraße und die Johann-Knoch-Gasse nicht als "Spiel- und Einbahnstraßen" ausgewiesen werden könnten.
Der Hauptausschuss lehnte dies gestern ab. Dieter Krapp vom Ordnungsamt erklärte, dass im vergangenen Jahr die Geschwindigkeit oberhalb der Einmündung Manggasse gemessen worden ist. Die Prüfung ergab, dass 85 Prozent der Fahrzeuge in der Mangstraße langsamer als 29,3 km/h gefahren sind. Maximal wurden 37 km/h erreicht.

Aus Sicht der Polizei gibt es deshalb keine Notwendigkeit für einen verkehrsberuhigten Bereich ("Spielstraße"), dies teilte Dieter Krapp mit.

Da in der Mangstraße viel geparkt wird, hätte dies einen Vorteil. "Auch die Parkplätze können die Straße beruhigen", sagte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW).

Schon jetzt ein "Nadelöhr"

Auch eine Einbahnstraße sei aus Sicht von Dieter Krapp in der Mangstraße nicht sinnvoll. "Der Verkehr müsste dann über die Spitalbrücke /Spitalstraße - das wäre nicht machbar." Wolfgang Beiergrößlein wies daraufhin, dass es sich schon jetzt an der Spitalstraße um ein Nadelöhr handele. Die Zufahrt über die Spitalstraße sei nicht geeignet.

Sollte es jedoch in Mangstraße zu Problemen kommen, die der Ausschuss nicht beachtet hat, sei eine weitere Prüfung nicht ausgeschlossen.




Wahlhelfer gesucht

Im kommenden Jahr finden Kommunalwahl statt. Die Stadt Kronach weist daraufhin, dass dafür dringend Helfer gesucht werden. Interessierte können sich im Wahlamt melden.
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