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Kronach
Sanierung

JVA Kronach soll nach Brand baldmöglichst wieder Betrieb aufnehmen

Die Planungen für die Sanierung der Justizvollzugsanstalt Kronach nach dem Brand im August laufen. Die Politik will das Gefängnis bald wieder "am Netz" haben.
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Vor drei Wochen hatte es in der JVA Kronach gebrannt. Foto: Archiv/Marco Meißner
Vor drei Wochen hatte es in der JVA Kronach gebrannt. Foto: Archiv/Marco Meißner

Der Leiter der Kronacher Justizvollzugsanstalt (JVA), Ullrich Mann, ist am anderen Ende der Leitung nicht zu sehen. Beim Telefonat fällt es jedoch nicht schwer, sich seinen Gesichtsausdruck vorzustellen. Drei Wochen nach dem Brand im Gefängnis klingt seine Stimme wieder sehr zuversichtlich und gut gelaunt. Das verwundert nicht, nachdem die Politik ein deutliches Zeichen gesetzt hat, dass es in der Kronacher Haftanstalt weitergehen wird - und zwar möglichst bald.

Auf einen Zeitpunkt, wann die ersten Häftlinge zurückkehren, wann die Sanierung abgeschlossen sein wird und wann wieder der volle Betrieb aufgenommen werden kann, mag sich Mann zurzeit noch nicht festlegen. Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) geht da einen Schritt weiter. "Die JVA Kronach soll spätestens am 1. März 2019 wieder am Netz sein", stellt er die politische Erwartungshaltung vor.

Nachdem die Schäden im Haus begutachtet wurden, hat sich offenbar herausgestellt, dass sie doch nicht so gravierend wie befürchtet waren. Die Haushaltsmittel für die Arbeiten sind laut Baumgärtner ebenfalls eingeplant, so dass einer Sanierung nichts im Wege steht. Unabhängig von den Brandfolgen soll das Gebäude vorher aber insgesamt noch baufachlich unter die Lupe genommen werden.

Eine tiefergreifende Überprüfung des Gebäudes? Lässt sich da ein leiser Zweifel am Standort Kronach heraushören? Gibt es andernorts vielleicht Begehrlichkeiten, die JVA zu verlagern? Der Standort Kronach hatte ja schon früher mehrfach zur Disposition gestanden. Man denke nur an unsere Berichterstattung aus dem Jahr 2003, als der damalige Justizminister Manfred Weiß ganz offen von einem Tauziehen zwischen Kronach und Rödental um einen JVA-Neubau gesprochen hatte. Und schon in den 1990er Jahren war neben einem Grundstück für einen möglichen Neubau bei Gundelsdorf ebenso ein Areal in Rödental im Gespräch. Gibt es nun wieder jemanden von außerhalb, der seine Chance wittert?

"Für Justizminister Winfried Bausback und Ministerpräsident Markus Söder hat nie zur Diskussion gestanden, den Standort Kronach aufzugeben", unterstreicht Baumgärtner. Das klare Signal der beiden CSU-Spitzenpolitiker sei es gewesen, auch in dieser Frage den ländlichen Raum zu stärken. Baumgärtner spricht von einem deutlichen Zeichen, dass man auch langfristig mit der JVA in der Region Kronach bleiben will. "Ich bin dankbar für dieses klare Bekenntnis", betont der Abgeordnete. Das sei ein Zeichen für Stabilität in der bayerischen Politik. "Und Stabilität heißt nicht nur, eine funktionsfähige Regierung und ein funktionsfähiges Parlament zu haben, sondern auch gleiche Lebensbedingungen zu schaffen."

Baumgärtner geht nun davon aus, dass die Belegung der JVA Kronach mit den Häftlingen sukzessive - je nach Sanierungsfortschritt - wieder hochgefahren wird. So schätzt auch Ullrich Mann die Situation ein. "Wir sind bemüht, gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt und dem Ministerium - unter Wahrung der Betriebs- und Ausbruchsicherheit - möglichst zeitnah die ersten Gefangenen wieder zurückzubringen." Bis dahin freut er sich über eine "traumhafte Zusammenarbeit" mit den anderen Haftanstalten in Bayern. "Das gute Miteinander erkennt man schon daran, dass wir innerhalb von Stunden nach dem Brand 97 Gefangene unterbringen konnten."

Am Standort Kronach tun sich auch bei Mann keine Zweifel auf ("Die 99 Haftplätze hier werden gebraucht"). Deshalb sei das Ja zur Sanierung in Kronach auch ein sehr ermutigendes Zeichen für ihn und seine Kollegen in der JVA.

Was tut sich nach dem Brand?

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Baustelle: Wie Ullrich Mann erläutert, finden noch Sichtungen im Gebäude statt. Gleichzeitig haben kleinere Arbeiten schon begonnen. Die Brand- und Löschschäden wurden behoben. Das Dach wurde einstweilen notdürftig wieder geschlossen. Die größeren Arbeiten haben allerdings noch nicht begonnen.

Engpass: Momentan wird die Festungsstraße erneuert, was zu Behinderungen im Zufahrtsbereich der JVA führt. Könnten daraus Schwierigkeiten bei der Sanierung des Gefängnisses resultieren? Der Leiter der JVA hat in dieser Hinsicht wenig Bedenken: "Ich glaube nicht, dass es größere Probleme geben wird." Man werde sich aber noch eng mit der Stadt und den Baufirmen absprechen. Personal: Es ist laut Mann weder so, dass das Kronacher JVA-Personal während der Sanierung kreuz und quer durch die Gegend geschoben wird, noch drehen die Angestellten in Kronach Däumchen. Auch nach dem Brand vom 31. August gibt es reichlich zu tun. Die Angestellten packen bei den Aufräumarbeiten mit an, kümmern sich um die Handwerker, halten die Verwaltung am laufen und müssen auch bei einem leeren Gefängnis für Bewachung sorgen. Ein aufwendiges Unterfangen war laut Mann, wieder Ordnung in "Klein-Pompeji" zu schaffen. Bei der Evakuierung mussten die Gefangenen ja alles stehen und liegen lassen. Ihr Hab und Gut musste danach gesichtet, sortiert, den Personen zugeordnet und nachgeschickt werden.

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