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Kronach
Fasching

Kehlbach, wo Mülltonnen singen und Männerbeine tanzen

Ein knallbuntes Feuerwerk des Frohsinns und der guten Laune entzündeten die drei Büttenabende - mit einer Stimmung, wie sie es eben nur in "Kellbich" gibt.
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Das Kehlbacher Dorfhaus wurde zum Narrenhaus. Foto: Heike Schülein
Das Kehlbacher Dorfhaus wurde zum Narrenhaus. Foto: Heike Schülein
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"Alle flippen völlig aus. Das Dorfhaus wird zum Narrenhaus!" - Der Stolz über den so gelungenen neu geschaffenen Ortsmittelpunkt war bei den diesjährigen Kehlbacher Büttenabenden allgegenwärtig, was auch bereits am Motto der drei feucht-fröhlichen Abende unschwer zu erkennen war.

Nach einem Jahr bautechnisch bedingter Zwangspause stellte die kleine Faschingshochburg Kehlbach an den vergangenen beiden Wochenenden wieder ein kunterbuntes Bühnenprogramm auf die Beine, in dem sich Büttenreden, Sketsche sowie Musik- und Tanzeinlagen wie am Fließband aneinander reihten. Durch die jeweils rund fünfstündige Supergaudi in der jedes Mal proppenvollen Kulturhalle führte in bewährter Weise der Präsident des Kehlbacher Faschingsclubs (KFC), Michael Bänsch.

Bei den närrischen Abenden folgte auch heuer Knaller auf Knaller. Mitten drin im Geschehen war einmal mehr der ausschließlich aus Frauen bestehende Elferrat sowie das diesjährige Prinzenpaar Celina I. und Janik I. Die holden Regenten richteten hoheitliche Begrüßungsworte an ihr Narrenvolk, bevor die einzig wahre Blitz- und Funkengarde mit ihrem schmissigen Tanz die Besucher endgültig auf "Betriebstemperatur" brachte.

Musikalisch begleitet wurde das Spektakel vom örtlichen Musikverein, der zu vielen Schunkelrunden aufspielte und unter anderem auch das umgedichtete Lied "Wir ham a Dorfhaus, darauf sind wir stolz" anstimmte.

Ein "Loblied" auf ihre schöne Heimat "sang" auch die "Stadtfrau" Anita Büttner, nachdem ihr Neuanfang inmitten der Kreisstadt kläglich gescheitert war - nicht zuletzt, weil dort um halbe sechsa die Bürgersteige hochgeklappt und um halbe siema die drei Ampeln ausgeschaltet werden.

Und überhaupt: "Wenn unne Landrat nier vom Oberland runte nouch Kronich wär, hättn sa go kann", las sie den eingebildeten Unterländern gehörig die Leviten. Dem Publikum gefiel´s - und Landrat Klaus Löffler sowieso, der gleich der Premiere der Büttenabende seinen Besuch abstattete - ebenso wie der Hausherr, Bürgermeister Thomas Löffler, und das sogar in doppelter Ausgabe; doch dazu später...

"Wenn ich nicht auf der Bühne wäre, was würde ich dann tun?", sinnierten "Die Kellbicher Lausbuben", die zusammen mit ihrer zauberhaften Primaballerina bei ihrem Sketsch - unter anderem als Angler, Fußballer, Schwimmer oder Skifahrer - ein ausgeprägtes Rhythmus- und Koordinationsgefühl unter Beweis stellten.

Eine "gute Figur" gaben Felix, Finn, Maxime, Franz, Toni, Philip und Marie auch als "Dorfrocker" bei der anschließenden Hitparade ab. Hilfe bei der Eheberaterin Dr. Reinwald (Heike Welscher) suchten Mausi (Manuela Neubauer) und Bärli (Anja Welscher). Während sie sich an seinen "La Paloma"-Fürzen störte, beklagte er sich, dass sich Körperteile von ihr jetzt an ganz anderen Plätzen wiederfänden.

Nur eines funktioniere noch: Das Brezelstängla-Eintauchen! "Kaufe zwei, zahle drei" hieß es im Sackgasser-Geschäft von Liane Vetter. Und auch hier lästerte die weibliche Kundschaft gewaltig über ihre Ufo (Unheimlich Faule Objekte) daheim ab - mit so rostigen Dingern, dass die Frauen vor deren Einsetzen erst eine Tetanus-Spritze brauchen. Kriminell wurde es beim Auftritt der "Phantastischen 4" (Jörg Löffler, Christian Kraus, Michael Wich und Manuel Schneider), bei dem ein Bankraub in der Ludschter Bank gewaltig schief ging. Die Prinzen-Elite trat heuer als tüchtige Müllmänner in Erscheinung mit äußerst musikalischen Mülltonnen.

Viel Spaß hatte das Publikum bei den vielen Musik- und Tanzeinlagen, die auch immer wieder in die einzelnen Aufritte mit eingebaut wurden. Jede Menge hochkarätige Stars - darunter auch den unvergessenen Queen-Sänger Freddie Mercury - hatten die "Kellbicher Burschen" in die Kulturhalle gelockt, die mit ihrer Version von "Bauer sucht Sau" den Knaller-Auftritt des Abends lieferten.

Neben dem selten nüchternen, moggelhaften Milchbauern Michl, der sich auf Brautschau der etwas anderen Art begab, begeisterte ein nicht minder gut aussehender Stargast das Publikum - Das "überragende" Pendant von Bürgermeister Thomas Löffler, der immer 120 Prozent gibt. Das (echte) Gemeindeoberhaupt wurde ebenso mit dem diesjährigen Orden bedacht wie der Landrat und weitere Ehrengäste.

Die "Red Hot Chili Girls" und "New Generation" heizten mit ihren mitreißenden Tänzen die Stimmung ebenso an wie "Die Dancing Divas", deren Auftritt zum Ende des zweiten Teils in einen Flashmob überging, bei dem der ganze Saal mit sang und tanzte - Stimmung pur! Eine Wahnsinns-Show, inklusiver akrobatischer Hebefiguren, lieferte das sexy "Kellbiche Männerballett" ab.

Die knackigen Jungs in ihren hautengen bunten Sport-Trikots bildeten dann auch den krönenden Abschluss des fünfstündigen Spektakels, bei dem sich zum Finale noch einmal alle Akteure zum gemeinsamen "Ciao Amore"-Schlusslied auf der Bühne einfanden. Natürlich war danach noch lange nicht Schluss; vielmehr wurde weiter gefeiert und getanzt.

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